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10/02 2010

73. WARNEMÜNDER WOCHE: Seeregatten unter neuer Leitung

„Die Seesegler sind das Herzstück der Veranstaltung, schließlich haben sie vor 84 Jahren die erste Warnemünder Woche ins Leben gerufen. Wir wollen ihnen noch mehr bieten", lautet die Ansage des Vorsitzenden des Warnemünder Segel-Club e.V., Malte Arp. Der Hauptausrichter der Warnemünder Woche lässt sogleich Taten folgen: Mit Uwe Wenzel, Vorsitzender der Regatta Vereinigung Seesegeln, gewann er einen bekannten Wettfahrtleiter für sein umfangreiches Programm der Dickschiffsegler. Der Regattaausschuss des Segelsportevents ist zufrieden: „Wir begrüßen die Entscheidung, denn Qualität und Kontinuität verbunden mit Service für die Segler ist das Hauptanliegen des Regattaausschusses", bemerkt Chairman Bernd-Leopold Käther.

Gemäß dem Motto neue Besen kehren gut, stehen bei der 73. Auflage der Veranstaltung vom 3. bis 11. Juli nun einige Änderungen auf dem Programm: So wurde die Kühlungsbornregatta am ersten Veranstaltungssonnabend durch eine Mittelstrecke ersetzt: Künftig geht es beim Warnemünde-Cup auf einen attraktiven 40-60 Seemeilen-Kurs. Am Sonntag, 4. Juli, geht die hanseboot Open Offshore in die Offensive. Nach der Premiere der Hochseeregattaserie im vergangenen Jahr stehen am 4. Juli zunächst zwei Up&Down Wertungen auf dem Programm, der Start für Rund Bornholm (zählt ebenfalls zur hanseboot Open Offshore Serie) wurde auf den Montag vorverlegt. „Der Anteil von Chartercrews an dieser Regatta steigt kontinuierlich - dem wollen wir Rechnung tragen und komprimieren somit das Regattaprogramm für die Hochseesegler", erklärt Käther. Neben dem traditionellen Kyria-Pokal für die schnellste Yacht nach Yardstick gibt es bei Rund Bornholm den „Knurrhahn-Pokal" für die schnellste Yacht nach ORC neu. Gestiftet wird er vom Warnemünder Segel-Club e.V..

Auch am begleitenden Landprogramm für die Seesegler wurde gefeilt. Neben den bekannten und gleichermaßen begehrten Klassikern der Steuermannsbesprechung und Siegerehrung am Leuchtturm erwarten die Teilnehmer noch mehr Parties auf der Mittelmole oder im Yachthafen Hohe Düne.

Überarbeitet wurde auch das Sicherheitskonzept der Seeregatten: Geplant ist, alle Teilnehmer mit einem GPS-Tracker auszustatten, so dass der Kurs und die Position einer Yacht online im Internet verfolgt werden kann. „Für uns bedeutet das ein Plus an Sicherheit, da wir immer wissen, wo sich unsere Teilnehmer befinden. Den Zuschauern und auch Familienangehörigen bringt es zudem die Hochseesegelei näher und quasi nach Hause, für die Segler ist es eine neue taktische Variante", ist sich Käther sicher. Verhandlungen mit einem Anbieten laufen bereits.

Alle weiteren Klassen und Höhepunkte der WARNEMÜNDER WOCHE unter www.warnemuender-woche.com. Die Ausschreibung erscheint Anfang Februar 2010.







HOO = hanseboot Open Offshore

Was gehört dazu?

·      Mittelstrecke (Warnemünde-Cup amm 3.7.)

·      Zwei Kurzstrecken (Up&Downs am 4.7.)

·      Langstrecke (Rund Bornholm, Start am 5.7.)

Gewertet wird nach ORCi und IRC

15/12 2009

Regattaausschuss verstärkt sich

Seit 2007 gibt der Regattaausschuss den Kurs der WARNEMÜNDER WOCHE vor. Das neunköpfige Gremium unter Leitung von Chairman Bernd-Leopold Käther aus Berlin setzt sich aus ambitionierten Seglern oder Wettfahrtleitern aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Vor Kurzem hat der Regattaausschuss Verstärkung bekommen: Den Sportkoordinator der Hansestadt Rostock, Gisbert Knorr, und die Unternehmensberaterin Birgit Böhm aus Berlin. Für beide steht nicht nur der Spaß an der Mitarbeit im Vordergrund, auch die Überzeugung, der Veranstaltung etwas zurück geben zu wollen. Die SZ sprach mit den Neuzugängen im Regattaausschuss aber alten Hasen der Veranstaltung.





SZ: Herr Knorr, Sie sind das zehnte Mitglied im Regattaausschuss. Ist Ihre Mitarbeit nicht längst überfällig gewesen?



Knorr: In gewisser Weise schon. Seit 1974 bin ich bei der WARNEMÜNDER WOCHE dabei. Erst als Aktiver in olympischen Bootsklassen, dann als Trainer und schließlich in der Wettfahrtleitung des Rostocker Yacht Clubs. Die Veranstaltung wird immer umfangreicher und anspruchsvoller vom Programm her, was sich auch auf die Organisationsstrukturen niederschlägt. Gemeinsam mit Jörn Borowski und Egbert Swensson haben wir im Rostocker Yacht Club gesagt, dass es an der Zeit ist, der Veranstaltung etwas zurück- oder weiterzugeben.





