Jules Verne Trophy

Jules Vernes Fantasie halbiert: „Idec Sport“ in 40 Tagen um die Welt

Francis Joyon (60) hat mit seiner fünfköpfigen Crew das Unmögliche möglich gemacht! Heute erreichte das Team nach seiner Weltumrundung auf dem Trimaran „Idec Sport“ die Linie zwischen Cap Lizard und der vor Brest vorgelagerten Insel Quessant. Für die 45.000 km lange Route benötigte die „Idec“ nur 40 Tage, 23 Stunden, 30 Minuten und 30 Sekunden und stellte damit einen neuen Weltrekord auf.

Die Crew der "Idec Sport" feiert die Ankunft vor Brest. Foto Idec Sport

Die Crew der "Idec Sport" feiert die Ankunft vor Brest. Foto Idec Sport

Nach dem gescheiterten Versuch im vergangenen Jahr und einem abgebrochenen Anlauf im vergangenen November, erfüllte sich die Crew auf ihrer 31,50 Meter langen „Idec Sport“ nun den großen Traum und verbesserte die bisherige Rekordmarke von 2012 (45 Tagen 13 h 42 m und 53 s) um ganze 4 Tage und 16 Stunden. Damit sicherte sich die Crew die Jules-Verne-Trophy.

Nonstop-Weltumsegelungen finden im Winter auf der Nordhalbkugel der Erde statt, auf der Südhalbkugel ist dann Sommer, und es darf auf weniger chaotische Wetterbedingungen gehofft werden. Wer sich aber auf bis zu 62 Grad südlicher Breite vorwagt, das Kap Hoorn auf 56 Grad rundet, muss auch zu dieser Jahreszeit mit 60 Knoten Wind und Wellen bis zu 14 Metern rechnen. Es ist eine permanente Jagd, das Deck mit tonnenschwerer Wasserlast überflutet, die Augen brennend, die Hände gezeichnet von Salzwasser und Kälte. Große Sorge bereitet den Crews dabei die Meeresverschmutzung. Verlorene Container, Holz und jeglicher Müll könnten bei einer Kollision das abrupte Ende herbeiführen und die Crew in lebensgefährliche Situationen bringen. Diese Szenario blieb der „Idec Sport“ erspart.

Kontrastprogramm hat die zweifache Äquatorpassage zu bieten, dann leidet die Crew bei großer Hitze unter wenig Wind und muss versuchen auf der Rekordjagd die Schwachwindzone schnell zu verlassen.

Noch beim ersten Versuch 1993, die Erde frei nach dem Fabelrekord von Jules Verne in 80 Tagen zu umrunden, rechnete kaum jemand damit, dass diese Zeit möglich sein könnte. Experten warnten sogar, Multihulls seien für die gefährlichste Seeroute der Welt nicht geeignet. Zu instabil, zu leicht und vor allem zu schnell für meterhohe Wellen erschien ihnen die aus Karbon gebauten Multihulls für ein Seegebiet, wo normalerweise nur Frachtschiffe entlang fahren.

Damals klappte es gerade so mit 79 Tagen. Seither konnte die Rekordmarke achtmal geknackt werden, 20 Versuche scheiterten, aber nie kam ein Crewmitglied zu Schaden. Modernste Materialien lassen Rennyachten Geschwindigkeiten von bis zu 40 Knoten zu (74 km/h) erreichen. Aber auch eine große Portion Erfahrung steht für die Erfolgsstory der Jules Verne Trophy. Da wundert es nicht, dass ein Skipper wie Francis Joyon bereits 60 Jahre alt ist. Der Mann aus der Bretagne ersegelte schon viele Rekorde, darunter auch in Solofahrt um die Welt. Joyon gehört schon lange zu den großen Namen der Hochseerennszene.

Die Segelwelt erlebte in den vergangenen Wochen eine wahre Rekordflut durchlebte. Erst erreichte der Franzose Thomas Coville solo einen neuen Rekord um die Welt, dann meldete die Organisation der Vendée Globe ebenfalls neue Rekordmarken round the world.

Von: Konrad Kubisch

Wie beurteilen Sie die Wetterlage nach diesem Artikel?


Flaute
 
Brise
 
Böe
 
Sturm
 
Orkan
 
Regatta Alle Artikel
Veröffentlicht am : 26.01.2017