Atlantic Anniversary Regatta

Ein 3000 Seemeilen langer Sprint nach Grenada

Die Anspannung unter den Teilnehmern der ersten Etappe der Atlantic Anniversary Regatta (AAR) war am Morgen des 25. November mit Händen zu greifen. Nach Monaten der Vorbereitung, des Trainings und der Planung war es an der Zeit für die Teilnehmer, Farbe zu bekennen. Schließlich segelt man nicht alle Tage über den Atlantik!

Die "Varuna" mit dem Kieler Profi Michi Müller (4.v.l.) gehört zu den Racern am Start. Foto: RORC/James Mitchel

Die "Varuna" mit dem Kieler Profi Michi Müller (4.v.l.) gehört zu den Racern am Start. Foto: RORC/James Mitchel

23 Yachten aus neun Nationen hatten sich auf Lanzarote versammelt, um gemeinsam die Herausforderung Atlantik anzunehmen. Der Kurs: Ein 3000 Seemeilen langer Sprint von Lanzarote nach Grenada. Die Vorhersage zum Start versprach zweierlei: Ungewissheit für die Crews und schlaflose Nächte für die Navigatoren. Denn nach den flauen Bedingungen zum Start sollte die Flotte ein frischer Südwind erwarten, der in den ersten Tagen eine taktische Grundsatzentscheidung mit sich bringen könnte: Eine nördliche, längere Route mit der Hoffnung auf mehr Wind, oder eine südliche, kürzere Route entlang der direkten Linie bei eher moderaten Bedingungen.
Zum Start begrüßte die Flotte wenig Wind und eine alte Dünung. Bei dichter Bewölkung wahrlich keine Traumbedingungen, dafür jedoch umso anspruchsvoller. Ludde Ingvall’s 98-Fuß Canting-Kiel Maxi CQS machte an der Startlinie keine Gefangenen und führte die Flotte erwartungsgemäß aus dem Start. Die kanadische Southern Wind 96 Sorceress, geführt von Daniel Stump, legte am Startschiff in bester Position unter Gennaker ein tadelloses Nullstart-Manöver hin. Speed an der Linie sollte direkt nach dem Start entscheidend sein, angesichts der stark drehenden, leichten Winde, wie auch der Volvo 70 Monster Project von Roman Guerras eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Dominierten flaue Winde bis maximal 8 Knoten die Nachstartphase, so setzte sich zügig ein frischer Südwind durch. Mike Broughton, Navigator an Bord der Deutschen Ker 56 Varuna von Jens Kellinghusen gab in der Meeresenge zwischen Lanzarote und Fuerteventura zu Protokoll: „Varuna gleicht in diesem Moment eher einem U-Boot. Es rauscht enorm viel Wasser über Deck, die See ist steil und ruppig. Lanzarote verschwindet schnell in unserer Hecksee aber wir sind bereit für die erste Nacht.“

Atlantic Anniversary Regatta (AAR) Projektleiter Arne Hirsch beobachtete den Start vor Lanzarote unmittelbar vom Startschiff aus und sagte: „Die Qualität dieser Flotte hier in Lanzarote ist hervorragend. Wir sind sehr stolz, so viele deutsche Teams zu begleiten, darunter viele bekannte Gesichter. Vor den Crews liegt nicht nur ein spannendes Rennen voller sportlicher Herausforderungen, sondern für viele auch das Abenteuer ihres Lebens. Für den NRV ist heute deshalb nicht nur ein Besonderer Tag, weil die AAR-Westbound unser 150-Jähriges Clubjubiläum einläutet, sondern weil diese Regatta zu 100% im Geiste vorheriger Ozeanregatten des NRVs ausgetragen wird der da lautet: Sportliche Höchstleistung, Kameradschaft und Abenteuer über Generationen vereint. Unser Jubiläum wirft lange Schatten und wird für unsere Mitglieder, Ehrenamtlichen und alle Beteiligten sehr greifbar – ein wahrlich besonderer Moment!“

Im internen Duell der Jugendyachten liegt die Bank von Bremen nach dem Start vor der Haspa Hamburg und vor der Broader View Hamburg. Nach fünf Stunden trennt die Club-Schiffe nur wenige Meilen. Über alles führt derzeit der australische Supermaxi CQS vor Varuna und der Marten 72 Aragon die jeweils 9 und 11 Meilen hinter CQS liegen.

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Veröffentlicht am : 25.11.2017