470er-Junioren-Weltmeisterschaft

Goldene Spanierinnen, silberne Spanier - Deutsche Damen verpassen Podium

Es war wie ein Befreiungssprung: Als Silvia Mas und Paula Barcelo aus Spanien beim Medal Race am letzten Sonntag der Kieler Woche als zweites Boot über die Ziellinie fuhren, stand fest, dass sie Weltmeisterinnen sind – und sprangen vor Freude gleich in die Ostsee.

Frederike Loewe ud Anna Markfort verpassten knapp eine Medaille. Foto segel-bilder.de

Frederike Loewe ud Anna Markfort verpassten knapp eine Medaille. Foto segel-bilder.de

„Wir sind überglücklich, wir waren die ganze Woche über so angespannt. Heute Abend feiern wir!“, sagte Mas. Mit von der Partie werden definitiv auch ihre Landsleute David und Alex Charles sein. Die spanischen Zwillingsbrüder freuen sich mit Mas/Barcelo und über ihren eigenen Vize-Weltmeistertitel.

Junior-WM der Männer: Der Weltmeistertitel geht nach Japan an das Team von Keiju Okada und Naoya Kimura, die es spannend machten: Ob sie Gold wirklich mit nach Hause nehmen würden, entschied sich erst auf dem letzten Vorwindkurs der Finalwettfahrt. Lange lagen Okada/Kimura auf Platz acht und hätten in dem Fall eine Stufe auf dem Podium hinabsteigen müssen. Doch sie passierten die Linie als sechstes Boot – und entschieden den Downwindkrimi damit für sich.

Der letzte von fünf Wettfahrttagen schickte noch ein weiteres japanisches Team aufs Podium. Daichi Takayama und Akira Takayanagi fuhren sich in einem souveränen Medal Race auf den Bronzeplatz – und überholten damit die bisher vor ihnen liegenden Crews Guillaume Pirouelle/Valentin Sipan (Frankreich, Gesamtplatz vier), Giacomo Ferrari/Giulio Calabro (Italien, Gesamtplatz fünf) und Maor Abu/Yoav Rooz (Israel, Gesamtplatz sechs).

Nachdem ein Protest von Okada/Kimura die Vorjahres-Vizeweltmeister Malte Winkel und Matti Cipra (Kiel) am Samstagabend von Platz zwei auf Rang sieben verwiesen hatte, stand für das deutsche Favoritenteam schon vor dem Start des Medal Races fest, dass maximal noch Silber drin ist. Durch einen fünften Platz im alles entscheidenden Medaillenrennen blieb es jedoch bei Rang sieben am Ende der Juniorenweltmeisterschaft.

Junior-WM der Damen: Vor dem Medal Race der Frauen war, genau wie bei den Männern, auf den Podiumsplätzen noch nichts entschieden – am Ende gingen jedoch alle Seglerinnen mit der Platzierung aus der Wettfahrt heraus, mit der sie in sie gestartet waren: Gold geht an die starken Spanierinnen Mas/Barcelo, Silber an die überraschenden Französinnen Marina Lefort und Lara Garnier, Bronze an die Vorjahres-Vizemeisterinnen Maria Bozi und Rafailina Klonaridou aus Griechenland. Nachdem die Griechinnen im Medal Race als siebte ins Ziel gegangen waren, sah es zunächst danach aus, dass die deutsche Crew Frederike Loewe und Anna Markfort an ihrer statt aufs Podium segeln würde. Doch eine Disqualifikation der zu früh gestarteten Italienerinnen Paternoster/Karuso ordnete die Platzierungen nochmal neu - zur großen Enttäuschung von Loewe/Markfort. Und selbst die vorgerückte griechische Crew zeigte nur verhaltenen Freude: „Wir haben in den letzten Tagen so viele Fehler gemacht, eigentlich wäre Platz eins drin gewesen. Nun schauen wir auf Olympia 2020.“

Als Fünftplatzierte schließen die Titelverteidigerinnen Benedetta die Salle und Alessandra Dubbini die Juniorinnen-Weltmeisterschaft 2016 ab. Ihre Vorhersage, „Es wird schwierig den Titel zu verteidigen, die Konkurrenz aus Spanien und Griechenland ist stark“, sollte sich bewahrheiten: Ein Medaillenplatz für sie war schon vor dem Start des Medal Races ausgeschlossen.

Stanislav Kassarov, Präsident der internationalen 470er-Klassenvereinigung, freute sich über die starke und erfolgreiche Teilnahme der zahlreichen neuen Crews im Feld: „Für über 70 Prozent der Teilnehmer war es die erste 470er-Meisterschaft. Ich bin sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Kieler Woche. Für die Klasse war es eine großartige Möglichkeit hier zu sein.“ Der Klassen-Präsident lobte die Bedingungen an Land und auf dem Wasser. „Es war eine unglaublich beeindruckende Veranstaltung“, so Kassarov. Dazu sei die mediale Arbeit des Kieler-Woche.tv und der Presseabteilung perfekt. „Dadurch wurde enorm für die 470er-Klasse und den Segelsport geworben“, lobte Kassarov Kiel.

Ergebnisse:

470 M JWM: (11) 1. Keiju Okada / Naoya Kimura (JPN,2/1/2/5/7/4/8/1(11)10/12) Punkte 52; 2. David Charles / Alex Charles (ESP,4/11/1/4/3/1(24)2/19/8/2)55; 3. Daichi Takayama / Akira Takayanagi (JPN,11/3/5/14/1/7(22)6/12/1/4)64; 4. Guillaume Pirouelle / Valentin Sipan (FRA,(17)2/3/3/6/9/1/7/15/5/16)67; 5. Giacomo Ferrari / Giulio Calabro (ITA,7/8/4/1/1/15(19)18/1/2/14)71; 6. Maor Abu / Yoav Rooz (ISR,6/6/6/1/2/8/12(22)4/13/18)76;

470 W JWM: (11) 1. Silvia Mas Depares / Paula Barcelo Martin (ESP,5/10/1/2/4/2(17)1/14/1/4) Punkte 44; 2. Marina Lefort / Lara Granier (FRA,1/2/10/5/8/14/6/5/3(20)12)66; 3. Maria Bozi / Rafailina Klonaridou (GRE,3/3/4/6/10/3(14)11/9/6/14)69; 4. Frederike Loewe / Anna Markfort (Kiel,4/4/11(31)1/5/7/6/18/7/8)71; 5. Benedetta Di Salle / Alessandra Dubbini (ITA,(24)14/3/4/3/7/13/15/13/5/6)83; 6. Fabienne Oster / Anastasiya Krasko (Kiel,20/20/16/7/7/8(21)7/2/2/2)91;

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Veröffentlicht am : 26.06.2016