Kieler Woche

Nur Segeln ist schöner

„Wenn ihr im Weltall seid, ist es vorbei“, sagt Ronja Splieth und schaut fragend zu den beiden Jungs im Trapez. „Seid ihr schon im Weltall?“ Oskar und Keno Horn nicken, Splieth hilft ihnen aus den Ausreitgurten. Ein wenig wackeln die Beine der Geschwister noch, sie haben gerade den ersten Ritt ihres Lebens absolviert. Auf einem 49er, dem olympischen Skiff, das Seglern Zirkusakrobatik abverlangt.

Keno und Oska Horn mit 3D-Brille im Trapez. Foto: K. Müller

Keno und Oska Horn mit 3D-Brille im Trapez. Foto: K. Müller

Dass Keno und Oskar dabei gleich abgehoben sind, liegt daran, dass ihre Segelpremiere virtuell stattgefunden hat – mit 3D-Brillen auf den Nasen, in denen ein täuschend echter 360-Grad-Film abläuft. Dreht man sich um, wächst das Blickfeld statt am Bildrand zu enden.

Ausreitgurt anziehen, auf den Ausleger klettern, Beine durchstrecken, hängen lassen und mit den Crews des Sailing Team Germany (Justus Schmidt/Max Boehme und Erik Heil/Thomas Plößel) ein paar flotte Trainingsrunden drehen, ist die Devise. Während man im Trapez hängt, wechselt die Perspektive rasant – mal ist man mit an Bord, mal daneben, mal in dem Helikopter, aus dem der 360-Grad-Film gedreht wurde. Ganz am Ende dann der Zoom hinaus – bis rauf ins All. Täglich zwischen 10 und 19 Uhr können kleine und große Besucher der Kieler Woche es in Schilksee kostenlos selbst versuchen.

„Mit dieser Weltpremiere geben wir jedem Besucher die Chance, einmal einen 49er zu erleben“, sagt Johannes Polgar, zuständig für Event- und Sportsponsoring der Audi AG Deutschland. „Wir wollen zeigen, was technisch möglich ist, und die Emotionen des Segelns transportieren.“
Zu denen gehört auch eine große Portion Glück für den deutschen Segelkader, der am Dienstag offiziell zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio entsandt wird. Wer ihnen gute Wünsche mit auf den Weg geben will, hinterlässt seinen Gruß auf einer Leinwand in der Audi Lounge.

Die Alles überragende Audi Lounge weist 2016 ein völlig neues Konzept auf: Unten warten virtuelle Abenteuer (wer nicht ins Trapez will, kann sämtliche Audi-Modelle im 360-Grad-Rundgang inspizieren) und eine gemütliche Sitzecke mit Live-Übertragung der Regatten. Ergänzt wird dieser virtuelle Rundgang durch einen Audi h-tron in der Lounge und der Audi Q2 2.0 TDI quattro auf der Bühne in der Audi Sailing Arena sowie ein Audi Q7 e-tron 3.0 TDI quattro und der Audi 3.0 TDI quattro vor der Audi Lounge.

In der ersten Etage tummeln sich Segler des Audi Sailing Team Germany und Gäste des Premium-Partners der Kieler Woche, die sich hier entspannen, speisen und einen famosen Blick auf das Regattageschehen und die Audi Sailing Arena haben. Drinnen baumeln Vereinsstander über dem Tresen, eine Holzjolle wurde zur komfortablen Sitzbank umfunktioniert. „Die Atmosphäre soll Menschlichkeit transportieren und zeigen, wie sehr der Segelsport sich geöffnet hat“, sagt Polgar, selbst Segelsportler und ehemaliger Tornado-Olympiasieger und Starboot-Europameister.

Während Gäste und Segler in der ersten Etage miteinander ins Gespräch kommen, und dabei den Kommentatoren der TV-Übertragung lauschen, hängen eine Etage weiter unten inzwischen Leonie Borchert (10) und Vavek Singh (10) auf der Kante. Drei Minuten dauert der Geschwindigkeitsrausch, dann ist die rauschende Fahrt vorbei. Leonie zieht die Brille vom Kopf. „In Echt hätte ich Angst vor dem Wasser, glaube ich“, meint die Schülerin. Dann, nach einem schnellen Blick auf den baumelden Trapezhaken: „Darf ich nochmal?“

K. Müller

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Veröffentlicht am : 19.06.2016