Stars der Segelzene haben zur boot ihren großen Auftritt

Segel Center zur boot: Von Olympia bis Weltumseglung

Segeln ist … Abenteuer! Segeln ist … Spannung! Segeln ist: Urlaub, Weltumsegelung, Olympia, Extremsport! Und all diese Facetten haben ihren Auftritt bei der boot in Düsseldorf. Im Segel Center, dem Treffpunkt der Klassenvereinigungen in Kooperation mit der Segler-Zeitung, schlägt das Herz des Wind- und Wellensports. Die Bühne wird organisiert durch die Agentur Point of Sailing aus Kiel.

Die Bühne des Segel Center ist stets ein hochfrequentierter Ort zur boot. Foto Point of Sailing

Die Bühne des Segel Center ist stets ein hochfrequentierter Ort zur boot. Foto Point of Sailing

Die große Welt des Segelns Als erster deutscher Einhand-Weltumsegler hat Wilfried Erdmann bewiesen, was für ein Durchhaltevermögen er besitzt. Egal ob bei seiner ersten Weltumseglung (1967-1968), seiner Nonstop-Weltumsegelung gen Osten (1984-1985) oder in Richtung Westen (2000-2001), Wilfried Erdmann ließ sich nie aufhalten. 14 Jahre lag seine Aluminiumslup „Kathena nui“ auf dem Trockenen, bevor er sich mit Ehefrau Astrid auf seinen letzten großen Törn im Sommer 2016 begab. Vier Monate segelten sie auf der 10,60 Meter langen Rekordyacht über das Nordmeer nach Schottland. Die Reise endete auf Helgoland, denn dort schließt sich der Kreis für Deutschlands ersten Einhand-Weltumsegler. Action gibt es im Leben von Abby Ehler genug: Als Boat Captain des Team SCA, nahm sie mit einer reinen Frauencrew am Volvo Ocean Race 2014/15 teil. Sie engagiert sich als Marketing-Direktorin für das Project Magenta, das sich zur Aufgabe gemacht hat, Frauen im professionellen Segelsport zu fördern. Unterstützt wird sie dabei von Ehemann Thomas Ehler, ebenfalls Segler und Teil der Shore-Crew beim America‘s Cup. Das Publikum der Segel Center Bühne wird mitgenommen auf einen Trip quer durch die Ozeane und in das Leben einer reisenden Klein-Familie, denn das Ehepaar hat einen vierjährigen Sohn. Erdmann und Ehler werden sicherlich zu Anziehungsmagneten werden, wenn sie im Segel Center von ihren Erlebnissen berichten.

Rasanz auf der Regattabahn Erik Heil und Thomas Plößel sind der ganze Stolz des deutschen Olympischen Segelsports: Die Bronzemedaillen-Gewinner in der 49er Klasse haben sich ihren Traum erfüllt und sicherten sich die erste deutsche Segelmedaille seit acht Jahren. Bereits 15 Jahre segelt das Team erfolgreich zusammen. Ihre Erlebnisse und Eindrücke von Rio, wie es danach weiterging und welche zukünftigen Ziele sie sich nun gesetzt haben, schildern sie den Besuchern des Segel Centers. Anschließend laden sie zu einer Autogrammstunde am Stand des Deutschen Segler-Verbandes ein. Über die Chancen, Perspektiven und Entwicklungen des Olympischen Segelsports wird sich einer der bekanntesten dänischen Segler Jesper Bank mit der Nachwuchsseglerin in der 470er Klasse, Constanze Stolz, austauschen. Der zweimalige Goldmedaillen-Gewinner ist vielen durch das legendäre Finale gegen die deutsche Segelgröße Jochen Schümann im Match Race der Olympischen Spiele von Sydney 2000 bekannt. Durch seinen Einstieg bei Elvström Sails gelang ihm außerdem der Sprung von der Profisegel-Karriere zum weiteren beruflichen Erfolg. Jes Gram-Hansen ist Steuermann des SAP Extreme Sailing Teams. Er wird die rasanten Rennen der Extreme Sailing Series 2016 auf die Bühne holen. Seit seinen Anfängen bei der World Match Racing Tour in 2003 gilt der Däne als einer der besten Match Race Skipper seiner Generation.

