Atlantic Anniversary Regatta

Atlantik-Countdown auf Lanzarote

Am 25.11. fällt der Startschuss zur Jubiläumsregatta des NRV. Anlässlich seines 150-jährigen Bestehens belebt der Verein in Kooperation mit dem Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) den Mythos Atlantik. Die Resonanz ist groß.

Boris Herrmann startet mit der "Malizia" (hier beim Rolex Fastnet Race) bei der Rücktour nach Hamburg. Foto: Carlo Borlenghi-Rolex

Boris Herrmann startet mit der "Malizia" (hier beim Rolex Fastnet Race) bei der Rücktour nach Hamburg. Foto: Carlo Borlenghi-Rolex

Der Countdown zum ersten Teil der Atlantic Anniversary Regatta von Lanzarote nach Grenada läuft, und für die meisten Teilnehmer beginnt ein achtmonatiges transatlantisches Abenteuer. Der erste Teil der AAR - auch AAR Westbound genannt - schließt das jährlich stattfindende "RORC Transatlantic Race" des Royal Ocean Racing Clubs aus England ein und führt die Crews der Jubiläumsregatta zunächst von Lanzarote über den Südatlantik bis Grenada in der Karibik. Im Sommer 2018 beginnt dann mit dem Startschuss zur AAR Eastbound der Hauptteil der Regatta, welcher die Yachten von Bermuda über den Nordatlantik an Point Lizard (England) vorbei bis in die Elbmündung führt. Nach dem DCNAC 2003 und dem HSH Nordbank Blue Race 2007 findet somit erneut eine vom NRV organisierte Atlantikregatta vor Cuxhaven ihr Ziel. Das Teilnehmerfeld der AAR ist dabei mit derzeit 31 Yachten nicht nur größer als zum HSH Nordbank Blue Race (22 Yachten), sondern auch besonders vielfältig. Größter Teilnehmer ist bislang die mit DSS-Board und Canting Kiel ausgestattete SuperMaxi "CQS" von Segellegende Ludde Ingvall. Mit beeindruckenden 98 Fuß ist "CQS" volle zehn Fuß größer als die nächst größte Yacht "Rambler 88". Letztgenannte dürfte im prestigereichen Rennen um den Titel "First Ship Home" jedoch ein Wörtchen mit zu sprechen haben. "Rambler 88" ist deutlich jünger als "CQS" und es wäre nicht das erste Mal, dass die silbergraue Juan-K Konstruktion einen 100-Füßer im Kielwasser liegen lassen würde. Unter den Teilnehmern ist ebenfalls die "Outsider"-Crew von Admiral's Cup Legende Tilmar Hansen. "Wir gehen inzwischen in die 12. Saison. Da stand zunächst einiges an Refit-Arbeit auf dem Programm", sagt Bootsmann Bo Teichmann. Die Crew sieht sich gut gerüstet und vertraut auf das Allround-Potential der Elliott Canting Kiel Konstruktion. Für Hansen und seine "Outsider"-Crew ist die AAR bereits die dritte Atlantiküberquerung auf der "Outsider". Ähnlich akribisch läuft die Vorbereitung im Team von NRV Mitglied Jens Kellinghusens "Varuna VI". Die mattschwarze Yacht mit den markanten Daggerboards hatte Eigner Kellinghusen eigens für die Atlantic Anniversary Regatta bei Designer Jason Ker in Auftrag gegeben. Die "Varuna"-Crew zählt dabei zu den ambitioniertesten Crews der diesjährigen Auflage. Die Yacht befindet sich ebenso wie ihre Vorgängerinnen quasi auf einer Nonstop-Reise um den Globus um weltweit an Hochseeregatten teilzunehmen. Transatlantik, Transpazifik, Rolex Sydney-Hobart oder Rolex Fastnet Race - die "Varuna"-Crew ist buchstäblich mit allen Wassern gewaschen. Doch nicht nur kompromisslose Rennyachten nehmen an der AAR teil. Auch Familiencrews wie die Crew der "Lunatix" um Heinke und Friedrich Böhnert such das Abenteuer Transatlantik. Mit ihrer Xp50 wollen die Böhnerts eine Regattasaison Rund-Atlantik absolvieren. Der Mythos Atlantik, so scheint es, hat auch im Jahr 2017 nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt. So erfreut es den NRV besonders, dass sich