Kieler Woche/Segelbundesliga

Segelbundesliga fühlte sich wohl vor Kiel

Die Segelbundesliga ist in der Kieler Woche angekommen: Trotz teils schwieriger Windbedingungen gelang der Liga-Wettfahrtleitung um Claudia Langenhan (Hamburg), ein fast komplettes Programm auf die Bahn in Sichtweite des Olympiazentrums von Schilksee zu zaubern: 45 der ursprünglich 48 angesetzten Wettfahrten konnten beim ersten Kieler-Woche-Auftritt der Liga durchgezogen werden.

Konnte sich auch bei schwierigen Bedingungen von Kiel behaupten: das Team des NRV um Tobias Schadewaldt. Foto: DSBL/Lars Wehrmann

Konnte sich auch bei schwierigen Bedingungen von Kiel behaupten: das Team des NRV um Tobias Schadewaldt. Foto: DSBL/Lars Wehrmann

Ein dickes Ausrufezeichen konnte der NRV Hamburg hinter den dritten Liga-Spieltag dieser Saison setzen. Mit dem Sieg vor Kiel schoben sich die Meister von 2013 und 2014 an die Spitze der aktuellen Tabelle.

Tobias Schadewaldt, Olympia-Teilnehmer von 2012 im 49er, ist ein Erfolgsgarant für den NRV. Im vergangenen Jahr gab er sein Liga-Debüt für den NRV und bescherte seinem Team einen Spieltag-Sieg, in diesem Jahr kehrte er in die Mannschaft zurück, und prompt landeten die Hamburger in Lindau auf Platz zwei und nun auf Platz eins. „Das Liga-Boot, die J/70, liegt offenbar meinen Fähigkeiten. Man braucht eine gute Strategie, und die haben wir als Mannschaft auf den Kurs gebracht“, so Schadewaldt, der von der guten Teamarbeit im NRV-Team schwärmte: „Es war bei den Bedingungen sehr wichtig, die Böen auszufahren. Und dafür habe ich sehr gute Ansagen bekommen.“ So war das NRV-Boot schnell unterwegs, obwohl sich Schadewaldt und Crew oft durch das Feld arbeiten mussten. „Mit den Starts waren wir nicht zufrieden, waren oft nicht vorn dran. Aber wir haben auf der Kreuz viel aufgeholt, oft die richtige Seite gewählt. Mental war das allerdings sehr anstrengend.“

Mit fünf Rennsiegen bei ihren 15 Starts in Kiel erzielten die Hamburger zwar nicht die Topzahl an Siegen, aber sie vermieden eben auch die Ausreißer nach unten, und das war schließlich der Schlüssel zum Erfolg. Und so konnte Schadewaldt zum Liga-Auftritt dann auch ein kurzes, knackiges Fazit ziehen: „Traumhaft! Es war sehr abwechslungsreich mit allen Bedingungen in den drei Tagen – von Stark- bis Schwachwind. Damit war für jeden etwas dabei.“

Der Sieg von Kiel bringt die Hamburger nun in die Favoritenrolle für den Meistertitel, zumal Schadewaldt bei den verbleibenden drei Spieltagen zweimal das Ruder übernehmen wird. Auf Platz zwei in der Saisontabelle steht das Team des SCM Überlingen, das bei den beiden ersten Events auf dem Chiemsee und dem Bodensee gut vorgelegt hatte, sich in Kiel aber mit Rang zehn begnügen musste. Platz drei in Kiel und in der Saisontabelle belegt der Berliner Yacht-Club.

Eine starke Performance vor Kiel lieferte die SKW Bremen ab. Der Aufsteiger begann am Chiemsee mit Platz 13, ließ auf dem Bodensee einen siebten Rang folgen und kam in Kiel als Zweiter richtig gut in Fahrt. „Wir sind sehr zufrieden. Gestern hatte uns ein Ausrutscher zum Tagesabschluss noch ein wenig die Stimmung verhagelt, aber wir haben das analysiert und sind heute gut gefahren“, sagte Steuermann Gordon Nickel. Bis zum letzten Rennen hatten die Bremer sogar noch die Chance auf den Spieltag-Sieg: „Aber die Hamburger haben das sehr souverän gemacht und die Führung nicht mehr aus der Hand gegeben. Deshalb ist alles perfekt für uns. Wir wollen da nicht zu hoch greifen“, so Nickel, der als Aufsteiger an dem Ziel festhält, nicht abzusteigen.

Segelbundesliga

Das Siegerteam der Segelbundesliga um Tobias Schadewaldt vom NRV ließ sich nur bei der Siegerehrung von den Gegnern nass machen. Foto: Kieler Woche/segel-bilder.de

Aus Sicht der Bundesliga-Organisatoren war der Auftritt zur Kieler Woche ein Volltreffer für das im fünften Jahr bestehende Liga-Format. „Das hat extrem gut gepasst. Es ist zwar ein ganz anderes Setup, wenn man in ein Großevent integriert ist, als bei einem ausschließlichen Bundesliga-Event. Aber wir wurden super aufgenommen, und die Übertragung auf der Audi-Bühne war perfekt“, sagte Laura Hatje, die Projektleiterin der Segelbundesliga. „Die Windbedingungen waren schwierig, aber sie waren auch für alle Teams gleich.“ Eine Wiederholung der Bundesliga zur Kieler Woche konnte sie sich gut vorstellen. Darüber würden die Gespräche in den kommenden Wochen beginnen.

Kieler Woche Terminplan: Kieler Woche, Teil I (17.-20. Juni) 2.4mR (open), 29er (Euro Cup), 505, Albin Express, Contender, Europe, Flying Dutchman, Folkeboot, Formula18, Hobie16, J/24, Laser 4.7, Laser Rad. (open), OK-Jolle

Kieler Woche, Teil II (21./22.-25. Juni) Para World Sailing Championships (2.4mR, Hansa 303 m, Hansa 303 w), 470 M/W, 49er M, 49erFX (open), Finn M, Laser Rad. W, Laser Std. M, Nacra17 Mix, 21.-25. Juni. 420, J/70, J/80, Melges24 (European Sailing Series), 22.-25. Juni.

Kieler Woche, ORC (17.-24. Juni) Welcome Race (Kiel - Eckernförde - Kiel) 17.-18. Juni. Kiel-Cup Alpha, 19.-21. Juni. Senatspreis, 22. Juni. Silbernes Band, 23.-24. Juni.

Kieler Woche, Klassiker (17.-20. Juni) Rendezvous der Klassiker, 17. Juni. 5.5mR & 12mR Trophy, 18.-19. Juni.

Kieler Woche, Segel-Bundesliga 1.Bundesliga, 17.-19. Juni.

Kieler Woche, Aalregatta Aalregatta (Kiel – Eckernförde – Kiel) 17.-18. Juni.

Informationen zur Kieler Woche 2017 unter www.Kieler-Woche.de

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Veröffentlicht am : 19.06.2017