Allein über den Atlantik Die Transat Barkley, die älteste Einhandregatta über den Atlantik, wird auf der Bühne im Segel Center von Phil Sharp vorgestellt. Er zählt zu den besten britischen Hochsee-Profis. Vergangenen Mai startete die Einhandregatta von Plymouth nach New York. Diese Tour einhand zu segeln, ist an sich schon eine große Herausforderung, doch kein anderer Segler hatte mit so vielen Komplikationen zu kämpfen wie der Brite. Dennoch schaffte er es mit beeindruckender Entschlossenheit, als Dritter in New York anzukommen. Während seine Geschichte als eine „true British underdog story“ (The Telegraph) bezeichnet wird, kann sich Anna-Maria Renken stolz die erste deutsche Frau, die an der Transat-Regatta teilnahm, nennen. Im Mai 2016 startete sie mit ihrer Class 40 „Nivea“ und kämpfte sich auf der Originalroute von Plymouth nach New York durch insgesamt fünf Tiefdruckgebiete – 21 Tage, 13 Stunden über 3.995 Seemeilen. Die einzige Frau, die es beim härtesten Transat-Rennen seit Langem bis ins Ziel schaffte. Doch die im Jahre 1981 in Bremen geborene, studierte Rechtwissenschaftlerin hat bereits ein neues Ziel: die Route du Rhum 2018, eine weitere Transatlantik-Einhandregatta über 3.540 Seemeilen. Den Sprung in die Welt der Hochsee-Regatten erhoffen sich viele Profisegler mit der Mini-Transat, die in einem Segelboot der Klasse Mini 6.50 (6,50m Länge und 3m Breite) gesegelt wird und die härteste Einhandregatta dieser Offshore-Klasse ist. Lina Rixgens ist gerade einmal 22 Jahre alt, weiß aber, was sie will: Als erste deutsche Frau möchte sie die Mini-Transat im Oktober 2017 segeln. Auf sich alleine gestellt, ohne moderne Kommunikationsmöglichkeiten und technische Navigationsmittel, nur mit Autopilot und GPS, die während der 15-20 minütigen Schlafphasen den Kurs halten. Davon träumt die Medizinstudentin. Andreas Deubel hat ebenfalls die Qualifikationen zur Mini-Transat 2017 erfolgreich durchlaufen. Der gebürtige Hamburger erlebte seine ersten Segeltörns bereits als Kleinkind. Nach vielen unterschiedlichen Bootserfahrungen entschied er sich 2006 zum Einhandsegeln, zunächst auf einer OK-Jolle. Doch Hochseeregatten üben auch auf ihn ihren Reiz aus, und er wechselte in die Mini 6.50-Klasse.

Umweltschutz und Segelsport Wenn es um Engagement geht, darf eine nicht fehlen: Emily Penn wird auch 2017 auf der Bühne im Segel Center sein. Die 25-jährige Skipperin, Ozean-Beauftragte und Künstlerin vermittelt als erfahrene Referentin die Bedeutung einer Verbindung zwischen Ozeanen und Menschen. Die Gesellschaft aufzuklären, zu sensibilisieren und die „Sea of Plastics“ zu thematisieren, sind ihr ein besonderes Anliegen. Emily leitet mit großem Erfolg weltweite Expeditionen. 2016 wurde sie mit dem FitzRoy-Adward ausgezeichnet. Außerdem ist sie die jüngste und einzige Frau, die die Preise Yachtmaster of the Year und Seamaster of the Year erhielt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit stehen auch bei Norbert Sedlacek im Mittelpunkt. Sein Projekt Ant-Arctic-Lab schreitet voran und soll 2018 starten. 34.000 Seemeilen: nonstop und einhand. Doch das allein reicht dem Extremsegler nicht. Es geht durch die Nordwestpassage und um Kap Hoorn durch alle Ozeane der Welt. Ohne Hilfe von außen will der Österreicher, der Weltumsegler und Teilnehmer an internationalen Regatten wie der Transat und dem Vendée Globe war, über die beiden Pol-Routen segeln. Dafür wird er an Bord des Open60-Prototypen gehen, denn auch technisch gesehen ist das Projekt eine Herausforderung für Material und Yacht.

