SKWB-Hochseeseglerabend

Neun Hochseesegler-Preise in Bremen vergeben

Seit 81 Jahren findet der Hochseeseglerabend der Segelkameradschaft „Das Wappen von Bremen“ (SKWB) in Bremen statt. Ein traditioneller Bestandteil des Abends im Rathaus zu Bremen ist die Vergabe der Hochseesegler-Preise. Vor rund 350 Gästen wurde die acht Preise der SKWB und der Offshore-Preis der RVS (Regattavereinigung Seesegeln) verliehen.

Die Preisträger der Hochseeseglerpreise 2017 wurden vom Preisausschuss der SKWB unter ihrem Preisausschussvorsitzenden Jan Helms benannt. Zum Preisausschuss gehören der 2017 neugewählte Vereinsvorsitzende Michael Rapp, der ebenfalls neugewählte Segelmeister Christian Hetzer und der Vorsitzende des Schifferrats, Hans-Hermann Siemers. Auch am 81. Hochseeseglerabend konnten außergewöhnliche und navigatorisch sowie seglerisch anspruchsvolle Reisen ausgewählt werden.
Alles Wichtige über den Abend lesen Sie in der nächsten Segler-Zeitung um im nächsten Sportschipper.

Goldener Kompass
an „Morning Haze“ Der 1937 erstmalig vergebene „Goldene Kompass“ ist der älteste deutsche Preis, der im Segeln vergeben wird. Er wird für besondere seglerische Leistungen auf Nordsee, Atlantik oder anderen Ozeanen vergeben. Die „Morning Haze“ vom Norddeutschen Regatta-Verein überzeugte die Jury mit der 4609 Seemeilen langen Reise von Ende Juli bis Anfang September 2017. Die „Morning Haze“ segelte die Nordwestpassage von Aasiaat (Grönland) durch die Bellotstraße nach Nome (Alaska). Silberner Globus für „Wappen von Bremen“ Der Silberne Globus wird an Schiffsführer von Mannschaftsschiffen für hervorragende Reisen über die offene See vergeben. Ansonsten sind die Vergabekriterien bewusst offen gehalten. Den Preis gewann die neugebaute „Wappen von Bremen“.
Eine ausführliche Vorbereitung wegen der Brückenhöhen und Tiefen der zu befahrenden Seen und Gewässer zeichneten die Reise aus, bei der ein russisch sprechendes Crewmitglied Voraussetzung war.
Die Barentssee war bisher Neuland für die Schiffe der SKWB und stellten eine große Herausforderung dar. Skandinavien Rund mal anders: Außenherum und außergewöhnlich. „Aquis Granus“ gewinnt den „Tanja Pokal“ Statt die SY „Aquis Granus“ des Akademischen Segelvereins Aachen e.V. (ASV) im Anschluss an die Edinburgh-Regatta direkt zum Start des Fastnet-Races zu bringen, entschließt sich die Crew unter Schiffer Christian Fimmers zu einer Reise „Schottland-Rund“. In diesem anspruchsvollen Fahrtgebiet werden auch die Orkneys, Faröer und Hebriden angelaufen.

Nachwuchspreis an die Kieler „Zukunft“ Für den Franz-Perlia-Seefahrtspreis der Jugend gilt es, die seemännisch, seglerisch, navigatorisch und kameradschaftlich beste Reise einer Jugendcrew auszuzeichnen. Diese kann auch unter Begleitung von Erwachsenen erfolgen. Hier schaffte die „Zukunft“, Yacht der „Schulungsgruppe“ des Kieler Yacht Clubs (KYC), nach einjähriger Abstinenz den unterbrochenen Hattrick. Eine klassische Ostseereise mit 1.367 sm, die alles mit sich bringt, was die Jugend auf See zu Hochseeseglern macht. Das Durchschnittsalter betrug 21 Jahre.

Schmidt Gedächtnispreis an die „Tutima“ Der Rolf Schmidt Gedächtnispreis wurde dieses Jahr von der Familie Schmidt für die beste Yacht in ORCi I und II und ORCc I und II (International und Club) für die Regatten im Rahmen der Nordseewoche (Rund Helgoland und Helgoländer Acht) sowie für die Regatten Kiel – Eckernförde, Eckernförde – Kiel im Rahmen der Kieler Woche, sowie die Regatta „Blaues Band“ bzw. „Blau-Gelbes Band“ der Flensburger Herbstwoche ausgeschrieben. Kein Schiff hat an all dieser Regatten teilgenommen. Zur gerechten Bewertung wurde in diesem Fall ein „DNC“ gerechnet. Gewonnen hat in diesem Jahr die „Tutima“ mit Skipperin Kirsten Harmstorf-Schönwitz vom Mühlenberger Segel-Club (MSC) Hamburg.

Die Ansgarkette bleibt in Bremen Die Ansgarkette wird jährlich zwischen Schiffen des Hamburgischen Vereins Seefahrt (HVS) und der SKWB ausgesegelt. Die Ansgarkette erhält jenes Schiff, welches auf Regatten, auf denen die beiden Schiffe zusammengetroffen sind, das schnellere Boot war. In der Saison 2017 trafen die „HASPA Hamburg“ und die „Bank von Bremen“ zwei Mal aufeinander. Den Sieg in der Gesamtwertung konnte somit (trotz DNS bei der „Helgoländer Acht“) auch in diesem Jahr wieder die „Bank von Bremen“ der SKWB für sich verbuchen.

„Platoon“ gewinnt Bremer Schlüsselpreis Die Freie Hansestadt Bremen verleiht jährlich den Schlüsselpreis für Spitzenleistungen einer deutschen Yacht im Hochseeregattasegeln im Ausland. Unter mehreren herausragenden Kandidaten fiel die Wahl des Preisausschusses auf die „Platoon“. Eigner und Steuermann Harm Müller-Spreer hat sich mit der konstant erfolgreichen Teilnahme an Regatten in den USA und Europa mit seiner international besetzten Crew in besonderer Weise im Sinne der Stiftungsurkunde verdient gemacht.
Offshore Trophy für
„Broader View“ Die Offshore Trophy, von Oliver Berking (Flensburg) gestiftet, wurde 2017 erstmalig vergeben. Er ist ein Ergebnis der Kooperation zwischen den beiden Segelvereinen „Deutscher Touring Yacht Club“ (DTYC) und der SKWB. Der Preis wird für die Teilnahme an internationalen Offshore-Regatten bzw. an dazugehörenden Überführungsregatten vergeben. Die gesegelte Distanz muss mindestens 500 Seemeilen betragen. Erstmaliger Gewinner ist die „Broader View Hamburg“ (HVS) als Gewinner der Helgoland-Brest-Regatta (745 sm).

RVS-Offshore-Rangliste Den Abschluss der Ehrungen im Festsaal bildet seit 2009 die Preisübergabe der Offshore-Rangliste der Regatta Vereinigung Seesegeln. RVS-Vorstandmitglied Jürgen Klinghardt übergab den 1. Preis an die „Halbtrocken“ (Knut Freudenberg/Amrum/Deutscher Meister 2013 und 2017) sowie den 2. Preis an Daniel Baum mit seiner „Elan“ (Swan 48/Hamburg).

Wie beurteilen Sie die Wetterlage nach diesem Artikel?


Flaute
 
Brise
 
Böe
 
Sturm
 
Orkan
 
Regatta Alle Artikel
Veröffentlicht am : 04.11.2017