Kieler Woche

Dabeisein für das große paralympische Ziel

Gemeinsam verfolgen sie ein großes Ziel: die Wiederaufnahme des Segelns in das Programm der Paralympics. Mit ihrem Erscheinen in Kiel unterstreichen sie die Wichtigkeit des paralympischen Segelns.

Cherrie Pinpin von den Philippinen segelt Hansa 303. Foto: Kieler Woche / K. Heidemann

Cherrie Pinpin von den Philippinen segelt Hansa 303. Foto: Kieler Woche / K. Heidemann

Nach dem paralympischen Aus für das Segeln nach den Paralympics in Rio de Janeiro 2016 hat der Weltseglerverband, World Sailing, einen „paralympischen“ Strategieplan erstellt, damit Segeln ab der Spiele in Tokio 2024 wieder paralympisch ist. Die Championships in Kiel sind Teil des Plans. Knapp 90 Athleten aus über 40 Nationen haben für die Para World Sailing Championships in Kiel gemeldet.
„Wir wollen zeigen, dass wir eine aktive, große Gemeinschaft sind. Mit unserem Antreten in Kiel wollen wir sagen: Bringt uns 2024 zurück in die Paralympics. Wir sind mehr als bereit dafür“, sagt Seglerin Cherrie Pinpin von den Philippinen. Für sie bedeutet die Regatta in Kiel gleich mehrere Premieren. Es ist ihr erster Aufenthalt in Europa. Außerdem geht sie erstmals in der Bootsklasse Hansa 303 an den Start.

„Wir haben diese Bootsklasse nicht auf den Philippinen. Ich kann es kaum erwarten, damit zu segeln. Es ist sehr aufregend“, erklärt die junge Frau, die sich in ihrer Heimat stark für die Rechte der Sportlerinnen mit Behinderungen einsetzt. Nach langem Warten auf ihr Einreisevisum und einer fast 20-stündigen Fluganreise ohne Begleitperson als Hilfe freut sich die einseitig beinamputierte Sportlerin über das sommerliche Wetter in Kiel. „Ich bin neidisch auf die guten Segelbedingungen hier. Ich hatte befürchtet, ich müsste einem extradicken Neoprenanzug tragen“, erklärt die Seglerin.

Ebenfalls erstmals in Europa segelt auch Andrew May aus Neuseeland. Er tritt in der Bootsklasse 2.4mR bei den Para World Sailing Championships an. Mit seiner Meldung für die Regatta will auch er Flagge für das Segeln als paralympische Disziplin zeigen. Aus Kostengründen ist er alleine angereist, obwohl Neuseeland Segelsportler mit Behinderungen auch nach dem paralympischen Aus im Gegensatz zu vielen anderen Nationen noch relativ gut unterstützt. May freut sich auf die Wettfahrten und das Treffen mit Athleten aus seiner Sportart: „Das Segelrevier sieht vielversprechend aus. Das wird eine gute Regatta.“

Heute starten die 2.4mR und Hansa 303 um 12 Uhr. Es sind zwei Wettfahrten angesetzt.

Veröffentlicht am : 22.06.2017