SZ: Wie sieht das konkret aus?



Knorr: Zunächst einmal arbeite ich aktiv als Vertreter für den Rostocker Yacht Club im Regattaausschuss mit. Eine meiner Aufgaben ist beispielsweise die Begleitung der Erstellung von Ausschreibung und Segelanweisung. Auch fungiere ich als Bindeglied zwischen meinem Club und dem Regattaauschuss. Seit 1991 stellen wir die Wettfahrtleitung beim Laser Europa Cup, dem teilnehmerstärksten Feld der Veranstaltung, da gibt es immer viel zu bedenken.





SZ: Was haben Sie sich für 2010 vorgenommen?



Knorr: Wir als Rostocker Verein möchten aktiv etwas beisteuern für die Regattaaktivitäten in Rostock. Außerdem möchten wir dazu beitragen, dass das Team um Bernd-Leopold Käther gefestigt wird und dass die WARNEMÜNDER WOCHE als WARNEMÜNDER WOCHE weiter lebt. Denn das familiäre Flair an Land und das gemeinsame Miteinander - insbesondere unter den Seglern - ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung.





SZ: Frau Böhm, was werden ihre Aufgaben im kommenden Sommer sein?



Böhm: Ich bin im Regattaausschuss die verantwortliche Ansprechpartnerin für den Standort Hohe Düne. Neben der Mittelmole haben dort ja insbesondere die Kielbootklassen ihren Stützpunkt. Ich bin sowohl für die Planung im Vorfeld als auch das Handling während der Veranstaltung zuständig.





SZ: Was hat Sie dazu bewogen, im Regattaausschuss mitzuarbeiten?



Böhm: Ich bin viele Jahre lang selbst mitgesegelt bei der Veranstaltung und habe Spaß am Organisieren. Es ist eine tolle Möglichkeit, interessante Menschen kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig alte Gesichter wieder zu sehen.





SZ: Warum engagieren Sie sich gerade bei dieser Veranstaltung?



Böhm: Die WARNEMÜNDER WOCHE ist mit ihren zwei Standorten, dem Segelrevier und der Atmosphäre einmalig. Die vielen, vielen ehrenamtlichen Helfer sind einfach die Seele der Veranstaltung. So etwas findet man nicht überall.



SZ: Welche Ziele haben Sie sich für die kommende Veranstaltung gesetzt?



Böhm: Dass wir es schaffen, mehr Meldungen als im Vorjahr zu bekommen und am Ende zufriedene Segler zu haben, die auch gerne wiederkommen.





SZ: Vielen Dank für das Gespräch.



Die 73. WARNEMÜNDER WOCHE findet vom 3.-11. Juli 2010 statt.

Mehr Informationen: www.warnemuender-woche.com







Nadja Arp



16/10 2009

Sieben auf einen Streich: Warnemünde 2010 - Das Revier für Meister

Der Dyas-Meister 2010 wird vor Warnemünde ausgesegelt.

Sieben Meisterschaften stehen bei der 73. WARNEMÜNDER WOCHE zwischen dem 3. und 11. Juli 2010 auf dem Programm. Das Revier vor den Toren der Hansestadt Rostock ist so begehrt wie nie. Doch setzen die Organisatoren im kommenden Jahr nicht nur auf meisterliche Wettfahrten, auch auf die Dickschiffszene: Die Hochseeregattaserie „hanseboot Open Offshore" soll weiter ausgebaut werden.



Wir freuen uns über so große Resonanz, die Nachfrage war wieder hervorragend", blickt der Chairman des Regattaausschusses, Bernd- Leopold Käther, erfreut in das Programm der kommenden WARNEMÜNDER WOCHE. Mit sieben Meisterschaften, dem Laser Europa Cup, der „hanseboot Open Offshore" und den Einzelwertungen der Seeregatten inklusive Rund Bornholm setzt die Veranstaltung weiterhin auf Qualität und hochwertigen Segelsport. Den Auftakt auf dem Wasser bereiten im kommenden Jahr die Drachen: Bereits einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der WARNEMÜNDER WOCHE, also am 2. Juli, beginnen sie mit ihren Ranglistenregatten. „Als Drachensegler freue ich mich natürlich sehr über das Erscheinen der Klasse, auch wenn ich selber dann leider nicht mitsegeln kann", so Käther. Am Samstag folgen dann weitere 12 Klassen in der ersten Wochenhälfte. Allen voran die Laser mit dem Laser Europa Cup, zu dem wieder rund 200 Segler aus 30 Nationen erwartet werden. Weitere Höhepunkte im ersten Teil der Veranstaltung sind die German Open der Streamline und die Internationalen Deutschen Meisterschaften der Dyas. Doch fällt die Spannung danach keineswegs ab: Auch in der zweiten Wochenhälfte bleibt es meisterlich. FD, 505er und 29er laden zur Internationalen Deutschen Meisterschaft, Melges 24 und J24 zur German Open nach Warnemünde ein. „Wir rechnen mit Deutschlands Topseglern und freuen uns auf qualitativ hochwertige Wettfahrten", freut sich Käther.

