Segelrevier

Schluchsee-Segler schlagen Alarm

Die Segelsportler am Schluchsee im Schwarzwald fürchten um ihr Segelrevier, wenn für 2017 die Konzession für die energiewirtschaftliche Nutzung des Schluchsees neu vergeben wird. Denn die Schluchseewerk AG beantragt eine neue Konzession mit Stau- und Absenkzielen, die das Segeln auf dem See massiv behindern bzw. gänzlich unmöglich machen würden.

Die Idylle des Schluchsee ist durch die beantragte Konzession der Schluchseewerk AG in Gefahr. Foto SV Schluchsee

Die Idylle des Schluchsee ist durch die beantragte Konzession der Schluchseewerk AG in Gefahr. Foto SV Schluchsee

Die beantragten Pegelstände bedrohen laut der Interessengemeinschaft Schluchsee sowie dem SV Schluchsee nicht nur massiv den Segelsport am Schluchsee, sondern sollen auch erhebliche Beeinträchtigungen von Natur, Tourismus, Freizeitnutzung und Gewerbe verursachen.

Der Schluchsee ist ein überregional bedeutsamer See für Natur, Tourismus und Freizeitnutzung, er ist das größte Segelrevier im Südwesten von Deutschland. Mit rund 600 Mitgliedern, davon über 100 Kinder und Jugendliche, ist der Segelverein Schluchsee einer der größten Segelvereine in Baden-Württemberg. Die Jugendabteilung des SVS wurde als „Jugendgruppe des Jahres 2013“ mit dem Youth-Sailing Award für die ausgezeichnete Jugendarbeit vom Landesseglerverband Baden-Württemberg ausgezeichnet.

Für den energietechnisch sinnvollen Betrieb als Pumpspeicherkraftwerk und die Nutzung als Laufwasserkraftwerk genügen laut SV Schluchsee 2,0 Höhenmeter Pegelunterschied. Die Schluchseewerk AG beantragt aber Pegelunterschiede von 7,0 Meter im Sommer- und 15,0 Meter im Winter-Halbjahr. Damit könnte das Werk besser auf den Handel an der Strombörse reagieren. Den monetären Interessen der Schluchseewerk AG stehen aber neben den Naturschutz-, Freizeit- und Erholungsaspekten über tausend Arbeitsplätze in der Freizeit- und Tourismusbranche in Schluchseeregion gegenüber.

In der Vergangenheit gab es eine freiwillige Verpflichtung der Schluchseewerk AG, während der Sommersaison den Wasserstand nicht unter den sogenannten Pfingstpegel von 924 m ü. NN abzusenken. Diese Verpflichtung wurde jahrzehntelang eingehalten. Jetzt will die Schluchseewerk AG eine Konzession für die neuen Stau- und Absenkziele von 60 Jahre erreichen.

Die Wassersportler fordern dagegen vom Regierungspräsidium Freiburg, vom 1. Mai bis 31. Oktober durchgehend ein Pegelstand von mindestens 925 m. ü. NN zu gewährleisten. Das maximale Stauziel sollte 928,6 Meter nicht überschreiten, da sonst der Kran für die Kielboote und der Rangierplatz sowie die Uferbereiche des Vereinsgeländes überschwemmt werden. Ein zu niedriger Wasserstand würde dagegen durch die zahlreichen Untiefen des Sees eine erhebliche Gefahr darstellen. Ein Regattabetrieb wäre nicht mehr möglich, die Segelschule müsste den Betrieb einstellen.

Weitere Infos findet man auf der Website der Interessengemeinschaft Schluchsee unter www.ig-schluchsee.de

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