Travemünder Woche

Langstrecken-Zieleinlauf mit Tücken

Ein Rennen durch die Nacht birgt so manche Tücken, und selbst der Zieleinlauf bei Tage ist nicht ohne Hürden. Diese Erfahrungen machten die elf Crews bei der Langstrecken-Regatta der Travemünder Woche.

 Die "Adamas" kam als zweite Yacht im Ziel an. Foto: segel-bilder.de

Die "Adamas" kam als zweite Yacht im Ziel an. Foto: segel-bilder.de

Ein Rennen durch die Nacht birgt so manche Tücken, und selbst der Zieleinlauf bei Tage ist nicht ohne Hürden. Diese Erfahrungen machten die elf Crews bei der Langstrecken-Regatta der Travemünder Woche, die die Crews auf verkürzter Strecke, und damit über 80 Seemeilen, aus der Lübecker Bucht in einem Bogen um Fehmarn führte, von dort nach Süden an die Mecklenburger Küste und schließlich wieder zurück in Richtung Travemünde. Das erste Schiff im Ziel war die Hamburger „Inschallah“ von Carl-Peter Forster.

Nach einem guten Start vor dem Brodtener Steilufer und einer zügigen Reise in Richtung Fehmarn wurde die Flotte mitten in der Nacht auf dem Weg Richtung Mecklenburger Küste von einer langanhaltenden Flaute erwischt. Die Karten wurden dadurch ständig neu gemischt. Das Feld, das zunächst weit auseinandergezogen war, rückte wieder zusammen. Kleine, private Windstriche sorgten für große Veränderungen. „Der Start war toll. Unter Code-Zero sind wir bei zwölf Knoten Wind mit über acht Knoten Geschwindigkeit schön die Küste hochgezogen“, berichtete Jan Peters von der „Adamas“, die am Ende die zweite Yacht im Ziel war. „In der Nacht hatten wir dann aber plötzlich den Eintonner neben uns, den wir vorher schon weit hinter uns gelassen hatten.“ Diese Nervenprobe, als die kleineren Yachten von hinten aufkamen, überstand nicht jedes Ausrüstungsteil unbeschadet. „Da beißt man schon mal ins Lenkrad“, so Peters. Doch als der Wind wieder aufkam, konnten die vorderen Yachten ihren Vorsprung wieder ausbauen.

Grund für eine gehörige Portion Ärger hatte die Crew der „Inschallah“, die auf dem letzten Schlag viel Zeit verschenkte. Sie vermutete das Ziel fälschlicherweise vor der Travemündung, fuhr so einen zusätzlichen Bogen und rauschte schließlich unter Gennaker in das weiter nördlich gelegene Ziel.

Auch für die kleinste und damit langsamste Yacht im Feld war der Zieldurchgang kein wahres Vergnügen. Die „Austera“ von Jens Ansorge geriet kurz vor dem Abschluss noch einmal in eine kräftige Schauerböe. „Für das große Vorsegel war das zu viel. Da mussten wir noch einmal das Vorsegel wechseln und beim Groß ein Reff einbinden. Das hätte nicht sein müssen“, so Ansorge. Ansonsten habe die Crew die Nacht aber genossen und für die 21,5 Stunden auf See auch genug Verpflegung dabei. „Es war alles gut, wir haben in der Nacht sogar ein paar Stunden schlafen können.“

Auch die „Adamas“ war glücklich mit der Langstrecke. Peters: „Es war eine Herausforderung und ein Erlebnis. Das kann gern wiederholt werden. Jetzt brauchen wir ein Bier und dann ein Bett.“

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Veröffentlicht am : 28.07.2017