Auch bei der „hanseboot Open Offshore" wird im kommenden Jahr auf Qualität gesetzt. Die Hochseeregattaserie, die in diesem Jahr erstmalig die Kombinationswertung von Kurz-, Mittel- und Langstreckenregatta bot, soll weiter ausgebaut werden: „Die Premiere in diesem Jahr hat gezeigt, dass das Format ankommt und der Bedarf da ist", ist sich Käther sicher. Attraktiver Bestandteil ist nach wie vor die Langstreckenregatta Rund Bornholm. Insgesamt werden zur 73. WARNEMÜNDER WOCHE rund 26 Bootsklassen an den Start gehen und zehn Tage lang im Yachthafen auf der Mittelmole, in Hohe Düne und am Weststrand Segelsport vom Feinsten zeigen.





Höhepunkte der 73. WARNEMÜNDER WOCHE vom 3. Bis 11. Juli auf einen Blick:

- Laser Europa Cup

- Internationale Deutsche

Meisterschaften der

• 29er

• Dyas

• Flying Dutchman

• 505er

- German Open der

• Streamline

• Melges 24

• J24

- hanseboot Open Offshore

- Langstreckenregatta Rund Bornholm

Und Drachen, H-Boot, Pirat, OK, Finn, Korsar, 420er, 470er, Raceboard, RS:X Neil Pryde, Big Tecno, Platu 25, Bäderregatta Ausschreibung und Online- Meldung unter www.warnemuender-woche.com









NDR und OZ weiterhin im Boot

Die Begeisterung schwappte über: Das NDR-OZ-Medienzelt auf der Promenade ist zur WARNEMÜNDER WOCHE

nicht nur ein Meeting-Point der Rostocker Society, es wird mehr und mehr zum Stützpunkt des Segelsports an Land. Etliche Redakteure und Mitarbeiter der Medienpartner OZ und NDR tauchten für zehn Tage in die Materie ein und transportierten den Segelsport an Land. Erstmalig war in diesem Jahr der Niege Ümgang live und bundesweit im Fernsehen zu sehen, täglich gab es in den Zeitungen Lustiges, Buntes, Sportliches und Gesellschaftliches zu lesen. Auch ein Besuch im Medienzelt lohnte sich immer: Das attraktive Programm mit Kochshows, Kindertag und karibischer Musik sorgte für Begeisterung unter den Besuchern der WARNEMÜNDER WOCHE. Die gute Botschaft zum Schluss: Bereits jetzt haben die Ostsee-Zeitung und der Norddeutsche Rundfunk eine Fortsetzung der Zusammenarbeit angekündigt.

15/09 2009

73. WARNEMÜNDER WOCHE wird meisterlich

Acht Meisterschaften im Rahmen der Veranstaltung 2010



Von Schwachwind bis Sturm, Tragödie bis Triumph und Klassik bis Kultur: Die 72. WARNEMÜNDER WOCHE Anfang Juli hatte alles zu bieten. Insgesamt wurden Titel in 24 Wertungsklassen vergeben, gut 1700 Segler aus 31 Nationen lieferten sich in mehr als 750 Booten und Boards harte Kämpfe auf See. An Land zählten der "Niege Ümgang" zum Auftakt, das Rostocker Pilsener Waschzuberrennen und die Drachenbootrennen zu den Highlights. Insgesamt besuchten rund 700 000 Gäste die Veranstaltung - so viele wie nie zuvor.

Doch ist nach der WARNEMÜNDER WOCHE immer auch vor der WARNEMÜNDER WOCHE und die 73. kommt ganz bestimmt. Wir sprachen mit Chairman Bernd-Leopold Käther vom Regattaausschuss der WARNEMÜNDER WOCHE über Vergangenes und die Zukunft.





1) Herr Käther - mit etwas Abstand betrachtet - waren Sie zufrieden mit der diesjährigen WARNEMÜNDER WOCHE?

Ja, im Großen und Ganzen war ich sehr zufrieden mit der 72. WARNEMÜNDER WOCHE. Die zahlreichen Helfer und Wettfahrtleitungen haben sich an Land und auf dem Wasser ordentlich ins Zeug gelegt und ihren Urlaub geopfert, um diese Segelwoche zu einem Erfolg werden zu lassen. Dafür gebührt ihnen großer Dank und viel Anerkennung.



2) Was waren aus Ihrer Sicht die diesjährigen Höhepunkte?

Natürlich waren die Surfer diesmal das Highlight mit ihren Deutschen Meisterschaften und anschließenden Weltmeisterschaft, aber auch - wie immer - der international sehr gut belegte Laser Europa-Cup. Doch auch die Deutschen Meisterschaften der Kielzugvögel wie auch die anderen Klassenregatten boten guten Sport bei fairen Bedingungen wie auch „ Rund Bornholm", die wieder einmal gezeigt hat, dass eine Langstreckenregatta etwas ganz besonderes ist.