Einhand Challenge Es gibt Einhandregatten über Ozeane und rund um die Welt. Wer sich nun fragen sollte, wie da eine Regatta, 134 Seemeilen um die dänische Insel Fünen mithalten könne, kann mit einer simplen aber wichtigen Antwort begeistert werden: Der „Ironman des Meeres“, das Silverrudder – Challenge of the Sea, ist die größte Einhandregatta der Welt. 2016 fand die Regatta zum fünften Mal statt – mit über 300 Teilnehmern. Von fünf bis sechs Windstärken über zahlreiche Flauten, mildem Spätsommerwetter mit einzigartigen Sonnenauf- und Untergängen bis zu nervenaufreibenden Situationen reichen die Erlebnisse. Diese Momente lassen die Skipper Peter Kohlhoff, Morten Bogacki und Bjarne Lorenzen für das Publikum aufleben.

__Zuhause auf dem Meer __ Eine andere Facette des Segelns zeigt Familie Lendfers, denn es muss nicht immer um die Schnelligkeit und Bezwingbarkeit der Wetter und Ozeane gehen. Die Familie segelt seit Juni 2013 um die Welt: „Wir haben keine Taschen voller Geld, dafür ein Schiff voller Kinder“, so das Credo. Auf der Bühne wird Corina Lendfers ihr neues Buch vorstellen und erzählen, wie es ist, jahrelang mit ihrem Ehemann Michael, fünf Kindern und einem Hund auf der Suncoast 42 Pinut zu leben. Vervollständigt wird das Programm von Blauwasserseglern Judith und Soenke Roever, die in drei Jahren entlang der Barfußroute um die Welt segelten und dabei 1200 Tage Samstag erlebten. Die Reisevorträge der Blauwassersegler sind seit Jahren Höhepunkte im Segel Center. Ebenso weiß Hinnerk Weiler, Weltenbummler auf 31 Fuß, worauf es ankommt. Von der Schiffsführung bis zur Ausrüstung, um 1.000 Meilen allein über den Ozean zu segeln und den Alltag zu bewältigen, gibt er Tipps. Auch Stefan Boden kennt sich bestens mit dem Einhandsegeln aus. Nach seinen Vorträgen und dem Buch „EinHundSegeln“ veröffentlichte er im Oktober 2016 sein neustes Werk „EinHandSegeln“. Darin widmet er sich den wichtigsten Tricks und Kniffen. Markus Silbergasser ist leidenschaftlicher Fahrtensegler, Blogger und Hobbyfotograf. Unter Segeln geht es für ihn zu den schönsten Orten der Welt. Mit der „Nambawan“ erlebt er seit 2012 unzählige Abenteuer auf dem Mittelmeer und entdeckte einzigartige Plätze im Ionischen Meer. Seine Geheimtipps gibt er zur boot gern preis. Er ist quasi auf einer Wellenlänge mit Thomas Käsbohrer, der ebenfalls vom Ionischen Meer und den Herausforderungen beim Sturmsegeln berichtet. Aber auch das Segeln im Norden hat seine Herausforderungen und viele schöne Seiten. Autor und Skipper Holger Peterson, der in seinem Boot Zuhause ist, weiß alles über das Trockenfallen, Gezeiten und Schleusen und natürlich, wie man das ganze Jahr in Deutschland an Bord leben kann. 500 Kilometer mit dem Schlauchboot durch Friesland, für Sebastian Janotta und seine „Bea“ war es ein einmaliger Törn. Außerdem erlebte er, dass es nicht immer in die Ferne gehen muss, um das Schöne zu sehen. Claus Aktropak ist „Zeitmillionär“. In dem gleichnamigen Film präsentiert der Skipper seinen Ostsee-Törn durch die Schären. Dabei hatte er nicht nur Zeit zum Segeln, sondern auch Zeit für das Songwriting. Im Segel Center berichtet er, wie er alle seine Zelte abbrach auf der Suche nach den großen Abenteuern. Meer statt Hörsaal und im Zweifel für den Segelsommer lautet die Devise von Maximilian Leßner. Kurz vor seinem Staatsexamen in Jura wagte der 24-Jährige den Ausstieg und begab sich mit seiner Sirius 26 „Nonsuch“ auf eine Ostseerundreise. Seine einmaligen Erlebnisse und die Faszination des Fahrtensegelns möchte er Nachwuchsskippern näher bringen.

