Lübecker Yacht-Club

Segeln hautnah: LYC-Jugend macht auf der boot Appetit aufs Segeln!

Segeln ist Naturerlebnis, Segeln ist Teamwork, Segeln ist Sport...Der Segelsport bietet eine breite Palette von Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten hautnah spürbar zu machen, hat sich die boot Düsseldorf zur Aufgabe gemacht. In der boot Segelschule 2017 gibt es bis zum 29. Januar noch die Chance zum Schnuppersegeln – bei Badehosen-Bedingungen mit einer leichten Brise aus der Windmaschine.

Petros Michelidakis (Mitte) freute sich über den Besuch der LYC-Jugend. Foto: segel-bilder.de

Petros Michelidakis (Mitte) freute sich über den Besuch der LYC-Jugend. Foto: segel-bilder.de

Einen tiefen Einblick in – im Wortsinne – ausgezeichnete Jugendarbeit gab am Samstag der Lübecker Yacht-Club, der mit einer großen Schar von Jugendlichen lebhaft auf der Bühne berichtete, wie Segeln im Verein vorbildlich funktioniert.

2015 ist der Lübecker YC mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Commerzbank ausgezeichnet worden. Damit erkannte der DOSB an, dass der LYC im besten Sinne nach dem DOSB-Nachwuchskonzept arbeitet. Die LYC-Jugendabteilung kooperiert seit mehreren Jahren mit Lübecker Schulen und benachbarten Vereinen, organisiert ein umfangreiches Angebot an Ferienkursen, setzt bei den Bootsklassen und Konzepten auf innovative Ansätze und bietet seinen Jugendlichen auch im Winter immer wieder Angebote. In diesem Jahr gehörte auch der Ausflug zur boot dazu. Mit 19 Jugendlichen aus allen Bootsklassen vom Opti und O'pen Bic über den Laser, 29er und 420er bis hin zum Dart-Katamaran sowie zwölf erwachsenen Begleitern wurde die dreitägige Reise nach Düsseldorf zur Teambuilding-Maßnahme im Stile einer Klassenfahrt.

Wie LYC-Jugendwart Oliver Harnack auf der Bühne berichtete, können bei dem Traditionsverein wahrlich alle Facetten des Segelns erlebt werden. An drei Standorten, dem innenstädtischen Sitz an der Wakenitz, den Yacht-Liegeplätzen an der Trave-Mündung und der Jollen- und Katamaran-Station Mövenstein in der Lübecker Bucht wird die Entwicklung vom Segeleinsteiger bis hin zum erfahrenen Regattasegler leicht gemacht.

Das geschützte Revier an der Wakenitz ist geradezu ideal, um Anfänger an den Umgang mit Wind, Wasser und Wellen heranzuführen. „Mein Bruder ist schon vor mir gesegelt und der kam immer mit einem Lachen nach Hause. Deshalb wollte ich auch mit und habe noch schnell meinen Freischwimmer gemacht, um zum Segeln zu dürfen“, berichtet Niclas Burdon von seinen Anfängen. „Ich bin dann erst einmal im Opti auf der Wakenitz gepaddelt.“ Schnell durfte er dann auch das Segel setzen und ist jetzt begeisterter Opti-Segler: „Es ist einfach toll, wenn einem beim Segeln das Wasser ins Gesicht fliegt.“ Trotzdem freut er sich, dass der Opti mit der hohen Kante und dem breiten Unterwasserschiff stabil zu segeln ist.

Aber der Opti ist nicht das einzige Einsteigerboot, das beim Lübecker YC angeboten wird. Es gehört zum Verständnis der Jugendabteilung, dass sie immer wieder frische Klassen ausprobiert. Und der O'pen Bic hat sich dabei als ein festes Standbein in Lübeck etabliert. Jannis Walz ist ein Fan der flachen Flunder. „Der O'pen Bic ist klein, aber trotzdem sehr schnell“, berichtet er begeistert: „Man hat den direkten Kontakt zum Wasser, da man auf dem und nicht im Boot sitzt.“ Kentern gehört zum Geschäft und ist auch kein Problem, da der O'pen Bic nach dem Aufrichten nicht erst ausgepützt werden muss. Besondere Einlagen – auch während der Regatta – machen im O'pen Bic zusätzlich Spaß: „Man kann im Stehen segeln und um den Mast herumlaufen während des Manövers“, so Jannis Walz, der in diesem Jahr große Ziele hat und bei der Deutschen Jugendmeisterschaft auf seinem Heimatrevier antreten möchte und sogar die WM auf dem Gardasee im Fokus hat. „Erst habe ich mit kleinen Vereinsregatten begonnen, im letzten Jahr war ich aber auch schon zur Deutschen Meisterschaft in Warnemünde. Das war schon aufregende“, so Jannis.

Carolina Horlbeck ist dagegen schon eine sehr erfahrene O'pen-Bic-Seglerin. Im vergangenen Jahr hat sie an der WM in Quiberon/Frankreich teilgenommen. Sie schwärmt von dem einmaligen Zusammenhalt in der Klasse: „Das geht weit über das Segeln hinaus. Silvester haben wir mit Freunden gefeiert, die wir erst durch das O'pen-Bic-Segeln kennengelernt haben. Und bei der WM habe ich mich lange mit einem Hawaiianer unterhalten. Es ist einfach cool, auf den großen Regatten Segler aus der ganzen Welt kennenzulernen.“ Da die Klasse noch jung und im Wachsen ist, ist der Umgang miteinander locker und es gibt für die Segler mehr Chancen, an hochklassigen Events teilzunehmen. Inzwischen ist die Deutsche U19-Meisterin der O'pen Bic in die nächste Bootsklasse gewechselt. Ihr Weg führte – na klar – in eine weitere junge und rasante Klasse. Nach einem Testlauf im neuen Nacra15-Katamaran wird sie in diesem Jahr den 29er-Skiff mit einem Vereinskameraden segeln.