3) Worauf legt der Regattaausschuss im kommenden Jahr sein Augenmerk?

Wir haben uns nach der Veranstaltung sofort hingesetzt, um die Stärken und Schwächen der diesjährigen Warnemünder Woche genau zu analysieren. Fehler sind erkannt und müssen beseitigt werden, Stärken weiter ausgebaut werden. Dafür werden wir den Winter nutzen, um letztendlich den Seglern und Teilnehmern noch mehr Spaß, Freude und Service bei der Veranstaltung bieten zu können.



4) Gibt es schon Pläne für das Programm der 73. WARNEMÜNDER WOCHE?

Der Termin- und Klassenplan für 2010 ist so gut wie fertig, letze Abstimmungen mit den Klassen laufen. Im nächsten Jahr werden wir während der WARNEMÜNDER WOCHE, die vom 3. bis 11. Juli 2010 geht, höchstwahrscheinlich acht Deutsche Meisterschaften und German Open haben. Darüber hinaus bewerben wir uns auch wieder um den Laser Europa Cup und wollen die "hanseboot Open Offshore" weiter ausbauen.



5) Können Sie schon genauere Details bieten?

Auf der hanseboot 2009 Ende Oktober werden wir das gesamte und endgültige Programm der 73. Warnemünder Woche 2010 vorstellen. Wie immer sind wir mit einem großen Stand in den Messehallen unseres Hauptsponsors, der Hamburg Messe und Congress GmbH vertreten, um Kontakte mit den Seglern zu pflegen und Segelsportinteressierte für Warnemünde zu begeistern.





Besuchen Sie uns auf der 50. hanseboot vom 24. Oktober bis 1. November 2009.

12/07 2009

Warnemünder Woche: Wechselhaft und Wunderschön

Die 72. Warnemünder Woche hatte alles zu bieten, von Schwachwind bis Sturm, von Tragödie bis Triumph, von Klassik bis Kultur. Maks Wojcik aus Polen konnte am Sonnabend die WM der Raceboards gewinnen und im olympischen Finn legte Jan Kurfeld aus Rostock eine beeindruckende Siegesserie hin. Insgesamt wurden bei der 72. WARNEMÜNDER WOCHE Titel in 24 Wertungsklassen vergeben. Gut 1700 Segler aus 31 Nationen lieferten sich in mehr als 750 Booten und Boards harte Kämpfe. An Land zählten der "Niege Ümgang" zum Auftakt, das Rostocker Pilsener Waschzuberrennen und die Drachenbootrennen zu den Highlights. Insgesamt besuchten rund 700 000 Gäste die Veranstaltung - so viele wie nie zuvor.

Das zweite Wochenende bot Extreme: viel Wind kostete die Segler am Sonnabend alle Kraftreserven, am Sonntag hieß es dann, sich bei Schwachwind in Geduld zu üben. Jan Kurfeld ließ dabei die Konkurrenz in der olympischen Finn-Dinghy Klasse fast durchgängig im Heckwasser und legte mit sechs Siegen in sieben Rennen eine beeindruckende Serie vor. "Jan kennt hier einfach jede Welle beim Namen und fährt momentan echt super", sagte Anian Schreiber (21). Der Ravensburger trainiert am Olympiastützpunkt in Kiel und segelte vor Warnemünde in Kurfelds Heckwasser auf Rang drei.Altmeister André Budzin aus Schwerin sicherte sich Silber. "Ich hatte mir schon gewünscht, dass Jan gewinnt, er hat eine tolle Serie hingelegt und ich bin fast ein bisschen neidisch", sagte Budzin. Der Schweriner freute sich über den Erfolg seines Finn-Team-Germany, denn neben Kurfeld ist auch der Drittplatzierte Anian Schreiber aus der Fördergruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat den Nachwuchs zu unterstützen. Der Sieger sieht seinen Erfolg gelassen. "Vor der Haustür wollte ich natürlich unbedingt gewinnen. Jetzt konzentriere ich mich auf die EM in Bulgarien Ende August und will dort unter die Top 16 fahren", so der Juniorenweltmeister von 2007 und Junioreneuropameister von 2008. "Zur EM hat Jan noch mal die Gelegenheit seine Stärken in einem Weltklasse-Feld umzusetzen", so Budzin, der in diesem Jahr mit Gold bei der Masters-WM seinen Saisonhöhepunkt ersegelte.

Im vergangenen Jahr bei der Weltmeisterschaft der OK-Jollen mußte er sich mit Platz 10 begnügen - diesmal holte sich der Neuseeländer Greg Wilcox in einem spannenden Finale den Sieg in Warnemünde. Dabei verwies er den mehrfachen Weltmeister Karsten Hitz nach sieben Rennen auf Rang zwei. Der Kieler wurde wegen Pumpens im letzten Lauf erwischt und verschenkte damit die Chance auf den Sieg. "Auch wenn diesmal wegen des Starkwindes nicht so viele gestartet sind, konnte ich doch einige der weltbesten Segler schlagen", freute sich Wilcox, der seit einigen Jahren in Potsdam lebt. Der 48-Jährige segelt gerade auf Erfolgskurs, konnte auch schon die Kieler Woche gewinnen und hofft nun auf einen Platz unter den Top 10 bei der Weltmeisterschaft im August in Schweden.

