Segelbundesliga

Hochspannung zum finalen Akt der Bundesliga

Das Finale der Segelbundesliga spitzt sich zu einem dramatischen Fight zu. Im schwachen Wind auf dem Wannsee muss sich das Spitzentrio mit dem DTYC (Tutzing), dem NRV Hamburg und dem SMC Überlingen nach zwei Tagen mit mittleren Platzierungen zufrieden geben. Und so scheinen am letzten Tag der Liga 2017 noch viele Verschiebungen möglich, bevor im Kampf dieser drei Clubs der neue Meister feststeht.

Vor dem VSaW kämpfen die Ligateams um Titel und Klassenerhalt. Foto: Lars Wehrmann

Vor dem VSaW kämpfen die Ligateams um Titel und Klassenerhalt. Foto: Lars Wehrmann

Die Liga zeigte sich in diesem Jahr ausgeglichen wie nie – mit vielen Mannschaften, die immer mal wieder Spitzenergebnisse ablieferten. Und so war Beständigkeit das Geheimnis der drei Mannschaften an der Spitze der Tabelle. Der zweimalige Meister und Titelverteidiger DTYC segelte in allen bisherigen fünf Events in den Top-Sechs und fuhr damit als Tabellenführer nach Berlin zum Finale beim VSaW, der damit sein Jahr des 150-jährigen Bestehens sportlich beendet. Der NRV, im Premieren- und im Folgejahr der Liga zweimal Meister, und der überraschend starke SMCÜ hatten im Saisonverlauf zwar größere Ausschläge als der DTYC, waren aber auch stets unter den Top-Ten bei den einzelnen Events zu finden und bildeten somit die beiden einzigen Mannschaften, die das historische Titel-Triple der Bayern noch verhindern könnten.

Und das Bodensee-Team aus Überlingen hatte den besten Start des Trios in die finale Runde. Während die Favoriten aus Hamburg und Bayern schwächelten, punktete der Underdog, war nach Tag eins von Berlin der virtuelle Meister. Doch das Bild änderte sich an Tag zwei. Die Befürchtung von SCMÜ-Steuermann Steffen Heßberger, dass der Wannsee nicht sein Lieblingsrevier sein würde, bestätigten sich. Mit schwachen Resultaten rutschte er mit seiner Mannschaft auf den derzeitig zehnten Rang von Berlin ab. Damit sind die Baden-Württemberger vor dem Abschlusstag nur in der Verfolgerposition. Und das obwohl auch die Tutzinger Federn lassen müssen und aktuell als Elfte von Berlin in der Tageswertung sogar noch einen Rang dahinter platziert sind. Doch diese Position würde den Titelverteidigern um Steuermann Julian Stückl zum Gewinn der Meisterschale reichen, wenn sich an dem Ranking nichts mehr verändern würde. Denn mit einem Punkt Vorsprung vor dem NRV stehen sie noch an der Spitze der Saisonwertung. Die Hamburger konnten als Achte von Berlin den Rückstand aber immerhin um drei Zähler verringern. Und so erwartet NRV-Steuermann Tobias Schadewaldt noch einen heißen Kampf am letzten Tag: „Es sind wirklich extrem schwere Bedingungen hier auf dem Wannsee: viele Dreher, viele Böen und Windlöcher. Und das Ganze ist fast gar nicht zu erkennen. Wenn es dann auch noch bewölkt ist, sieht man eigentlich gar nichts mehr.“

Noch enger als an der Spitze geht es im Kampf um den Klassenerhalt zu. Zwar muss sich der Schweriner YC bereits mit dem Gang in die Zweite Liga anfreunden, die drei weiteren Abstiegsplätze sind allerdings noch nicht vergeben. Über die Hälfte der Liga muss noch Punkte sammeln, um auch 2018 im dann sechsten Jahr der Segelbundesliga erstklassig zu sein. Aktuell stehen neben den Schwerinern der Potsdamer YC, der Düsseldorfer YC und der Klub am Rupenhorn auf den Abstiegsplätzen. Auch für den Abschlusstag sind erneut schwache Winde vorausgesagt, Spannung ist also programmiert.

Sehr zur Freude von VSaW-Geschäftsführer Frank Butzmann. „Wir hätten uns natürlich gern mehr Wind gewünscht, aber wir sehen hier auch so tolle Rennen. Eigentlich hatten wir das Event ja extra in den November gelegt, um beständigere Winde zu haben, aber es ist alles anders gekommen. Letztes Wochenende hatte wir hier zehn, elf Windstärken. Da wäre gar nichts gegangen. Ein Mittel aus beidem wäre top.“ Der Jubiläums-Verein hat für das Bundesliga-Finale extra sein Hafenvorfeld geräumt und das Kranen der großen Schiffe, die im Winter hier stehen werden, auf die Woche nach der Bundesliga terminiert. So ist nicht nur Platz für das Erstliga-Geschehen, sondern auch für eine zünftige Feier am Samstag und das Finale der Junioren-Liga am Sonntag. Ergebnisse

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Veröffentlicht am : 03.11.2017