Einmal rund um die Welt Nach viereinhalb Jahren auf See und rund 45.000 Seemeilen ist sie wieder da: Mareike Guhr, 47-jährige Weltumseglerin aus Hamburg, beendete ihre Weltumsegelung mit dem Katamaran „La Medianoche“ im September in Hamburgs Cityhafen. Die Bilanz ihrer Reise: 37 Länder 143 Inseln, 140 Mitsegler. Wolfgang Weber ist bereits 300.000 Meilen um die Welt gesegelt. Sein Vortrag „Warum Sie jetzt um die Welt segeln sollten und wie das am besten geht“ vermittelt Mut für Träumer und die Erkenntnis, dass die eigene Weltumsegelung einfacher umzusetzen ist als gedacht. Dass eine Weltumsegelung sogar ganz ohne eigenes Boot und mitten im Berufsleben möglich ist, bewies Sheila Rietscher und segelte „Hand gegen Koje“ um den Globus. Sie lässt das Publikum an ihren Erlebnissen und außergewöhnlichen Begegnungen teilhaben und gibt praktische Tipps zur Organisation des Aus- und Wiedereinstiegs ins Berufsleben.

Frauenpower im Segelsport Deutschlands beste Offshore-Frauencrew von der DK 46 „Tutima“ berichtet von den Highlights der Segelsaison 2016. Kirsten Harmstorf, Steuerfrau aus Hamburg, wird die Faszination des Offshore-Regattageschehens zusammen mit ihrem Team mit vielen Bildern im Gepäck greifbar machen. Die erfahrene Skipperin hat zusammen mit ihrer Crew bereits an zahlreichen nationalen und internationalen Regatten erfolgreich teilgenommen und weiß die Besucher des Segel Centers mit ihren Erlebnissen zu fesseln, Frauenpower kommt auch von den „Atlanticwomen2017“. Ihre Devise lautet: „Weil Mut gut tut“. Von November bis Dezember 2017 werden die acht Frauen von Gran Canaria nach Saint Lucia segeln. Wie die Frauen vom Volvo Ocean Race Team SCA wollen sie Gleichgesinnten beweisen, dass reine Frauencrews den Weg über den Atlantik sehr gut bewältigen können.

Deutscher Segler-Verband 2.0 DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner und Bildungsreferent Ulf Denecke zeigen die Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten am ausgebauten Bundesstützpunkt Kiel auf und geben einen Ausblick auf Tokio 2020. Athletiktrainer Hanspeter Lange erklärt die zunehmende Bedeutung der körperlichen Fitness im Segelsport und führt mit Erik Heil und Thomas Plößel effektive Übungen und Trainingsgeräte vor. Boris Hepp und Robert Jacobsen aus der Abteilung Technik unterhalten die Besucher mit Geschichten aus dem Vermesser-Alltag und geben nützliche Tipps zum Messbrief und internationalen Bootsschein. Unterstützung für Fahrtensegler gibt es aus der Kreuzer-Abteilung des DSV: Martin Muth gibt allgemeine Anregungen zur Törnplanung und beantwortet die wichtigsten Fragen zum Fahrtensegeln.

Klassenvereinigungen Die Segler-Zeitung als Partner des Segel Center konnte wieder diverse Klassenvereinigungen für die boot gewinnen. Vom Jüngstenboot Optimisten über die Einhand- und Zweihand-Jollen bis hin zu den offenen Kielbooten wird die ganze Palette der Regatta-, aber auch Fahrtensegelszene präsentiert. Die Klassenvereinigungen geben an ihren Ständen Tipps und Tricks weiter und informieren gern über Probesegel- und weitere Termine.

Servicethemen Beliebt und bekannt ist Dr. Meeno Schrader mit seinen Themen „rund um das Seewetter“. Welche Versicherungen wichtig sind und wie das optimale Segeltuch zu finden ist, wird von den Experten Dirk Hilcken (Pantaenius Yachtversicherungen), Robert Kühnen (Dimension Polyant), Ulrich Münker (Faber & Münker) und Jens Nickel (Segelwerkstadt Stade) beantwortet. Martin Krings von der Segler-Zeitung führt Trimmtipps direkt an einem Dickschiff und einer Jolle vor. Die Navigation auf kleinen Schiffen thematisieren Sören Zopf und Stephan Boden. Ulrich Dohrmann (Rigg Management) erläutert die häufigsten Probleme mit Rigg und Rollreff-Anlagen, und Richard Jeske (Well Sailing) beleuchtet die neue Rolle der Kapitäne in der Sportschifffahrt.

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Veröffentlicht am : 12.01.2017