Flensburger Fördewoche

Fördewoche Teil 1: Auf die Favoriten war Verlass – auf den Wind weniger

Die erste Hälfte der Fördewoche ist gesegelt, und die ersten Titel sind vergeben. Denn fester Bestandteil des ersten Wochenendes sind die German Open der J/80 und die German and Danish Open der X-79. Das Siegertreppchen der J/80 war dabei das gleiche wie im Vorjahr: Martin Menzner (Kiel) wurde erneut Meister. Den X-79-Titel holte Thorsten Seglitz (Berlin).

Zum Auftakt der Fördewoche stehen auch stets die Einheitsklassen wie hier die X79 beim Start im Mittelpunkt des Geschehens. Foto: segel-bilder.de

Zum Auftakt der Fördewoche stehen auch stets die Einheitsklassen wie hier die X79 beim Start im Mittelpunkt des Geschehens. Foto: segel-bilder.de

Trotz Flaute am zweiten Wettkampftag zeigte sich Wettfahrtleiter Claus Otto Hansen vom ausrichtenden FSC mit dem ersten Wochenende der Flensburger Fördewoche mit zwei Rennen am Freitag, einem am Sonnabend und dreien am Sonntag zufrieden. „Der Sonntag mit gutem Wind bis zu 20 Knoten hat uns versöhnt. Das war richtig gute Segelei, und alle Beteiligten waren glücklich“, resümierte Hansen.

Einheitsklassen
Mit etwas Verzögerung starteten die Wettfahrten des ersten Wochenendes der Flensburger Fördewoche. „Im Westen Schleswig-Holsteins wehte es Freitag mit bis zu 40 Knoten Windgeschwindigkeit. Deshalb haben wir den Start um rund anderthalb Stunden verschoben. Der Wind kam schließlich nicht bei uns an, und wir konnten zwei Wettfahrten durchführen“, erklärte Hansen. Auch am zweiten Wettfahrttag war vor dem Start hinsichtlich der Windentwicklung alles offen. Es wehte ein schwacher Wind. „Wir haben zwei Szenarien: Entweder der Wind bleibt konstant oder er schläft ab 11 Uhr ganz ein“, prognostizierte Hansen am Morgen. Die zweite Option traf ein. Sonnabend präsentierte sich die Förde zwischenzeitlich spiegelglatt. Mit deutlich besseren Windbedingungen wurden die Segler am Sonntag für das Schwachwindszenario vom Vortag entschädigt.
Bei den Titelkämpfen der J/80 machten exakt die drei Teams das Rennen unter sich aus, die auch im vergangenen Jahr ganz oben standen. Und auch an der Reihenfolge auf dem Siegertreppchen änderte sich nichts. Martin Menzner (Kieler YC) konnte auf der „Pike“ mit vier Siegen in sechs Wettfahrten sein Abonnement auf den J/80-Titel um ein weiteres Jahr verlängern. Mit klarem Vorsprung lag er damit wie im Vorjahr vor Ulf Pleßmann („Ja Schatz“, Altländer YC) und konnte sich sogar den Verzicht auf den Start zum letzten Rennen erlauben. Rang drei unter den 13 Crews – darunter eine dänische Mannschaft – belegte Hauke Krüss (WV Hemelingen) mit der „Tak For Turen“.

Bei den Expressen setzen sich die Dänen an die Spitze. Platz eins ging an Hans Christian Erbs (Aarhus Sejlklub) und sein Team von der „Ilskov & Partnere“. Zweiter wurde der Vorjahresdritte Christian Kronow (Horsens Sejlklub) mit der „Explode“. Mit „Fräulein P.“ sicherte sich das Flensburger Team um Jan Brink (FSC) auf seinem Heimatrevier den dritten Siegertreppchenplatz.
Standesgemäß wurde die deutsch-dänische Meisterschaft der X-79 zu einem engen Fight zwischen Deutschen und Dänen. Am Ende der sechs Wettfahrten schlug das Pendel zugunsten der Deutschen nur aufgrund der Mehrzahl der Tagessiege aus. Thorsten Seglitz (SVAB) steuerte seine Crew auf der „Equinox“ punktgleich vor der dänische Crew um Niels Bank (Sejlklubben København) auf der „Xcelence“ zum Sieg. Horst Krapohl (Berliner YC) sicherte sich auf der „Joey“ Rang drei.
Dänisch war dagegen wieder die Sprache auf den siegreichen Booten beim „Flensburg-Cup“ der „International 806“. Vier der sechs startenden Teams kamen aus dem Nachbarland und segelten den deutschen Konkurrenten davon. Am Ende der Wettfahrten ergab sich dasselbe Bild wie im Vorjahr: Søren Meinertsen (Vallensbæk Sejlklub) siegte vor Anette Hoff (Thurø Sejlklub) und Leif Melchor (Dyvig Bådelaug).

Lyö Rund
Die Wettervorhersage und die Schwachwindbedingungen ließen es schon beim Start am Sonnabendmorgen erahnen, dass die Wettfahrt Lyö Rund ein langer Törn bis in die Morgenstunden des nächsten Tages werden würde. Eine Annahme, die sich bewahrheitete. Der Wind nahm immer weiter ab. Neun Boote gingen an den Start, drei davon finishten. Die restlichen warfen nach vier bis fünf Stunden fast ohne Wind den Motor an. Mit einer gesegelten Zeit von 17:08:48 Stunden konnte die Crew der Swan 48 S „Big Easy III“ um Steuermann Addi Bauer (Kieler YC) den Sieg für sich verbuchen. 18:23:09 Stunden benötigte der Zweitplatzierte Jan Krüger (Mühlenberger SC) mit der Crew der X-35 OD „Boatox“ für die Strecke. Und nach fast einem kompletten Tag (23:19:11 Stunden) beendete Jan Leon (DHH Flensburg) mit der X-332 „Peggy“ die Regatta rund Lyö.

Nospa-Cup
Für die ORC-Yachten ging es beim Nospa-Cup in drei Wettfahrten um die Siege. Axel Seehafer (SV Heiligenhafen) auf der Soto 40 „Sportsfreund“ setzte sich nach drei Rennen im kleinen Feld der ORC I gegen die XP-44 „X-Day“ mit Max Gurgel (Hamburger SC) die Damencrew auf der DK 46 „Tutima“ mit Kirsten Harmstorf-Schönwitz (Mühlenberger SC) durch.
„Halbtrocken 4.0“ ist das Siegerboot der Klasse ORC II. Die X-41 mit Steuermann Michael Berghorn (Kieler YC) setzte damit ihre starke Serie in dieser Saison durch und verwies die X-41 „Sydbank“ mit Torsten Bastiansen (Flensburger YC) und Jan Peters (SVH) mit der Luffe 43/97 „Adamas“ auf die folgenden Plätze.
In der Klasse ORC III gewann nach drei Kai Mares (Kieler YC) mit seiner Crew auf der Italia 9.98 „Immac Fram“. Vom anfänglich dritten Platz arbeitete sich die Crew noch auf Platz eins vor. Auf Platz zwei landete die First 36.7 „Halbtrocken“ von Knut Freudenberg (ASRV). Als Drittplatzierte ging die X-332 Sport „Varuna X Press“ mit Steuermann Kai Haupthoff (SCE) aus den Rennen hervor.

Ab Donnerstag geht die Flensburger Fördewoche mit den nächsten Rennen in die zweite Runde.

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Veröffentlicht am : 12.09.2017