Auf Bahn Delta wurde alles versucht, um eine Wettfahrt zu absolvieren, aber nach gut zwei Stunden schickte Wettfahrtleiter Frank Piotrowski die 505er, Piraten und Korsare unverrichteter Dinge wieder an Land. Somit standen die Sieger in diesen Klassen fest: Stephan Schweiger (Höhenkirchen) konnte mit Vorschoter Thorsten Koch in der 505er Klasse gewinnen, Marko Anderssohn und Thomas Anderssohn (Cottbus) lagen am Ende bei den Piraten vorne und die Korsar-Flotte hatten Dirk Braun/Jürgen Kruck auch aus Wuppertal im Griff.

Auf Bahn Golf konnte bei den Platu, J/24 und Melges immerhin noch eine Wettfahrt beendet werden und die Süddeutschen Segler spielten ihre Leichtwindfähigkeiten voll aus. Günther Tzeschlock aus Eigeltingen am Bodensee fuhr bei den Melges auf Platz eins und holte sich damit den Gesamtsieg vor dem gestern noch Führenden Jörn Petri aus Flensburg. Lars Bähr aus Werneuchen und sein Team zeigten in der Platu 25 Klasse bei den wechselhaften Bedingungen die beste Konstanz und holten sich den Sieg vor Reinhard Hübner aus Berlin. Und die Wertung der J/24 Klasse gewann Jan Hössermann und seine Hamburger Crew.

Die unter Rekordbeteiligung von 114 Startern ausgetragene Weltmeisterschaft der Raceboards wurde bereits am Sonnabend entschieden. Der Pole Maksimilian Wojcik erkämpfte den Titel und verwies Moritz Martin auf Rang zwei. "Es war eine spannende Serie und ich bin natürlich sehr glücklich, dass es am Ende geklappt hat", freute sich der 25-Jährige Sieger. "Ich war sehr angespannt, als der Titel in greifbare Nähe rückte und der Druck war enorm. Es ist mein bisher größter Erfolg. Ich trainiere auch im polnischen Kader der Olympischen RS:X Klasse, aber ich liebe die Atmosphäre bei den Raceboards, das ist purer Amateursport!", schwärmte der Pole, der zum ersten Mal bei der WARNEMÜNDER WOCHE startete.

Der geschlagene Konkurrent Moritz Martin aus Linsengericht bei Frankfurt freute sich nach der ersten Enttäuschung auch über seinen Vizeweltmeistertitel. "Das letzte Rennen habe ich noch mal gewinnen können, das war gut fürs Ego und natürlich ist auch der Vizetitel ein toller Erfolg. Aber es war ein Kopf an Kopf Rennen und ziemlich knapp", so Martin (26) nach dem Abschluss der Serie. Dritter wurde mit klarem Punkteabstand der Slowake Patrik Pollak.

Rund 700 Segler aus 27 Nationen waren bereits in der ersten Hälfte der Warnemünder Woche voll auf ihre Kosten gekommen. Der Pole Jonasz Stelmaszyk konnte dabei den Laser Europa Cup für sich entscheiden, der Kieler Toni Wilhelm gewann die Internationalen Deutschen Meisterschaften der RS:X. Martin Moritz gab bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Raceboards mit einem ersten Platz bereits seine Visitenkarte für anschließend ausgetragene Weltmeisterschaft ab. Mit Starkwind kämpften die Yachten der Bornholm Rund Regatta. Von den insgesamt 67 gestarteten Yachten gaben 21 auf. Als erste Yacht querte die "Scho-ka-Kola" von Uwe Lebens aus Norderstedt nach 36 Stunden und 51 Minuten die Ziellinie. Die V.O.R. Yachten "SEB II" und "Illbruck" verpassten den Streckenrekord deutlich.

"Es waren sowohl für die Teilnehmer als auch für die Wettfahrtleitungen anspruchsvolle Bedingungen, die alle gut gemeistert haben", resümierte Chairman Bernd-Leopold Käther nach dem Ende der Segelregatten. "Die Segler haben sich alle sehr zufrieden geäußert. Ein großer Dank geht an das tolle Team hier vor Ort, das während der Veranstaltung einen hohen persönlichen Einsatz gebracht hat", lobte er.

