Segelbundesliga

NRV Hamburg jagt dem DTYC den Titel auf der Zielgeraden ab

Mit einer Achterbahnfahrt der Leistungen ist die Saison der Segel-Bundesliga zu Ende gegangen. Erst am finalen Tag der Serie entschied sich das Titelrennen. Und der NRV Hamburg durfte zum dritten Mal die Meisterschale in die Luft stemmen. Die Geschlagenen waren die Titelverteidiger: Der DTYC aus Tutzing war als Führender in den Abschlusstag gegangen, musste sich aber mit dem Vizetitel begnügen.

Der NRV (rechts) hatte zzum Abschuss den besten Richer bei den Starts und auf der Bahn. Foto: ra

Der NRV (rechts) hatte zzum Abschuss den besten Richer bei den Starts und auf der Bahn. Foto: ra

Die Meisterschaft entschied sich erst im allerletzten Rennen der Saison: Bis dahin hatte der in dieser Saison überraschend starke SMC Überlingen noch die Chance, den Hamburgern den Titelgewinn streitig zu machen. Der DTYC war schon vorher aus dem Dreikampf um die Meisterschaft ausgeschieden, hatte im Verlaufe des letzten Tages zu schlechte Ergebnisse eingefahren. In Berlin mussten sich die Tutzinger gar mit dem drittletzten Platz begnügen, konnten damit aber die Bodensee-Mannschaft knapp auf Distanz halten.

In der Abschlusswettfahrt lieferten die Hamburger ein perfektes Rennen ab. Vom Start weg agierten sie an der Spitze mit, führten das Feld schon an der ersten Tonne an und konnten sich dann bis zum Ziel deutlich von der Konkurrenz absetzen, um im Ziel in einer Jubeltraube und Luftsprüngen an Bord zu feiern. Anschließend war NRV-Steuermann Tobias Schadewaldt mit seiner Crew David Heitzig, Klaas Höpcke und Malte Päsler indes nahezu sprachlos. Der Olympiateilnehmer von 2012 hatte sich im Laufe des Tages ganz auf sich selbst konzentriert und musste erst aus diesem Fokus herauskommen. In einem engen Zieleinlauf der weiteren Mannschaften verspielten die Überlinger noch die Chance auf Platz zwei in der Meisterschaft, als sie die Ziellinie lediglich auf dem sechsten und letzten Platz passierten und damit in Berlin nicht über den 13. Platz hinaus kamen.

Nur drei Mannschaften waren nach den fünf Stationen der Liga auf dem Chiemsee, dem Bodensee, der Kieler Woche und Travemünder Woche sowie dem Event vor Glücksburg an den Wannsee nach Berlin gereist. Und obwohl der SMC Überlingen, der NRV Hamburg und der DTYC aus Tutzing nicht ihre besten Leistungen abriefen, lieferten sie doch einen spannenden Titelkampf, der nicht wechselvoller hätte sein können. Nach Tag von Berlin hatten sie die Überlinger an die Tabellenspitze gesegelt und durften sich für eine Nacht mit ihrer großen Anhängerschar als Meister fühlen. Dann fanden die Tutzinger besser in die Spur und setzten sich in der Meisterschaftswertung wieder knapp an die Spitze vor dem NRV Hamburg.

Und der Start in Tag drei lief auch ganz im Sinne des Titelverteidigers. Während die Hamburger patzten und ihr ersten Tagesrennen auf dem letzten Platz beendeten, segelten die Tutzinger as Sieger durch das Ziel und bauten ihren Vorsprung aus. Doch dann drehte der Wind leicht nach links, legte leicht zu und war damit auf dem Wannsee deutlich besser zu lesen. Perfekte Bedingungen für Tobias Schadewaldt: „Am Morgen war es von den Bedingungen sicherlich grenzwertig zu segeln. Als dann der Wind aber besser wurde und man die Böen besser erkennen konnte, haben wir uns vorgenommen, nur nach vorn zu schauen. Und das hat gut geklappt. Wir haben unsere Rennen gesegelt und nicht auf die anderen geschaut.“

Die Gegner erwiesen sich dann als faire Verlierer: DTYC-Steuermann kam auf dem Steg zum NRV-Boot, nahm Tobias Schadewaldt in die Arme und gratulierte herzlich: „Glückwunsch, super gesegelt. Ihr habt es Euch verdient.“

Mit der Vizemeisterschaft dürfen Julian Stückl und seine Mannschaft Sebastian Bühler, Phil Blinn und Luis Tarabochia aber ebenso mit der Teilnahme an der Champions League planen wie die Drittplatzierten vom SMCÜ (Steffen Heßberger, Dominic Fritze, Sven Heßberger, Dominik Waibel). Außerdem sind der WV Hemelingen und die SKW Bremen als Vierte und Fünfte der Liga für die Champions League qualifiziert. Den Abstieg in die Zweite Liga müssen der Lübecker YC, der Potsdamer YC, der Hamburger SC und der Schweriner YC verkraften.

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Veröffentlicht am : 04.11.2017