Kieler Woche

Viel Sonne bedeutet viel Arbeit

Eine Wetterlage, über die sich viele Kieler Woche-Besucher sicherlich freuen, bedeutet für den Diplom-Meteorologen Meeno Schrader aufgrund schwieriger Windbedingungen eine Herausforderung. Täglich erstellt er an den Regatta-Tagen Wetterprognosen für die Wettkampfleitung, Segler und Besucher.

Diplom-Meteorologen Meeno Schrader Foto: Katrin Heidemann

Diplom-Meteorologen Meeno Schrader Foto: Katrin Heidemann

Nach einer relativ eindeutigen Wettersituation am ersten Regatta-Tag gestalten sich die Prognosen am zweiten etwas komplizierter. „Heute gibt es viel zu tun. Das Wetter ist vielversprechend, aber die Thermik macht die Wettervorhersagen kniffliger. Die Sonne erzeugt eigene Windsysteme. Das kann gut sein, macht aber viele Wetterentwicklungen möglich“, erklärt Schrader, der auf der Kieler Woche im Auftrag der boot Düsseldorf tätig ist.

Nach der Datenerfassung am frühen Morgen in seiner Firma WetterWelt eilt Meeno Schrader während der Kieler Woche in Schilksee von einer Wettervorhersage zur nächsten. Die Ersten, die zu Beginn des Regattatages erfahren, aus welcher Richtung der Wind weht, sind die Wettfahrtleiter. Nächster Stopp für den Wetterexperten ist die boot Lounge, wo sich täglich ab 8.40 Uhr die Segler zur Wettervorhersage versammeln. Ab 10.30 Uhr erklärt Schrader den Kieler Woche-Besuchern auf der Audi-Bühne, was wettermäßig auf sie zukommt. Zusätzlich werden die aktuellen Wetterdaten auf dem Offenen Kanal übertragen sowie am Regattahaus ausgehängt. Daneben sind sie unter https://seaman.wetterwelt.de in einer Web-App abrufbar.

Schrader erwartet heute zahlreiche Briefings mit der Wettfahrtleitung, mit der er sich kontinuierlich trifft, mitunter 15-Minuten-Takt. „Heute gibt es viel zu tun. Es gilt ständig herauszufinden, auf welcher Bahn sich der Wind hält und wo auch für die letzten Wettfahrten des Tages noch genug Wind weht“, so der Wettermann. Die Vorhersagen für die einzelnen Bahnen sei eine besondere Herausforderung, weil die Anfahrtswege für die Segler teilweise recht lang sind. „Es ist eine spannende Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Ich wollte immer für die Kieler Woche-Regatten als Wetterexperte tätig sein“, betont Schrader, der selbst Segler ist.

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Veröffentlicht am : 18.06.2017