Travemünder Woche

Sie ordnet die Travemünder Woche

Seit mehr als 20 Jahren ist Birgit Stamp-Oehme Teil des TW-Orga-Teams. Die 63-Jährige hat das Projektmanagement inne – zur Segelwoche ein 24-Stunden-Job. Immer dabei hat Stamp-Oehme das „Schwarze Büchlein“ für Lob und Kritik.

Bildunterschrift: Bei Birgit Stamp-Oehme laufen die Daten und Fakten zur Travemünder Woche zusammen. Foto: segel-bilder.de

Bildunterschrift: Bei Birgit Stamp-Oehme laufen die Daten und Fakten zur Travemünder Woche zusammen. Foto: segel-bilder.de

Die 128. Travemünder Woche steht im Zeichen des Jugend- und Jüngstensegelns. Über 900 junge Seglerinnen und Segler kommen an die Trave. Sie, ihre Eltern, Trainer und Boote unterzubringen, ist eine wahre Mammutaufgabe.

Wenn die Teeny-, Opti-, 29er- oder Piratsegler in Travemünde eintreffen, ist die Hauptarbeit im Hintergrund jedoch schon getan. Dafür, dass jeder Segler und jedes Boot ihren Platz finden, ist Birgit Stamp-Oehme verantwortlich. „Projektmanagement“ lautet der Titel ihres Amtes. „Im Endeffekt fasse ich all die Daten, die herumschwirren, in übersichtlichen Listen zusammen“, sagt die drahtige Frau mit dem Kurzhaarschnitt. Eine sehr bescheidene Job-Beschreibung! Denn egal, ob Segler, Jury, Wettfahrtleiter oder Offizielle – für sie alle bereitet die Projektmanagerin die Kerninformationen auf und sorgt dafür, dass die Logistik reibungslos funktioniert.

„Die Hoch-Zeit beginnt vier Wochen vor der TW“, sagt Birgit Stamp-Oehme, die sich seit 1993 mit kurzer Unterbrechung bei der Travemünder Woche engagiert. „Dann stehen die Meldezahlen endgültig fest und manche Klassen werden, wenn eine bestimmte Größe erreicht wird, in Fleets eingeteilt. Auch die Regatta-Unterlagen für die verschiedenen Klassen werden dann zusammengestellt.“ Als Birgit Stamp-Oehme Anfang der Neunziger bei der Travemünder Woche begann, steckte die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen. „Die Meldungen trudelten auf Papier ein und mussten händisch erfasst werden. Da sind Online-Meldesysteme eine riesige Arbeitserleichterung.“ Doch auch digitale Daten wollen in die richtigen Kanäle geleitet werden, und Online-Informationssysteme ersetzen nicht den persönlichen Kontakt. „Mein Ziel ist, vorab so viele Fragen wie möglich durch gute und vollständige Regatta-Unterlagen zu beantworten“, sagt Birgit Stamp-Oehme. Doch wenn Segler, Trainer oder Wettfahrtleiter ins Regatta-Office kommen, kann die Projektmanagerin der TW durch ihre langjährige Erfahrung so gut wie jedes Anliegen aus dem Effeff klären, „oder ich weiß, wen ich fragen muss“.

Auch Unstimmigkeiten und Kritik gibt es bei jeder Travemünder Woche. Damit während der zehn Segel-Tage nichts untergeht, sammelt Birgit Stamp-Oehme alle Punkte – positiv wie negativ – in ihrem „Lob- und Kritik-Buch“. Wenn alle Segler schon längst wieder zu Hause sind, arbeitet das TW-Team alle Punkte systematisch ab. Viel wertvolles Feedback komme von den Aktiven, so Stamp-Oehme: „Im vergangenen Jahr wurde kritisch angemerkt, dass die offiziellen Durchsagen zum Beispiel am Priwall kaum gehört wurden. Da haben wir nachgelegt und in eine leistungsstarke Anlage investiert, die Durchsagen klar und deutlich an alle Standorte überträgt.“

Diesjähriges Highlight für die Mutter von vier begeisterten Seglerinnen und Seglern (Sohn Felix gewann mit Boris Herrmann 2008/2009 das Portimao Global Ocean Race, Sohn Leon wurde 2013 Weltmeister im 505er) sind ganz klar die Jugendklassen, die nach Travemünde kommen. „Aber ich freue mich jedes Jahr ganz besonders auf das Travemünder Woche-Team. Viele von uns sind schon viele Jahre dabei, das ist wie eine große Familie. Ich habe auf der TW Leute aus aller Welt kennengelernt.“ Das Engagement dieser Menschen, die ihre Freizeit opfern, ist die größte Motivation für Stamp-Oehme: „Ohne dieses Netz von Ehrenamtlern könnten alle großen Segelveranstaltungen einpacken.“

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Veröffentlicht am : 23.07.2017