Extreme Sailing Series in Hamburg

„The Wave“ verliert Führung an Gazprom Team

Führungswechsel am zweiten Tag der Extreme Sailing Series™ in Hamburg: Skipper Leigh McMillan und seine Crew der „The Wave, Muscat“ aus dem Sultanat Oman büßten am Freitag (24. Juli) nach weiteren sieben wechselhaften Rennen die Spitzenposition ein.

Hinter dem russischen Team Gazprom (111 Punkte) und SAP Extreme Sailing Team (Dänemark, 107) sind die zweimaligen Gesamtgewinner einen weiteren Zähler zurück nur noch Dritte. Konstant auf Platz sechs hielt sich die Segelcrew der „Oman Air“ unter Skipper Stevie Morrison, haderte jedoch vor allem mit umstrittenen Juryentscheidungen. Das einheimische Team Extreme Germany mit dem Kieler Steuermann Paul Kohlhoff ließ vor etlichen tausend Zuschauern in der Hafencity einige Male sein Können aufblitzen, blieb jedoch unterm Strich Schlusslicht.
„Es war leichter Wind, sehr drehend und löchrig, wirklich unheimlich trickreich“, fasste Ali Al Balashi die Segelbedingungen auf der Elbe zusammen. Der Vorschiffsmann der „Oman Air“ lag häufig weit vorne auf den schmalen Rümpfen des 12-Meter-Katamarans, um für einen optimalen Gewichtstrimm zu sorgen. Doch das half nur temporär, weil die östliche Brise immer wieder auch kräftigere Böen in die 15-minütigen Kurzrennen einstreute. Manchmal parkten die Zweirumpfboote unterhalb vor dem Südufer des Hamburger Hafens in der Flaute, während direkt vor den Augen der zahlreichen Zuschauer „die Post abging“.

Wie dicht Freud und Leid, Erfolg und Misserfolg beieinander lagen, zeigte das vierte Rennen. Die „Oman Air“ startete erstklassig und übernahm sofort eine klare Führung. Doch plötzlich ein Pfiff auf dem Schiedsrichterboot, und die Mannschaft musste einen 360-Grad-Strafkringel um sich selbst drehen. Was war passiert? Beim Start war der italienische Steuermann Lorenzo Bressani an Bord der Lino Sonego gestürzt und hatte den Pinnenausleger aus der Hand verloren. Die anschließende, leichte Kollision mit der „Oman Air“ sah aber aus, wie deren Vorfahrtsverletzung.

„Die Jury hat wohl nur die Hälfte des Vorfalls richtig gesehen“, glaubte Morrison, „aber sie haben wieder uns bestraft. Wir haben mehrere Strafen bekommen, obwohl aus unser Sicht nur eine berechtigt war.“ Darüber wollte der Skipper mit den Schieris noch reden. „Aber besser morgen vielleicht, denn jetzt bin ich zu verärgert“, so der Brite. Stevie Morrison augenzwinkernd: „Wir gehen lieber Eis essen und holen uns gute Laune zurück. Oder vielleicht sollten wir der Jury ein paar Kugeln spendieren?“

Noch düsterer waren die Mienen bei der Crew von „The Wace, Muscat“. Dabei wusste Pete Greenhalgh noch gar nicht, dass sie Platz eins räumen mussten. „Wir haben wirklich nicht gut gesegelt. Die Strategie vor den Starts war gut, aber wir haben sie selten wie geplant umsetzen können. Es hat sich oft ganz anders entwickelt“, erklärte der Weltklasse-Trimmer.

Ähnlich sah es der Skipper, der sogar ein wenig frustriert war. „Abgesehen von einigen streitbaren Juryentscheidungen, die uns nicht gerade bevorteilt haben, war auch viel Pech dabei“, so McMillan, „wir haben hart gekämpft, aber mancher Winddreher war schlichtweg nicht vorauszusehen.“ Seine direkten Gegner um die Spitzenposition hatte der Steuermann unterwegs schon im Auge, „aber vor dem Rennen wollen wir zunächst immer unser eigenes segeln. Wenn wir SAP und Gazprom dann auf dem Kurs treffen, ist es aber schon ein direkter Dreikampf.“

Für den dritten von vier Renntagen am Sonnabend (25. Juli) gibt es eine heikle Windvorhersage. Zum Wochenende soll ein kurzer Sommersturm über Norddeutschland hinwegziehen, der die von 14 bis 17.30 Uhr geplanten Wettfahrten gefährden könnte. Oder aber es gibt auf dem engen Revier besonders spektakuläre Starkwindaction zu sehen. „Wir fürchten das nicht und ich schon gar nicht“, meinte „The Wave“-Crewmitglied Nasser Al Mashari, „wir nehmen jede Herausforderung an.“

Zwischenstand nach dem zweiten Tag von Act5 der Extreme Sailing Series™ in Hamburg:

Gazprom Team Russia (Russland) - 111 Punkte SAP Extreme Sailing Team (Dänemark) - 107 The Wave, Muscat (Oman) - 106 Red Bull Sailing Team (Österreich) - 91 Team Turx powered by Kaya Ropes (Türkei) - 87 Oman Air (Oman) - 80 Lino Sonego Team Italia (Italien) - 71 GAC Pindar (Großbritannien) - 67 Extreme Team Germany (Deutschland) - 34

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Veröffentlicht am : 24.07.2015