Jubiläum

TSV Schilksee: Seit 50 Jahren ein Fixpunkt im deutschen Segelsport

Er trägt die Olympischen Ringe in seinem Wimpel, verkörpert Segelsport in all seinen Facetten, feierte am Samstag mit einem offiziellen Empfang sein 50-jähriges Bestehen und sammelte dabei neben viel Lob und Respekt auch das Bekenntnis zum Olympiazentrum in Schilksee für die Zukunft ein: Der TSV Schilksee ist mit seinen Regatten und seiner großen Bandbreite ein Fixstern im deutschen Segelsport.

TSVS-Abteilungsleiter Alexander Florinski (Mitte) feierte mit (von links) Andreas Hahn, Andreas Lochbrunner, Thomas Schuhr, Dieter Diesel, Ulf Kämpfer und Kai-Uwe Stehnken das Jubiläum. Foto ra

TSVS-Abteilungsleiter Alexander Florinski (Mitte) feierte mit (von links) Andreas Hahn, Andreas Lochbrunner, Thomas Schuhr, Dieter Diesel, Ulf Kämpfer und Kai-Uwe Stehnken das Jubiläum. Foto ra

Alexander Florinski hat erst im Frühjahr die Leitung der Segelabteilung im TSV Schilksee kommissarisch übernommen, nur wenige Monate nach der Übernahme des Postens stand er nun auf der „großen Bühne“ beim Traditionsverein. Zum Empfang im Regattahaus in Schilksee durfte er Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, den Präsidenten des Deutschen Segler-Verbandes, Dr. Andreas Lochbrunner, begrüßen. Der Seglerverband Schleswig-Holstein war neben seinem Vize-Vorsitzenden für Finanzen, Andreas Hahn, auch durch Landestrainer Manuel Voigt vertreten. Dazu waren natürlich auch die Vorgänger von Florinski an der Spitze der Segelabteilung, Dieter Diesel und Thomas Schuhr, sowie zahlreiche verdiente Mitglieder der vergangenen Jahrzehnte gekommen.

Florinski verband seine Begrüßungsworte dann auch mit einem großen Dank an die vielen Ehrenamtler im Verein, die dem TSV Schilksee seinen herausragenden Ruf im deutschen Segelsport eingebracht haben. Für jeden TSVS-Segler ist der Einsatz für die Sparte nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern auch selbstverständliche Pflicht. Denn Bootseigner im Verein werden qua Satzung zum Engagement verpflichtet. Beispielhaft nannte Florinski den Goldenen Opti, der Jahr für Jahr den Einsatz von 70 Helfern verlangt und sich beständig als eines der größten Opti-Events im Norden Europas etabliert hat. Aber auch weitere Meisterschaften in diversen Klassen hat der Schilkseer Club Jahr für Jahr in seinem Kalender stehen.

Etwas zurückgenommen fiel indes der Blick auf den aktuellen Zustand der Jugendabteilung aus. Stand der TSVS in der Vergangenheit für eine herausragende Jugendarbeit in einer der größten Jugendabteilungen Deutschlands, so stehen die Zeichen derzeit auf Neuaufbau. „Wir wollen gern Jugendliche im Verein haben, die an Regatten teilnehmen, und werden diese wieder heranführen, denn wir wollen die Werte, die den TSVS ausmachen, auch weiterhin pflegen“, so Florinski.

OB Ulf Kämpfer bewies in seiner Rede, dass er über die Belange im Segelsport im Allgemeinen und beim TSVS im Besonderen im Bilde ist: „Eine Segelabteilung ist im Gegensatz zu anderen Sportarten sehr ehrenamtsintensiv.“ Die Arbeit in Schilksee durch die langjährigen Abteilungsleiter Dieter Diesel und Thomas Schuhr sei bespielhaft. Der Verein sei aber auch aus anderem Grunde besonders, denn welcher Club könnte schon von sich behaupten, dass sein Heimatrevier ein olympisches sei. Aktuell ist der TSVS stark im Breitensport und damit ein Grund, dass er als OB selbstbewusst über Kiel.Sailing.City sprechen könne. Mit dem Blick auf die Herausforderungen für das Olympiazentrum sagte der OB, dass man nach dem Olympia-Aus sehen müsse, welche Vorhaben sich noch verwirklichen lassen. Segeln und die Lage am Meer sei aber nun einmal der Kern der Marke Kiel.Sailing.City, und das gelte es zu pflegen. Die Tugenden des Segelsports mit Leistungsbereitschaft, Teambuilding, Sportlichkeit, Technik sowie dem Wissen um Wind und Wetter seien herausragend für die Persönlichkeitsbildung und damit wichtig für die Gesellschaft. Das Herz von Kiel.Sailing.City schlage im Olympiazentrum, und die Stadt wolle alles dran setzen, um es möglichst laut schlagen zu lassen.

In die Kerbe schlug auch Andreas Lochbrunner, der betonte, dass der TSVS ein sehr wichtiges Mitglied im DSV sei, um so mehr als man nun in der Anlage von den Olympischen Spielen 1972 direkter Nachbar sei. Lochbrunner lud den Verein zum kommenden Frühjahr zu einem Rundgang durch die DSV-Räumlichkeiten der Abteilungen Jugend, Leistung und Technik ein und berichtete, dass eine Ausbildungs-Akademie in Planung sei. Lochbrunner lobte auch die gute Atmosphäre im Hafen und dankte Philipp Mühlenhardt, den Geschäftsführer der Sporthafen Kiel GmbH, für die tolle Kooperation der Hafenmeister.

Handfestes brachte Andreas Hahn vom SHSV mit. Die Glastrophäe für das 50-jährige Bestehen hatte zwar beim Transport einen kleinen Schaden genommen, der Scheck, den er Alexander Florinski überreichen konnte, sei aber ohnehin wichtiger, wenngleich eine intakte Glasstele nachgeliefert werde.

Dieter Diesel als dienstältestem Abteilungsleiter blieb es dann vorbehalten, einen Blick auf die Geschichte der Segelabteilung zu werfen, die in den guten Beziehungen zum zwei Jahre älteren Schilkseer YC gründete und in dem hohen Engagement der ersten Mitglieder, sich selbst in einer Scheune die Boote zu bauen, die sie dann später auf das Wasser brachten. Dazu waren die Gründerväter sehr visionär, nahmen die Olympiaringe zur Vereinsgründung im November 1966 in den Wimpel auf, als noch gar nicht feststand, dass die Spiele nach Kiel kommen würden. Und große Sportler sind aus der Jugendabteilung des TSVS hervorgegangen. Die ehemaligen Tornado-Europa- und Weltmeister Michael Starken sowie Oliver und Rene Schwall und auch Tempest-Ass Uwe Mares segelten ehemals für den TSVS.

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Veröffentlicht am : 19.11.2016