Gesetzgebung

Traditionsschiffe: BMVI will Verordnung trotz offenen Fragen erlassen

Beim Gespräch über die neue Schiffssicherheitsverordnung zwischen Bundesverkehrsministerium und 70 Vertretern von Traditionsschiffen blieben viele Fragen offen. Das BMVI machte durch seinen Staatssekretär Enak Ferlemann klar, dass die Verordnung in Kraft gesetzt wird. Erst nachträglich sollen Veränderungen erfolgen. Die Traditionsschiffer erklärten ihr Unverständnis über diese Vorgehensweise.

Dunkle Wolken ziehen über den Traditionsschiffern auf. Foto: segel-bilder.de

Dunkle Wolken ziehen über den Traditionsschiffern auf. Foto: segel-bilder.de

„Wir verstehen nicht, warum trotz so vieler offener Fragen die Verordnung nun in Kraft gesetzt werden soll. Es ist kein Zeitdruck vorhanden. Wir hätten mehr Vertrauen in den Erhalt der Traditionsschifffahrt, wenn erst nach Klärung der offenen Fragen eine Verordnung erlassen wird“, sagte Gerhard Bialek von der „Ethel von Brixham“.

In weiten Teilen des vierstündigen Zusammentreffens war auf beiden Seiten ein Wille erkennbar, verlorenes Vertrauen zu erneuern. Die anwesenden Vertreter von BMVI und BG Verkehr erläuterten ihre Interpretationen des Entwurfs. Mehrfach entstanden Pausen, da zahlreiche Rückfragen der Schiffsbetreiber große Unklarheiten offenbarten. Etliche Vorschläge von Seiten der Traditionsschiffer wurden aufgenommen und werden laut Aussage des BMVI nun geprüft.

York Haase von der „Lovis“: „Wirklich entspannt fahren wir nicht nach Hause. Das BMVI will unser Vertrauen, dass am Ende schon alle Traditionsschiffe erhalten werden. Angesichts der vielen Unklarheiten sind weitere Gespräche unbedingt erforderlich, um tatsächlich eine Vertrauensbasis zu schaffen und keine weiteren Schiffe zu verlieren.“

Immer wieder war erkennbar, dass die Traditionsschiffer zukünftig noch mehr von Ausnahmegenehmigungen der bei der Berufsgenossenschaft Verkehr angesiedelten Dienststelle Schiffssicherheit abhängig sein werden. Auch hier gab es in den vergangenen Jahren einen großen Vertrauensverlust. Die Sorge vor neuerlichen Stilllegungen von Schiffen wegen Streitigkeiten zwischen Behörde und Betreibern war mehrfach spürbar. Das BMVI sagte für solche Fälle die Einrichtung einer Ombudsstelle zu. Ob dies ausreicht, um die Flotte durch alle Untiefen des Entwurfs zu bringen, bleibt abzuwarten.

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Veröffentlicht am : 24.05.2017