Hempel Sailing World Championships

Die Champions feiern Aarhus

Wenn es bei Test-Veranstaltungen darum geht herauszufinden, wie die Systeme funktionieren, dann haben die Hempel Sailing World Championships Aarhus Denmark 2018 dreierlei bewiesen: Die Australier sind im Laser immer noch eine gut geölte Maschine. Die Bucht von Aarhus ist eine großartige Segelarena. Und Philipp Buhl ist der netteste Typ des Segelsports.

Philipp Buhl Foto: Jesus Renedo / Sailing Energy

Philipp Buhl Foto: Jesus Renedo / Sailing Energy

Der Finaltag brachte stärkere drehende westliche Winde um 12 bis 15 Knoten mit Böen bis zu 20 Knoten, deren Auswirkungen auf die Platzierungen für die Aktiven nur schwer zu kontrollieren waren. Doch die Spitzenreiter haben sich in dieser Woche durch eine ganze Reihe verschiedener Bedingungen gekämpft und deswegen war es auch keine Überraschung, dass sich zwei der besten Lasersegler der Welt aus Australien Gold und Silber sicherten. Dabei konnte sich Matthew Wearn gegen seinen Landsmann und Olympiasieger Tom Burton durchsetzen.

Der deutsche Olympiasegler Philipp Buhl aus Sonthofen beendete die Serie in der eindrucksvoll stark besetzten Laserflotte als Sechster, obwohl er im Medaillenfinale mit Rang neun hatte zufrieden sein müssen. “Ich habe mich gut getestet gefühlt”, sagte der 27-jährige Aktivensprecher des German Sailing Teams und strahlte, “wir haben die Woche über verschiedene Bedingungen erlebt. Und ich glaube, dass Aarhus sogar noch ein paar mehr Windrichtungen zu bieten hat. Ich denke nicht, dass wir schon 100 Prozent der Möglichkeiten erlebt haben, die es hier in diesem Revier geben kann. Ich habe eine etwas andere Perspektive als andere in der Flotte, denn ich komme aus Kiel. Wenn Du es – wie in Kiel oder Aarhus – mit der Westküste zu tun hast, dann ähneln sie sich doch sehr. Ich fühle mich in diesen Bedingungen wohl und blicke sehr optimistisch auf die WM im nächsten Jahr.”

Buhl klingt und sieht aus wie der kommende Champion seiner Klasse und bedankte sich ganz besonders bei den Freiwilligen Helfern aus den 270 Segelvereinen des Gastgeber-Landes, die ihre Arbeitsabläufe ebenfalls getestet haben. “Sie haben uns alle sehr unterstützt und waren super freundlich. Ich glaube, dass sie sich wirklich darauf freuen, dieses Event auszurichten. Wir Athleten spüren das und es macht für uns einen großen Unterschied.”

Buhls herzliche Botschaft hat auch die Dänische Segler-Vereinigung und die Stadt Aarhus erreicht, für die der Countdown zur Weltmeisterschaft aller olympischen Segel-Disziplinen im kommenden Jahr bereits begonnen hat.

“Nach einem so erfolgreichen Test-Event wissen wir, was funktioniert und was wir noch verbessern können. Wir freuen uns mehr denn je auf die Ausrichtung der Weltmeisterschaft in einem Jahr”, sagte Lars Ludov, CEO von Sport Event Denmark, “2018 werden wir die Veranstaltung auf ein neues Niveau bringen, wenn wir das Aarhus International Sailing Center eröffnen, das zu den modernsten und fortschrittlichsten Heimathäfen für Segler in aller Welt zählen wird. Wie es ein Segler in dieser Woche formuliert hat: ‘Es geht darum, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.’ Aarhus ist der richtige Ort zur richtigen Zeit!”

Der Segler war kein Geringerer Nicholas Heiner aus den Niederlanden. Der frühere Laser-Weltmeister kontrollierte den mit sieben Punkten Rückstand ins Finale gestarteten Zsombor Berecz aus Ungarn im Medaillenfinale so souverän, dass er die Testregatta im Finn Dinghi. gewann.

Im 49er hatten die Kieler Justus Schmidt and Max Boehme nach zwölf Rennen auf dem so eindrucksvollen wie aussichtsreichen zweiten Platz gelegen, bevor sie die Regatta vorzeitig beendeten. Das hatten sie aufgrund von Terminüberschneidungen von Beginn an so geplant, wollten sich die Testregatta und das intensive Erkunden des WM-Reviers für 2018 aber auch nicht entgehen lassen. Max Boehme sagte: “Das war jetzt schon ein ganz cooles Event! Da können wir uns nur auf alles freuen, was uns in 2018 erwarten wird. Die Veranstalter sind extrem motiviert und haben große Ziele. Wie gut für den Segelsport!” Die Österreicher Benjamin Bildstein und David Hussl sicherten sich im starken Schlusspurt den Sieg im 49er.

In den weiteren Medaillenrennen gewann am Sonntag Josefin Ollson aus Schweden den Laser-Radial-Thriller, in dem sie die zwischenzeitlich führende Erika Reineke aus Amerika auf dem zweiten Amwind-Abschnitt noch überholte. Linda Fahrni und Maja Siegenthaler aus der Schweiz gewannen die Serie der 470-Frauen mit nur einem Punkt Vorsprung, während sie drei Boote hinter Agnieszka Skrzypulec and Irmina Mrózek Gliszczynska aus Polen ins Ziel kamen. Die türkischen Brüder Deniz und Ates Cinar, verteidigten ihren 12-Punkte-Puffer bei den 470-Männern.

Das Land der Küsten, die Stadt der Segel und die Bucht der Champions sind bereit: Für Dänemark läuft der Countdown für die Segel-Weltmeisterschaft 2018!

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Veröffentlicht am : 14.08.2017