Zufriedenheit auch bei den Organisatoren an Land: 700 000 Zuschauer waren an den zehn Veranstaltungstagen nach Warnemünde geströmt. Mit dem längsten Zug in der Geschichte (1,8 km, 3000 Teilnehmer) ging der "Niege Ümgang" zum Auftakt durch die Straßen, 13 Waschzuberrennen durchpflügten den Alten Strom. "Die Händler sind sehr zufrieden in diesem Jahr, wobei unsere Medienpartner, die Ostsee-Zeitung und der NDR, eine sehr wichtige Rolle spielten: Der Zuspruch war an allen Tagen sehr gut", wusste Jörg Bludau von der Agentur KVS, die für die Händlermeile und das Kulturprogramm auf der Bühne am Leuchtturm zuständig war, zu berichten. 80 Stände waren auf der Promenade und am Alten Strom vertreten, etwa 900 Einzelpersonen hatten am Kulturprogramm mitgewirkt. "Die Resonanz war sehr gut, wir denken über eine Erweiterung der Meile nach, auch wird es im kommenden Jahr wohl ein Feuerwerk geben", blickte Bludau voraus. "Die Stimmung auf der Warnemünder Woche war sehr gut und sehr freundlich. Mithilfe der Medienpartner ist es gelungen, in der Öffentlichkeit eine breite Resonanz zu erzielen und die große Bandbreite der Veranstaltung darzustellen", fasste auch Holger Bellgardt vom Büro Hanse Sail der Stadt zusammen. Mit dem 11. Die nächste Warnemünder Woche findet vom 3. bis 11. Juli 2010 statt.

Endergebnisse:  
WM Raceboard: Endstand nach 12 Wettfahrten: 1. Maksimilian Wojcik (Polen) 12 Punkte; 2. Martin Moritz (Linsengericht) 15; 3. Patrik Pollak (Slowakei) 28; 4. Pierre Loquet (Frankreich) 29; 5. Steffano Leonezzi (Griechenland ) 35; 6. Andre Hartung (Binnen) 46.

Olympische Finn Klasse: Endergebnis nach 7 Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld (Warnemünde) 6 Punkte; 2. André  Budzien (Schwerin) 16; 3. Anian Schreiber (Kiel) 22; 4. Matthias Bohn (Rostock) 29; 5. Ulli Kurfeld (Rostock) 35; 6. Lennart Luttkus (Tönisvorst)  35.

505er Klasse: Endergebnis nach 3 Wettfahrten: 1. Stephan Schweiger/Thorsten Koch (Höhenkirchen) 4 Punkte; 2. Hendrik Schultz/Ute Oberländer (München) 7; 3. Andreas Jungclaus/Axel Priegann (Ammersbek) 8; 4. Martin Bernauer/Brandt Robert (Berlin) 19; 5. Enno Wilts/Marcus Neuss (Zingst) 19; 6. Alexander Gensch/Oliver Korittki (Hannover) 22.

OK-Jolle: Endergebnis nach 7 Wettfahrten: 1. Greg Wilcox (Potsdam) 16 Punkte; 2. Karsten Hitz (Kiel) 17; 3. Jørgen Lindhardtsen (Dänemark) 25; 4. Oliver Gronholz (Kiel) 25; 5. Martin v. Zimmermann (Hamburg) 26; 6. Sönke Behrens (Hamburg) 33.

420er Klasse: Endergebnis nach 3 Wettfahrten: 1. Paul Preuß/Jonas Kunow (Borgsdorf) 9 Punkte; 2. Jan-Phiipp Hofmann/Felix Brockerhoff (Langenfeld) 16; 3. Tim Schneider/Lukas Haschke (Neuenkirchen) 19; 4. Matti Cipra/Nils Thore Heilmann (Wismar) 22; 5. Johanna Claus/Anna Bach (Wittenförden) 25; 6. Vincent Dürr/Lucas Thielemann (Wismar) 25.

Korsar Klasse: Endergebnis nach 5 Wettfahrten: 1. Dirk Braun/Jürgen Kruck (Wuppertal) 9 Punkte; 2. Uti Thieme/Frank Thieme (Berlin) 13; 3. Stephan Arlt/Carsten Fischbach (Berlin) 13; 4. Jan Recknagel/Sascha Broy (Schorndorf) 16; 5. Peter Tschada/Thomas Warminger (Berlin) 23; 6. Denis Trötschel/Yvonne Diestelmann (Wuppertal) 25.

Pirat-Klasse: Endergebnis nach 5 Wettfahrten: 1. Marko Anderssohn/Thomas Anderssohn (Cottbus)  8 Punkte; 2. Bernd Höft/Burkhard Rieck (Rostock) 8; 3. Thomas Heldt/Benjamin  Schrepf (Schwerin) 10; 4. Simone Witte-Wahrendorf/Silke Kinner (Berlin) 12; 5. Kai Köhler/André Rosenberg (Hamburg) 17; 6. Peter Anders/Peter Bark (Güstrow) 23.

Melges 24 Klasse: Endergebnis nach 7 Wettfahrten: 1. Günter Tzeschlock (Eigeltingen) 14 Punkte; 2. Jörn Petry (Flensburg) 18; 3. Sven Christian Koch (Flensburg) 22; 4. Markus Scheel (Lübeck) 25; 5. Michael Krause (Hamburg) 27; 6. Peter Göckel (Greifgenberg) 29.

Platu 25 Klasse: Endergebnis nach 7 Wettfahrten: 1. Lars Baehr (Werneuchen OT Löhme) 7 Punkte; 2. Reinhard Hübner (Berlin) 11; 3. Jens Ahlgrimm (Niederstotzingen) 18; 4. Andre Teutenberg (Dortmund) 22; 5. Rüdiger Margale (Arnsberg) 28; 6. Martin
Gnass (Hamburg) 37.

