Paralympisches Segeln

IMMAC Holding wird Partner des integrativen Segelsports beim SC Prien

Vor wenigen Tagen berichtete der SC Prien Chiemsee zur Jahreshauptversammlung über Probleme bei der Finanzierung seiner integrativen Sparte. Jetzt aber ist der Himmel über dem Chiemsee wieder blauer. Denn am 16. März besiegelte die IMMAC Holding AG per Handschlag von Prokurist Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen die Förderung des Behinderten-Segelsports bis 2018 mit insgesamt 12.000 Euro.

Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen (links) besiegelt die Partnerschaft mit Martina Blank und Lothar Demps vom SCPC. Foto: ra

Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen (links) besiegelt die Partnerschaft mit Martina Blank und Lothar Demps vom SCPC. Foto: ra

Auf den Weg gebracht wurde die Vereinbarung zwischen der IMMAC Holding und dem SCPC bereits vor einigen Wochen. Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen hatte in der Segler-Zeitung von den Problemen des SCPC gelesen. Hintergrund ist die Streichung des Segelsports aus dem paralympischen Programm, womit die Leistungssportförderung der öffentlichen Hand für diesen Bereich wegfällt. Damit steht der SCPC, der sich seit 2007 bundesweit einen hervorragenden Namen mit seiner integrativen Sparte gemacht hat, vor dem Problem, den bisher als Bundes- bzw. Landestrainer finanzierten Trainerpool so nicht mehr finanzieren zu können. „Es fehlen uns allein dadurch etwa 20.000 bis 25.000 Euro, um die integrative Sparte weiter in der bisherigen Form aufrecht erhalten zu können“, berichtet Lothar Demps, der wiedergewählte SCPC-Vorsitzende. Weitere Einschnitte muss der Behinderten-Segelsport durch den Wegfall der Förder-Initiative des Sailing Team Germany (STG) verkraften.

Für IMMAC, den führenden Investment-Spezialisten für soziale Investitionen in Europa, war das eine Situation, die man so nicht stehen lassen wollte. „Ich habe mich mit Marcus Schiermann (Gründer der IMMAC und Hauptanteilseigner, d. Red.) besprochen. Wir waren beide erschüttert, dass dieses tolle Projekt einfach zusammenfallen sollte. Wir glauben, der Behindertensport muss einen Platz haben – deutschlandweit, aber auch weltweit“, sagt Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen. Deshalb wurde die Idee geboren, den SCPC zu unterstützen. „Mit unserem IMMAC Sailing Team fördern wir seit 15 Jahren den Segelsport vom Jugendbereich bis hin zum Seesegeln. Mit der Unterstützung des SCPC durch die IMMAC Holding hoffen wir, ein Beispiel geben und Vorreiter für weitere Unterstützung sein zu können. Es ist das erste Mal, dass solch ein Projekt direkt in der Unternehmensgruppe angesiedelt ist.“

Für den SCPC-Vorstand ist die IMMAC-Förderung ein wichtiger Schritt und auch Mutmacher für weitere Gespräche, die mit der Gemeinde und der Sparkasse geführt werden, wie Lothar Demps berichtet. Für den Verein geht es zunächst darum, die Spanne bis 2018 zu überbrücken. Dann entscheidet das International Paralympic Committee (IPC) über den Kanon der Sportarten für die Spiele 2024. Und dafür hofft der Segelsport auf ein Comeback. „Wenn der Segelsport wieder im Programm ist, dann würden auch wieder öffentliche Gelder für den Leistungssport fließen“, so Demps.

Aktuell muss der Verein mit seinem Leistungskader noch improvisieren. Doch die IMMAC bringt schon mal Sicherheit bei der Weiterbeschäftigung der Trainer Christian, Sebastian und Niels Bittner sowie Andreas Bodler und Kai Schreiber. Und durch die Unterstützung des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BVS) sind auch die Teilnahmen an einigen wichtigen Meisterschaften gesichert. So werden die Sonar-Crew Michael Kern, Thomas Beer und Jörg Meierdiercks sowie die 2.4mR-Segler Christian Bodler, Sebastian Meierdiercks, Manfred Barhainski, Ingo Hesse und Christoph Vo am Berlin Cup, der Österreichischen Staatsmeisterschaft und natürlich an der vom eigenen Verein ausgerichteten Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Die Weltmeisterschafts-Teilnahme scheint dagegen aktuell nicht möglich. Obwohl diese in Kiel stattfindet, wären Kosten für Anfahrt und Unterbringung zu hoch.

Doch mit dem Prien Cup und der Deutschen Meisterschaft der Sonar und 2.4mR vom 21. bis 24. September hat der SCPC sein Highlight direkt vor der Haustür: „Und da freuen wir uns besonders, dass Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen die Schirmherrschaft übernommen hat und direkt miterleben kann, mit welcher Begeisterung beim SCPC gesegelt wird“, sagt Martina Blank, die Vizepräsidentin des SCPC, und Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen ergänzt, dass er gern so nah wie möglich dran sein möchte, vielleicht sogar die Chance nutzen kann, mal im Sonar mitzusegeln. Ein Bildband vom Chiemgau bekam er zur Vereinbarung der Partnerschaft bereits von Martina Blank und Lothar Demps überreicht.

Für den SCPC ist die Ausrichtung der Meisterschaft eine große Möglichkeit, um sein Programm öffentlich zu präsentieren. Der Club kooperiert mit Schulen, steigt mit dem integrativen Training bereits im Opti ein und hat ein besonderes Augenmerk auf den bisher paralympischen, aber auch offen gesegelten Klassen 2.4mR und Sonar. So kommen zu den Trainings mitunter 30 Aktive zusammen, 80 bis 90 sind es insgesamt – bunt gemischt mit und ohne Handicap.

IMMAC wird dies gern hanseatisch zurückhaltend begleiten. „Natürlich werden wir in irgendeiner Form sichtbar sein. Aber uns ist es wichtig, hier diese Aufbauarbeit zu gewährleisten und mit dazu beizutragen, dass über das Projekt gesprochen wird. Das tragen wir auch gern in unser Sailing Team hinein“, so Matthias Graf zu Castell-Rüdenhausen.

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Veröffentlicht am : 21.03.2017