Wiege der Kegelrobben

Gute Kinderstube

Der Verein Jordsand betreut gemeinsam mit den Naturschutzbeauftragten der Gemeinde Helgoland den Kegelrobbenbestand. Seit der ersten Kegelrobbengeburt im Jahr 1996 steigt die Geburtenzahl der streng geschützten Raubtiere jährlich (Wurfsaison 2015/16: 317 Jungtiere). Laut aktuellem Stand liegen aktuell 280 Jungtiere auf der Düne.

Gute Nachrichten: Der Bestand an Kegelrobben steigt wieder. (Foto © Gundolf Reichert / Nationalparkverwaltung)

Gute Nachrichten: Der Bestand an Kegelrobben steigt wieder. (Foto © Gundolf Reichert / Nationalparkverwaltung)

Mit dem zunehmenden Interesse, das Naturschauspiel zu beobachten, wachsen auch die Herausforderungen, die Begegnung von Besuchern und Tieren auf der Düne sicherzustellen. In den vergangenen Jahren haben der Verein Jordsand und die Gemeinde Helgoland regelmäßige Führungen und eine Besucherlenkung auf der Düne angeboten. 2016 wurde zusätzlich mit dem Bau eines Bohlenwegs auf dem Kamm der Dünen am Nordstrand begonnen. Den Besuchern wird es so aus einer einmaligen Perspektive möglich sein, dem Naturphänomen beizuwohnen. Besonders bei Hochwasser kann der Nordstrand eng und damit schwer zugänglich sein. Der Bohlenweg soll es ermöglichen, trotzdem einen Blick auf die Kinderstube der Robben und den Strand zu werfen.
Als zusätzliche Informationsquelle hat die Kurverwaltung Helgoland ein Faltblatt mit Tipps und Verhaltensmaßregeln vorrätig. Auf dem Weg zur Düne werden zudem Gäste auf der Dünenfähre bereits im Vorfeld sensibilisiert. Die Gäste sollten einen Mindestabstand von 30 Metern einhalten, um die Tiere nicht zu stören. Doch nicht nur die Helgoländer Düne ist ein guter Lebensraum und Kindergarten für Kegelrobben: Beim ersten Zählflug dieser Saison wurden jetzt im niedersächsischen Wattenmeer 447 Kegelrobben gezählt, davon waren 291 Erwachsene und 156 Jungtiere (2015: 188 Erwachsene und 85 Jungtiere). Sämtliche Jungtiere wurden im Teilgebiet Osterems (Borkum-Juist) gesichtet, wobei die unbewohnte und vom Menschen ungestörte Kachelotplate die Kegelrobben-Kinderstube schlechthin ist. Diese Abgeschiedenheit, verbunden mit der Ungestörtheit der Kachelotplate ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere. Die ersten Lebenswochen verbringen junge Kegelrobben an Land. Erst wenn sie sich mithilfe der fettreichen Muttermilch eine dicke Speckschicht zugelegt haben, tauschen sie ihr kuscheliges weißes Geburtsfell gegen den schwimmtauglichen Kurzhaar-Pelz und erobern das nasse Element. „Die Kachelotplate ist ein Paradebeispiel für das Konzept‚ Natur Natur sein zu lassen‘“, erklärt Richard Czeck, Meeressäuger-Experte bei der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer. „Wenn wir bestimmte Bereiche komplett der natürlichen Entwicklung überlassen, passieren so schöne Dinge wie die Wiederansiedlung der Kegelrobbe, die über Jahrhunderte aus dem Wattenmeer verschwunden war“. In jedem Winterhalbjahr werden die Kegelrobben im niedersächsischen und hamburgischen Wattenmeer aus der Luft gezählt. Vom Beginn der Geburtssaison (November/Dezember) bis zum Haarwechsel (April) finden mehrere Zählflüge statt, die im Anschluss in der Gesamtschau für alle Wattenmeer-Zählgebiete ausgewertet werden. 2015 wurden im niederländisch-deutsch-dänischen Wattenmeer mehr als 4500 Kegelrobben gezählt. (tk/NDS Watt Neues)

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Veröffentlicht am : 03.01.2017