Meisterschaft der Meister

Die Besten der Besten haben ihren Meister gekürt

In den Finalrennen um die Meisterschaft der Meister auf der Außenalster beim Hamburger Segel-Club (HSC) konnte sich nach hartem, aber stets fairem Wettkampf das Team um den amtierenden J/70-Klassenmeister schließlich durchsetzen. Skipper Carsten Kemmling mit Sven Gauter und Dorian Heitzig vom NRV zeigten über beide Tage eine konstant gute Leistung und sind damit verdiente Meister der Meister!

Die strahlenden Sieger: Carsten Kemmling (li.) mit Dorian Heitzig und Sven Gauter (NRV) Foto: Pepe Hartmann

Die strahlenden Sieger: Carsten Kemmling (li.) mit Dorian Heitzig und Sven Gauter (NRV) Foto: Pepe Hartmann

Deutschlands Segelelite ermittelte am Wochenende den besten der Besten auf der Außenalster Am zweiten Tag der Regatta hat das Wetter erneut gepasst; mit 8-12kn Wind bei blauem Himmel gab es etwas mehr „Druck“ als noch am Samstag, womit den Teilnehmern – die überwiegend mit der J/70 nicht vertraut waren – doch einiges abverlangt wurde.

Sportlich bot die Meisterschaft der Meister eine in dieser Form und Anzahl noch nicht dagewesen Bandbreite: vom Ixylon- und Jollenkreuzersegler über Congermeister bis hin zu Olympiateilnehmern und Bundesligameistern war fast alles vertreten, was im deutschen Segelsport Rang und Namen hat. Alle Rennen verliefen fair und so gab es an den Booten nur einen Schaden und fast alle hinterlegten Deposits konnten gleich am Sonntagabend erstattet werden.

Besonders spannend für den HSC waren die Rennen 32 und 36 der Vorläufe. Zunächst verwies Jungstar Leo Beyer (14) mit seinem Sieg in einem Superrennen Matchracemeister Max Gurgel ganz knapp auf Platz zwei, was für beide HSCer die Finalteilnahme bedeutete. Im letzten Rennen mogelte sich Altmeister Frank Schönfeldt, ebenfalls vom HSC im buchstäblich allerletzten Augenblick noch an zwei Konkurrenten vorbei und konnte so als sechster gerade noch in das Finale rutschen.

Im kleinen Finale (2x Fleetrace der ersten 6) konnte sich vom HSC dann nur noch Leo Beyer durchsetzen, da Max Gurgel im ersten Rennen wegen eines Regelverstoßes eine Disqualifikation einfing und damit chancenlos war. Auch Frank Schönfeldt kam gar nicht recht in Tritt und schied aus. So zog Leo in das Finale der besten drei ein, wo J/70-Meister Carsten Kemmling vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) und der amtierende Meister Jan Philipp Hofmann vom Düsseldorfer Yachtclub (DYC) warteten. Allein dieser Einzug in das Finale der besten drei war mehr, als man von Leo erwarten durfte und wohl auch für ihn selbst eine Überraschung. Für diese tolle Leistung gab es von allen anwesenden Seglern stehende Ovationen!

Aber es war ja noch nicht vorbei: Im Finale schließlich – jetzt bei abflauenden Winden und Dauerregen – wurde es erneut extrem spannend, als Leo im ersten Lauf lange führte. Die Sensation wurde greifbar: sollte der mit 14 Jahren bei weitem jüngste Teilnehmer die Veranstaltung tatsächlich rocken....? Schließlich setzte sich aber doch die größere Routine von Carsten durch und er gewann den ersten Lauf ganz knapp vor Leo und deutlich vor Jan Philipp.

Der zweite Lauf brachte – nach einer kurzen Verzögerung wegen eines Bootstausches – dann ein klares Resultat: Carsten Kemmling und seine Crew gewannen deutlich vor Jan Philipp Hofmann und Leo. Damit war Carsten – jetzt mit den geforderten zwei Siegen – der verdiente Triumph nicht mehr zu nehmen. Auf den Plätzen folgten Leo Beyer als sensationeller zweiter und Jan–Philipp Hofmann auf Rang 3.

Umfragen unter den Teilnehmern ergaben, dass sich der Austragungsmodus mit den „umpired Fleetraces“ hervorragend bewährt hat. Dieses Verfahren bietet nach Ende eines Flights bereits eine erste Wertung, die dann im weiteren Verlauf immer „feiner“ wird und schließlich (bei 36 Teilnehmern nach acht Flights) ein optimales Endresultat für die Ermittlung der Finalisten liefert. Alle Teilnehmer haben so auch am zweiten Tag noch die Chance, sich zu verbessern und müssen nicht vorzeitig frustriert nach Hause fahren, weil sie bereits ausgeschieden sind.

Bei der MdM 2017 konnten sechs Flights – also 36 Fleetraces – durchgeführt werden. Unter den vorherrschenden Bedingungen (Wind, Logistik, Tageslicht) war es das absolutes Maximum. Großer Dank dafür gilt der souveränen Wettfahrtleitung unter Tina Buch, der Eventorganisation von Leistungssportvorstand Wolf Dieter Jahn und vor allem den vielen, ehrenamtlichen Helfern aus dem Club, die durch ihren Einsatz an Land und auf den Booten diese Veranstaltung überhaupt erst möglich gemacht haben.

Oliver Jahn

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Veröffentlicht am : 23.10.2017