Die etablierten Bootsklassen wie Laser und 420er werden beim LYC indes nicht aus dem Auge verloren. Und im Laser hat der Verein von der Ostsee ein starkes Standing: „Simon Grotelüschen, der für den LYC bei den Olympischen Spielen in London war, ist mein großes Vorbild“, sagt Maurice Brost. Im vergangenen Jahr ist er in den Laser gewechselt, um sich nun in dieser größten Regattaklasse der Welt auf hohem Niveau zu messen: „Der Laser ist körperlich sehr anspruchsvoll – das ist immer eine Herausforderung. Ich habe dafür viel, auch beim Rudern und im Winter mit Fitnesstraining.“ Wie weit er dabei im nationalen Vergleich schon ist, kann Maurice im Sommer vor der eigenen Haustür testen, denn die Deutschen Jugendmeisterschaften werden in diesem Jahr wie alle anderen offiziellen Jugendmeisterschaftsklassen zur Travemünder Woche ausgetragen.

Behutsam aufgebaut werden die LYC-Segler durch einen engagierten Trainerstab. „Ich selbst habe das Segeln im Lübecker Yacht-Club gelernt und gebe mein Wissen jetzt gern weiter“, berichtet Bjarne Steinbrecher. Er profitiert davon, von Cheftrainer Uwe Schimanski, aber auch den engen Kontakt zu Segelgrößen wie Simon Grotelüschen oder Johannes Babendererde selbst noch viel lernen und das direkt an die Kinder weitergeben zu können. „Der Verein hat uns ermöglicht, den C-Trainer Breitensport zu machen. Dort haben wir gelernt, wie wir mit Spielen und Techniken, den Spaß am Training erhalten.“ Mit seiner Trainerkollegin Clara Weimer wechselt sich Bjarne in der Schulung des Nachwuchses ab. „Die Aufteilung hat sich in den Jahren eingespielt. Ich trainiere vor allem die Optis und die Einhand-Klassen, Bjarne macht mehr die 29er und 420er. Aber wir können auch immer flexibel einspringen“, sagt Clara Weimer.

Der Lübecker YC wirbt so erfolgreich um den Nachwuchs. Schulkooperationen, aber auch Ferienangebote bringen immer wieder Interessierte in den Verein. Die Jugendabteilung ist daher in den vergangenen Jahren auf über 150 Mitglieder gewachsen. Damit trägt der Nachwuchs dazu bei, dass der LYC in seinen Mitgliederzahlen im Gegensatz zum allgemeinen Trend sogar wächst. Oliver Harnack hält aber nichts davon, sich von anderen Vereinen abzuschotten. Im Gegenteil: Mit benachbarten Vereinen ist in den vergangenen Jahren auf Initiative des LYC eine erfolgreiche Trainingsplattform aufgebaut worden. So können Training und Regattabetreuung gebündelt werden. Nur so ist es möglich, die Trainingsangebote und die Talentförderung weiter voranzutreiben. „Unsere erste Priorität ist aber immer, den Spaß am Segeln zu vermitteln. Erlebnisse sind wichtig, und in den Wintermonaten fördern wir den Zusammenhalt – natürlich mit Theorieunterricht und Hallensport, aber auch besonderen Aktionen wie dem Design einer LYC-Teamjacke, dem Erstellen eines Trackingsystems oder eben – wie jetzt – mit dem gemeinsamen Besuch der boot.“

Neben dem Jollen- und Regattasegeln hat der LYC auch die anderen Möglichkeiten des Segelns in seinem Portfolio. Als Crew in traditionellen Bootsklassen und auf Yachten können Jugendliche ganz entspannt das Segeln erleben, und mit dem Jugendschiff „Meu“, eine Comfortina 38, sind Fahrtentörns in der Ostsee möglich, die die Herausforderungen des Seesegelns lehren, aber auch immer wieder für entspannte und spannende Momente beim Segeln in der Sonne oder Ankern in einer verträumten Bucht bieten.

Das ist ein Facettenreichtum, der auch von der boot repräsentiert wird. Und so mischte sich boot-Director Petros Michelidakis gern unter die LYC-Jugendlichen, als er ein von der Jugendabteilung designtes Plakat für die Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften im Sommer überreicht bekam. „Es ist großartig, dass ihr alle hier seid und zeigt, wie toll Segeln ist“, so Michelidakis. „Euch brauchen wir, ihr seid die Zukunft. Bringt noch mehr Freunde mit – egal wie, Hauptsache sie kommen auf das Wasser. Ich freue mich schon, Euch im Sommer zur Travemünder Woche wiederzusehen.“

Mit lebhaften Erzählungen auf der Bühne, untermalt mit spannenden und selbst geschnittenen Videos und Fotos, machten die Lübecker Jugendlichen Appetit darauf, sofort ins Boot zu steigen und passten sich damit perfekt ein in das Konzept der boot, die die weltweit größte Wassersportausstellung unter den Slogan gestellt hat: Play now!

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Veröffentlicht am : 26.01.2017