Branchengespräch Interboot

SUP, Kats und Motorboote boomen

Alle Branchensegmente im Wassersport profitieren von dem ungebrochenen Aufwärtstrend – wenngleich in unterschiedlichem Umfang. „Doch kein Segment schwächelt“, so Sonja Meichle Vizepräsidentin des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) und Geschäftsführerin von Ultramarin beim traditionellen Branchengespräch auf der Interboot in Friedrichshafen.

Im Bild v.l.: Andreas Kling (Moderator), Peter Grimm, einer der Geschäftsführer Brunnert Grimm AG, Karsten Baas, General Manager Hanse Vertriebs GmbH (Deutschland), Ariane Vonwiller, Vizepräsidentin des schweizerischen Bootbauer-Verbandes, Zofingen, Schweiz und Geschäftsführerin der Yachtwerft Portier AG, Sonja Meichle, Vizepräsidentin des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft und Geschäftsführerin von Ultramarin, Meichle + Mohr Marina in Kressbronn-Gohren, Bernd Flügel, Geschäftsführer bei F2 INTERNATIONAL SPORTS GMBH und Klaus Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen.

Im Bild v.l.: Andreas Kling (Moderator), Peter Grimm, einer der Geschäftsführer Brunnert Grimm AG, Karsten Baas, General Manager Hanse Vertriebs GmbH (Deutschland), Ariane Vonwiller, Vizepräsidentin des schweizerischen Bootbauer-Verbandes, Zofingen, Schweiz und Geschäftsführerin der Yachtwerft Portier AG, Sonja Meichle, Vizepräsidentin des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft und Geschäftsführerin von Ultramarin, Meichle + Mohr Marina in Kressbronn-Gohren, Bernd Flügel, Geschäftsführer bei F2 INTERNATIONAL SPORTS GMBH und Klaus Wellmann, Geschäftsführer der Messe Friedrichshafen.

Einen Sonderstatus nimmt dabei der Funsport ein. Nachdem der Umsatz im Surfbereich seit Jahren sinkt, hat sich SUP zum Nachfolger entwickelt. Den Zeiten, in denen ein Surfbrett auf dem Autodach zum guten Ton gehörte, folgt jetzt die SUP-Welle. Bei 400 Euro beginnt die Preisskala der Bretter, das Gewicht von einst 22 Kilogramm wurde auf acht reduziert. „600.000 Bretter in Europa und 40.000 in Deutschland seinen verkauft worden, und „für 2018 erwarten wir einen Zuwachs von 100 Prozent“, erklärte Bernd Flügel, Geschäftsführer bei F2 International Sports. Mit diesen Zuwachszahlen sticht der SUP-Bereich aus der insgesamt boomenden Wassersportbranche noch einmal positiv heraus. Aber auch im Neubootsegment rechnen die Hersteller mit deutlichen Umsatzzuwächsen. Diese Entwicklung ist das Resultat des anhaltenden Trends zu größeren Yachten. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Segel-Katamaranen weiterhin zunimmt. Diesem Trend folgen natürlich auch die beiden führenden deutschen Bootshersteller Bavaria und HanseGroup. Nachdem Bavaria bereits 2014 Nautitech übernommen hatte, erwarb das Investment-Unternehmen Aurelius, Mutter der HanseGroup, nun den französischen Kat-Hersteller Privilège. „Zehn Jahre nach der Finanzkrise sind wir mit zweistelligem Zuwachs auf dem richtigen Weg“, so Karsten Baas, Generalmanager der Hanse Vertriebs GmbH aus Greifswald. Zwar würden noch deutlich mehr Segelboote bei Hanse gebaut, aber der große Zuwachs resultiere aus dem Motorboot-Sektor. Ein Zustand, der Peter Grimm natürlich besonders erfreute. Der Geschäftsführer der Schweizer Motorboot-Werft Brunnert Grimm bestätigte den Trend. Das Unternehmen feierte in Friedrichshafen sein 100-jähriges Jubiläum. Auch die Vizepräsidentin des schweizerischen Bootbauer-Verbandes, Ariane Vonwiller, bestätigte diese Entwicklung. Die Schweiz stellt traditionell ein großes Ausstellerkontingent in Friedrichshafen. Und Messechef Klaus Wellmann bekräftigte: „Wir haben ein hochkarätiges Einzugsgebiet“. Seit Einführung des Internets seien Messen in der Diskussion, doch als Kommunikationsplattform und als Marktplatz für Geschäfte von Angesicht zu Angesicht seien Messen nicht zu ersetzen. Auf der Messe werde das Wort „begreifen“ mit Leben erfüllt, und es werde Wassersport zum Mitmachen auf dem Messesee und im Interboothafen geboten, so Wellmann. „Es gilt, die Einstiegs-Hemmschwelle so niedrig wie möglich zu legen. Mit der Welle in der Halle, dem Messesee und dem Hafen machen wir das“, so der Messechef, der seinen Vertrag gerade auf unbefristete Zeit verlängert hat.
Weltweit soll der Motorboot-Bereich 85 Prozent ausmachen, ganze 15 Prozent bleiben für den Segelsport. Auch bei der Interboot ist es zu einer Umverteilung gekommen. „Waren es früher 65 bis 80 Prozent Segelboote, so hat sich das bis heute gedreht“, so Dirk Kreidenweiß, Projektleiter der Interboot. In der Marina von Meichle + Mohr in Kressbronn-Gohren haben die Segelboote mit 60 Prozent allerdings noch das Übergewicht. Primus der Branche bleibt der Bereich „Service & Wartung“. Keines der befragten Unternehmen sprach von Umsatzrückgängen im Vergleich zum Vorjahr: 100 Prozent Zufriedenheit, mehr geht nicht! Seit Jahren nimmt die Anzahl der Bootseigner zu, die ihr gutes Stück lieber von einem Fachbetrieb warten lassen, als selbst Hand anzulegen. Der Erfolg dieses Marktbereiches hat allerdings auch seine Schattenseiten. Viele Unternehmen arbeiten inzwischen an der Kapazitätsgrenze. Das führt zu Engpässen in der Saison und beeinträchtigt die Kundenzufriedenheit. Dringend notwendiges zusätzliches technisches Personal hingegen ist Mangelware Die Wassersportwirtschaft erwartet für 2017 mit mehr als zwei Milliarden Euro einen Rekordumsatz an maritimen Gütern und Dienstleistungen. Die Wassersportbranche brummt. So könnte man das Ergebnis der Konjunkturumfrage des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft zur Jahresmitte 2017 zusammenfassen. 86,6 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr alsn gleich gut oder besser. Dies ist der höchste Wert seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Selbst kritische Fragen des Moderators Andreas Kling und der anwesenden Journalisten wurden lächelnd beantwortet. Die Wassersport-Branche boomt – ohne Wenn und Aber. Fehlendes Personal und eine eventuell drohende Überhitzung sind die kleinen Stellschrauben, an denen jetzt gedreht wird. (Hermann Hell)

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Veröffentlicht am : 26.09.2017