Travemünder Woche

Mädchen-Power im 420er

Gleich auf zwei bedeutenden Veranstaltungen werden die Segler der 420er-Klasse momentan gefordert. Neben der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDJM) in Travemünde wird parallel um den Titel des Europameisters in Athen gesegelt.

Die 420er stellen das drittgrößte Feld der Meisterschaften. Foto: segel-bilder.de

Die 420er stellen das drittgrößte Feld der Meisterschaften. Foto: segel-bilder.de

Neben dem amtierenden Vize-Europameister der U19-Altersklasse, Daniel Göttlich (Berlin) mit Segelpartner Linus Klasen, geht auch das Team Theresa Steinlein und Lina Plettner (Bayern) an den Start. Sie belegten 2016 bei der 420er-WM Platz 21. Vor Travemünde zeigten sie sich in den ersten fünf Wettfahrten in Bestform. „Wir sind sehr zufrieden über die Ergebnisse und wären nicht davon ausgegangen, dass wir die ersten vier Wettfahrten alle mit dem ersten Platz abschließen“, berichtet Theresa mit großer Freude. Die Frage, warum sie nach dem Opti in die Klasse der 420er gewechselt ist, kann sie schnell beantworten: „Das war schon immer unser Traum.“ Die beiden Mädchen haben gemeinsam die Ausbildung im Bayrischen Yacht-Club im Opti mit acht Jahren begonnen und wechselten mit 13 Jahren in den 420er. Wolfgang Stückl, Vorsitzender der deutschen Klassenvereinigung, erklärt, dass der 420er das perfekte Ausbildungs- und Jugendboot sei, bei dem nicht nur technische und taktische Grundlagen des Segelns bestens vermittelt werden, auch die Teamfähigkeit werde gefördert und gefordert. „Die Kommunikation zwischen Steuermann und Vorschoter, auch mal Kompromisse eingehen, um am Ende ein gemeinsames Ziel zu erreichen, spielen eine bedeutende Rolle in der Jugendarbeit mit dem 420er.“

Die 420er segeln in Travemünde auf Bahn Delta und haben einen weiten Weg zur Bahn. Nicht alle Teams haben das auf Anhieb realisiert, wie sich zum Regatta-Auftakt am Montag zeigte. „Zeitlich war es wirklich eng und schwierig, pünktlich zum Start bei der Bahn zu sein“, berichtete NRV-Trainer Anton Schmatz. Man brauche beinahe eine Stunde, um Boote und Segler zur Regattabahn zu schleppen, erklärt er. Moritz Stegmann, Wettfahrtleiter der IDJM der 420er sagte dazu, dass „alles regelkonform verlief“. Er wurde versucht, auf alle Segler Rücksicht zu nehmen. „Es ist nicht immer ganz einfach, gerade bei so einem großen Regattafeld, aber am Ende ist es eine Meisterschaft.“ Der Mittwoch verlief umso besser – Wetter- und Windbedingungen stimmten. Drei gute Wettfahrten konnten bei Wind mit durchschnittlich neun Knoten gesegelt werden. Ein stärkerer Winddreher sorgte zwischenzeitlich dafür, dass eine laufende Wettfahrt unterbrochen werden musste, um den Kurs neu zulegen. Das führende Team Steinlein/Plettner wird gefolgt von Göttlich/Klasen.

Veröffentlicht am : 27.07.2017