J/24 Klasse: Endergebnis nach 7 Wettfahrten: 1. Jan Hössermann (Hamburg) 6 Punkte; 2. Frithjof Schade (Berlin) 13; 3. Fabian Damm (Hamburg) 16; 4. Marc Christiansen (Berlin) 38; 5. Jan-Peter Helms (Hamburg) 66; 5. Martin Setzkorn (Rostock) 66.

12/07 2009

Warnemünde: "Scho-Ka-Kola" gewinnt hanseboot-Pokal

Bei der Siegerehrung der Rund Bornholm Regatta am Leuchtturm von Warnemünde wurden die erfolgreichen Langstreckensegler geehrt.
Sieger der Klasse Yardstick 1 wurde die "Norder" von Robert Beck und "Tzigane" von Hannes Nissen gewann die Gruppenwertung Yardstick 1b.In der Klasse Yardstick 2 hatte Ulrich Groß mit der "Viva" die Nase vorne und die "Kea" von Andreas Wenndorf ging als einziger der Gruppe Yardstick 3+4 ins Ziel und gewann somit diese Wertung. Bei den ORC Klassen gewann "Imagine" von Heiko Steinbrückner die Klasse ORC 1, und "Bella" von Jörn Schlanert siegt in der ORC 2 Gruppe.Falk Einecke gewann mit "Geronimo" die Klasse ORC 3+4. Den Wettstreit zwischen den beiden V.O.R. Yachten konnte die "SEB II" mit Steuermann Martin Kringel für sich entscheiden. Die Rundbornholm Regatta in der Klasse hanseboot Open Offshore gewann die "Ilvitello" von Christoph Avenarius.
Sonderwertungen: Den Kyria Pokal für die schnellste Yacht nach berechneter Zeit geht an die "Imagine" von Heiko Steinbrückner. Uwe Lebens gewinnt mit seiner "Scho-Ka-Kola" den hanseboot Pokal für die schnellste gesegelte Zeit Rund Bornholm. Die beste Yacht mit Heimathafen Rostock wurde die "Kea von Andreas Wenndorf und der Preis für die beste Charteryacht ging an Arne Kölpin mit der Extra Fun.
Die Sonderwertung Double-Hand, für Zweiercrews konnte die "Kea" gewinnen und der Sonderpreis für die älteste Crew ging an die "Anna von Braun" von Joachim Müller.

11/07 2009

Warnemünde feiert Surf-Weltmeister aus Polen

Foto: Warnemünder Woche/Pepe Hartmann

Mit viel Wind begann das zweite Wochenende der WARNEMÜNDER WOCHE: Der starke Wind forderte den Seglern viel ab, aber auf allen Bahnen konnten drei Wettfahrten absolviert werden.Auch der Wettfahrtleiter auf Bahn Echo, Steffen Kinzl, ließ noch drei Rennen segeln bevor die unter Rekordbeteiligung von 114 Startern ausgetragene Weltmeisterschaft der Raceboards entschieden war.

Der Pole Maksimilian Wojcik erkämpfte am Ende den Titel und verwies Moritz Martin auf Rang zwei. "Bei diesen abwechslungsreichen Bedingungen kamen vor allem Allrounder wie Moritz und ich für den Titel in Frage, es war eine spannende Serie und ich bin natürlich sehr glücklich, dass es am Ende geklappt hat", freute sich der 25-Jährige Sieger. "Ich war sehr angespannt, weil der Titel in greifbare Nähe rückte, und der Druck war enorm. Jetzt bin ich überglücklich über den Sieg! Es ist mein bisher größter Erfolg. Nach einem Jugend-WM Sieg mit 16 freue ich mich sehr, dass ich jetzt  erneut Weltmeister werden konnte. Gute Ergebnisse kommen vor allem durch den Spaß am Surfen zustande. Das ist wie in einer Ehe, man muss auch in schweren Zeiten durchhalten, um schließlich Erfolg zu haben.
Ich trainiere auch im polnischen Kader der Olympischen RS:X Klasse, aber ich liebe die Atmosphäre bei den Raceboards, das ist purer Amateursport!", schwärmte der Pole, der zum ersten Mal bei der WARNEMÜNDER WOCHE startete.Der geschlagene Konkurrent Moritz Martin aus Linsengericht bei Frankfurt freute sich nach der ersten Enttäuschung auch über seinen Vizeweltmeistertitel. "Das letzte Rennen habe ich noch mal gewinnen können, das war gut fürs Ego und natürlich ist auch der Vizetitel ein toller Erfolg. Aber es war ein Kopf an Kopf Rennen und ziemlich knapp", so Martin nach dem Abschluss der Serie. "Ich hatte am Sonnabend ein paar Probleme mit dem Material und bin mit einer Finne nicht so klar gekommen, dadurch fehlten mir am Ende hier und da einzelne entscheidende Punkte", berichtete der 26-Jährige. Dritter wurde mit klarem Punkteabstand der Slowake Patrik Pollak.

