Bodensee Rund Um

90 Prozent kommen ins Ziel

Fritz Trippolt vom Yacht Club Bregenz hat die 67. RUND UM gewonnen. Zweiter mit elf Minuten Abstand wurde Vorjahressieger Ralph Schatz vom Lindauer Segler-Club, der bereits im März mit dem Training für die RUND UM begonnen hatte. Dritter ist Albert Schiess vom Yacht-Club Arbon, der Schweizer hatte knapp 15 Minuten Rückstand.

Der Start zur RUND UM 2017. Foto: Kaufmann

Der Start zur RUND UM 2017. Foto: Kaufmann

Der Sieger zeigte sich im Ziel sehr glücklich: “Es war eine unglaubliche Fahrt, das neue Schiff fährt unheimlich gut. Aber wir hatten an ein paar Stellen auch Glück, der Wind war ein paar Mal günstig für uns. Ich bin überglücklich mit dem Gewinn des Blauen Bandes.”

Die RUND UM 2017 war ein lange offenes Rennen, nach dem Start führte Fritz Trippolt, konnte sich aber nicht recht absetzen. Es gab lange einen Dreikampf mit Ralph Schatz und Albert Schiess, zum Schluss konnte Schatz einen Rückstand noch aufholen, Trippolt aber nicht mehr überholen.

Das Kleine Blaue Band verteidigte Karl Cernovsky mit der Grace vom Yacht-Club Langenargen.

Den Blauen Pokal für das schnellste Einrumpfboot ohne beweglichen Ballast der Startgruppe zwei erhält die Shooting Star von Dieter Kurz vom Yacht-Club Langenargen.

Zum ersten Mal ausgeschrieben war in diesem Jahr der Sailing Media Preis für das schnellste Einrumpfboot nach berechneter Yardstickzeit. „Wir wollten endlich einen Preis, um den sowohl die Tourenschiffe, als auch ambitionierte sportliche Boote und die extrem schnellen Renner gemeinsam segeln können,“ sagte Wettfahrtleiter Achim Holz zur neugeschaffenen Auszeichnung. „Gewonnen hat ihn Hans-Jörg Etter mit der Teaser vom Yacht-Club Arbon auf einer Henderson 30 in der Klasse Yardstick 1.“ Nach berechneter Zeit ist er der schnellste Segler der Startgruppe zwei.

Von den Wind- und Wetterbedingungen gehört die RUND UM 2017 zu den schönsten aller Zeiten. 90 Prozent der Segler sind die RUND UM durchgesegelt, fast keiner hat aufgegeben. „So schöne Bedingungen hatten wir noch selten. Es war warm in der Nacht, es gab noch fast einen Vollmond und nahezu die ganze Zeit wehte der Wind,“ so Achim Holz. „Die berüchtigten nächtlichen Flautenlöcher sind sogar im Überlinger See ausgeblieben. Nach dem Start bei knapp zwei Windstärken aus Südwest, drehte der Wind auf Nord, frischte etwas auf, um dann später wieder abzuflauen. Das große Feld wurde im Lauf des Samstagvormittags von einem frischen Schönwetterwest nach Lindau getrieben.

„Besonders froh bin ich, dass wir keine Personenschäden hatten,“ erklärte der LSC Vorsitzende Karl-Christian Bay zum Ende der Veranstaltung. „Zwar gab es beim Start im dichtgedrängten Feld ein paar Zusammenstöße, es blieb aber bei Materialschäden.“ Auch sind aufgrund technischer Defekte zwei Masten heruntergekommen. „Leider beide bei Schiffen vom LSC.“

Pech hatte auch einer der Favoriten: Der Katamaran Sonnenkönig delaminierte sich beim Überführen von Romanshorn nach Lindau. Ein Beam, die Verbindung zwischen den beiden Rümpfen, löste sich, der Sonnenkönig musste die RUND UM schon vor dem Start beenden.

Die Veranstaltung ist die größte Segelregatta am Bodensee, in diesem Jahr starteten 324 Schiffe in die Nacht, 292 von ihnen fuhren durchs Ziel. Der Wind war relativ schwach mit anfangs drei, später nur noch ein Beaufort aus Südwest bis Nordwest.

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