Kieler Woche

In Kiel gegen das paralympische Aus ein Zeichen setzen:

Nach dem paralympischen Aus für den Segelsport führt der Weg zur Wiederaufnahme des Segelns ins Programm der Paralympics über Kiel. Im Rahmen der Kieler Woche werden die „Para World Sailing Championships“ ausgetragen. Die große Zahl von Meldungen dafür ist die beste Werbung für den paralympischen Status.

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, bezeichnet die Entscheidung, Segeln aus dem Programm der Paralympics zu streichen, als einen sportpolitischen Betriebsunfall. Foto: Kieler Woche/okPress

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, bezeichnet die Entscheidung, Segeln aus dem Programm der Paralympics zu streichen, als einen sportpolitischen Betriebsunfall. Foto: Kieler Woche/okPress

Über fünf Olympiaden, von Sydney im Jahr 2000 bis Rio de Janeiro im Vorjahr, war Segeln eine paralympische Sportart. In Tokio wird der Segelsport nicht mehr Bestandteil der Paralympischen Spiele sein. Als Antwort darauf hat der Weltseglerverband, World Sailing, einen „paralympischen“ Strategieplan für die Jahre 2017 bis 2020 aufgestellt. Ziel ist die Wiederaufnahme des Segelns in das paralympische Programm. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg sind die „Para World Sailing Championships“.

Als einen sportpolitischen Betriebsunfall bezeichnet Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), die Entscheidung, Segeln aus dem Programm der Paralympics zu streichen. Der Verband hätte erst von der Entscheidung erfahren, als diese schon recht festgezurrt und kein Verantwortlicher mehr auszumachen gewesen wäre, so Beucher. Umso mehr begrüßt der Verbandspräsident die große Zahl von Meldungen für die „Para World Sailing Championships“. „An die 100 Athleten aus über 40 Nationen aus der ganzen Welt nehmen teil. Das ist die richtige Antwort auf das Aus und die beste Werbung für die Sportart“, sagt Beucher.

Auch die kommissarische Präsidentin des Deutschen Seglerverbandes (DSV) Mona Küppers bedauert das paralympische Aus für den Segelsport sehr: „Es ist eine Schande, dass genau die Sportart gestrichen wird, in der behinderte und nichtbehinderte Sportler gemeinsam in einer Bootsklasse antreten können.“ Eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen Seglerverband und dem Deutschen Behindertensportverband soll Abhilfe schaffen. Die Verbände planen, spätestens ab Mitte kommenden Jahres eine gemeinsame Koordinierungsstelle aufzubauen und sich zusammen für die Wiederaufnahme des Segelns in die Paralympischen Spiele einzusetzen.

Mona Küppers, die kommissarische Präsidentin des Deutschen Seglerverbandes

Auch die kommissarische Präsidentin des Deutschen Seglerverbandes (DSV) Mona Küppers bedauert das paralympische Aus für den Segelsport. Foto: Kieler Woche/okPress

Ende des Jahres oder Anfang 2018 fällt die Entscheidung, ob Segeln wieder ins Programm der Paralympischen Spiele aufgenommen wird. DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher zeigt sich nach dem Melderekord für die Championships in Kiel optimistisch: „Mir ist um die Zukunft des paralympischen Segelns nicht bange.“

Die Kieler Woche setzt dafür Zeichen. Seit 2000 sind die 2.4mR in die Kieler Woche integriert, seit 2008 segeln die Behinderten und Nicht-Behinderten in Kiel die 2.4mR open. Mehr Inklusion geht nicht.
In diesem Jahr segeln in der ersten Kieler-Woche-Hälfte die 2.4mR open (Pre-Worlds), ab Mittwoch wird die Para World Sailing Championships in den Klassen 2.4mR und Hansa 303 ausgesegelt.

Der Präsident des Weltsegler-Verbandes, Kim Andersen (Dänemark) eröffnet die PWSC heute Abend um 20 Uhr, nachdem sich die über 80 Segler/innen aus 41 Nationen vor dem olympischen Feuer in Kiel-Schilksee versammelt haben.

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Veröffentlicht am : 20.06.2017