unter den 31 Yachten mehr als 20 Deutsche Teams wiederfinden. Für den Rückweg hat auch Boris Herrmann mit Open 60 „Malizia“ gemeldet. Der 36-jährige Profi meldete den Open 60 der IMOCA-Klasse mit einer vier- bis fünfköpfigen deutschen Crew für das Rennen vom Bermuda über den Atlantik in seine Heimatstadt, das am 8. Juli gestartet wird. Der traditionsreiche NRV wird im kommenden Jahr 150 Jahre alt. „Die Atlantic Anniversary Regatta AAR wird der Saisonhöhepunkt“, so Herrmann, „die Teilnahme ist eine große Ehre und Herausforderung zugleich.“ Aber der dreimalige Weltumsegler will nicht nur dabei sein: „Wir wollen gewinnen und als Erste in Hamburg festmachen, um das Boot und Projekt den Freunden und Fans zu präsentieren sowie mit allen den 150. NRV-Geburtstag gebührend zu feiern.“ Derzeit ist Boris Herrmann mit dem Franzosen Thomas Ruyant bereits seit Anfang November auf dem Atlantik bei der legendären Transat Jaques Vabre von Le Havre/Frankreich nach Salvador de Bahia/Brasilien im Einsatz. Mit dem weiteren Rennen über den „großen Teich“ bereitet sich der geborene Oldenburger auf die Vendée Globe 2020/21 vor, der ultimativen Regatta solo nonstop rund um die Welt, bei der er als erster Deutscher überhaupt starten will. Für die „Malizia“-Mannschaft wird die AAR ein Heimspiel. Der Hamburger Geschäftsmann Claus Löwe, Eigner der Segelyacht „Leu“, kommt mit seinem Vorschiffsmann Tim Müller an Bord. Mit ihnen hatte Herrmann vor zwei Jahren auf der „Leu“ Rolex Fastnet Race bestritten. „Das war eine außergewöhnliche Erfahrung geprägt von Teamgeist und Professionalität, an die wir anknüpfen wollen“, sagt Löwe, der zu den Sponsoren der IMOCA-Kampagne gehört. Das gilt auch für Christoph Enge mit seiner Assekuranzfirma Lampe und Schwartze, der aus Bremen die Crew verstärkt. Die „Malizia“, die dem Stuttgarter Immobilienunternehmer Gerhard Senfft gehört, wird die Stander des Yacht Club de Monaco (YCM) und des NRV führen; in beiden ist der Skipper stolzes Mitglied. Der YCM mit Herrmanns Segelfreund Pierre Casiraghi aus dem Fürstenhaus Monaco als Vizepräsident unterstützt das vierjährige Projekt maßgeblich. „Die Clubs sind einander eng verbunden. Deshalb stand die Jubiläumsregatta von Beginn an auf unserem Kalender“, erklärt Boris Herrmann. Die Rückregatta über rund 3.500 Seemeilen (6.500 Kilometer) von Bermuda durch den Englischen Kanal bis zur Elbmündung wird das seglerische Highlight der NRV-Feierlichkeiten. Um den Sieg nach gesegelter Zeit dürfte die Ker 56 „Varuna VI“ von Jens Kellinghusen aus Hamburg genauso kämpfen, wie der Volvo Open 70 „Monster Project“ unter der Flagge der Britischen Jungferninseln. Am Start sind auch das bisher größte Boot, die „Rambler88“ von George David und die Farr 60 „Prospector“ (beide USA) sowie die bekannten Vereinsschiffe „Haspa Hamburg“ vom Hamburgischen Verein Seefahrt (HVS) und „Bank von Bremen“ der Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen (SKWB). Boris Herrmann und sein Team werden auf dem Atlantischen Ozean nach Halbwindbedingungen mit frischer Brise suchen, mit denen die gut 18 Meter lange „Malizia“ auf ihren Tragflächen (Foils) abhebt und Geschwindigkeiten von mehr als 25 Knoten (50 km/h) erreicht. Werden diese gefunden, gehören sie zu den Topfavoriten für die sogenannten Line Honours (Erster im Ziel). Weitere Informationen, Hintergründe und vieles mehr unter www.anniversary-regatta.comhttp://www.rvs-seeregatten.de https://www.facebook.com/AtlanticAnniversaryRegatta/

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Veröffentlicht am : 10.11.2017