Jan Kurfeld ließ die Konkurrenz in der Finn Klasse auch am zweiten Tag alt aussehen und legte mit sechs Siegen eine glatte Serie vor. Theoretisch müsste er am Sonntag noch nicht einmal mehr antreten, denn der Sieg ist dem Warnemünder bereits sicher. "Jan kennt hier einfach jede Welle beim Namen und fährt momentan echt super", sagte Anian Schreiber. Der Ravensburger trainiert am Olympiastützpunkt in Kiel und segelte vor Warnemünde in Kurfelds Heckwasser auf Rang zwei. "Heute war ich nicht ganz zufrieden, obwohl ich die Bedingungen mag. Je mehr Wind umso besser. Auch wenn ich nach3 Wochen Training ohne Pause ziemlich platt bin, wäre mir auch für morgen viel Wind nur recht - ich will noch mal angreifen", so der 21-Jährige Kadersegler. Damit meint er eher die Absicherung nach hinten, denn auf Rang drei folgt punktgleich Altmeister André Budzin aus Schwerin.

Mit hängenden Schultern stand die Crew der "Working Girl" am Sonnabend unter dem Kran im Yachthafen Hohe Düne, als der Rettungskreuzer ihre Melges 24 in den Hafen schleppte. "Es hat plötzlich tierisch geknallt, dann ist das Boot auf die Seite gekippt und wir sind gekentert", berichtete Christian Stoppenbrink (Berlin), Eigner der "Working Girl". Der Kiel des 7,30 Meter langen Bootes war glatt abgebrochen. Doch die Rettungskräfte waren schnell zur Stelle und die Crew ist ohne Blessuren, mit einem gehörigen Schrecken davon gekommen. Die Klassenwertung führt derweil die Crew um Jörn Petri aus Flensburg vor Günter Tzeschlock (Eigeltingen am Bodensee) an.

Für die jüngsten Teilnehmer der Veranstaltung in der Bootsklasse 420er, standen nach der gestrigen Zwangsruhe heute zwei Wettfahrten auf demProgramm: Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff konnten sich mit zwei Tagessiegen an die Spitze des 41 Boote zählenden Feldes setzen. Bei den 505er führt nach dem ersten Tag das Duo Stephan Schweiger / Thorsten Koch aus Höhenkirchen.
Alle Ergebnisse unter: www.warnemuender-woche.com

10/07 2009

Warnemünder Woche: Stürmischer Freitag

Am siebten Tag der Warnemünder Woche konnte erst am Nachmittag gesegelt werden, nachdem der Wind etwas nachgelassen hatte. Jan Kurfeld sicherte sich die Führung in der olympischen Finn-Dinghy Klasse, bei den OK-Jollen fuhr der Neuseeländer Greg Wilcox nach zwei Wettfahrten auf Rang 1. Drei Rennen stehen für die Weltmeisterschaften der Surfer im Buch.
Die Wettfahrtleiter hatten am Freitag einiges zu beraten, bevor sie die Segler mit ordentlicher Verspätung aufs Wasser schicken konnten. Als Verantwortliche beobachteten sie die Wetterentwicklung ganz genau. Erst um 13.30 Uhr kam dann endlich das Signal: "Es flaut ab, wir versuchen es", verkündete Hauptwettfahrtleiter Uli Finckh. Zwei Wettfahrten waren für die meisten Klassen drin, bis dann eine Unwetterwarnung die Segler wieder an Land schickte. Nur die Jugendklasse 420er konnte bei diesen Bedingungen keine Wettfahrt absolvieren.
In der olympischen Finn Dinghy Klasse ging wegen des Starkwindes nur ein Teil der Segler aufs Wasser. Von den 46 Einhandseglern blieben 30 an Land. Aber Lokalmatador Jan Kurfeld, Sieger der Warnemünder Woche 2008, machte der kräftige Wind nichts aus. Er konnte seine Siegambitionen am ersten Tag bereits mit zwei Erfolgen unterstreichen. "Es war ein Auftakt nach Maß, im ersten Rennen musste ich mich noch nach vorne arbeiten, aber der zweite Lauf war ganz ok", meinte der Warnemünder bescheiden. Tatsächlich segelte Kurfeld
im zweiten Rennen einen glatten Start-Ziel-Sieg und fuhr mit weitem Abstand vor dem Feld über die Ziellinie. Bruder Uli Kurfeld, selber im Finn unterwegs, kam grinsend vorbei: "Ich hab deine Segelnummer gar nicht mehr erkennen können, so weit warst du vorne", rief er seinem Bruder zu. Zweiter ist nach dem ersten Tag Anian Schreiber aus Kiel, der in beiden Wettfahrten als Zweiter über die Ziellinie kam.
Bei den OK Jollen, die im vergangenen Jahr ihre Weltmeisterschaft zur Warnemünder Woche ausgetragen hatten und von dem Revier immer wieder schwärmen, erkämpfte sich Greg Wilcox am ersten Tag die Führung. "Die Warnemünder Wocheist bei mir Pflicht, es macht immer wieder Spaß", so der in Potsdam lebende Neuseeländer. Mit einem Tagessieg und einem vierten Platz liegt er Punktgleich vor Martin von Zimmermann (Hamburg). Auf Rang drei folgte der vielfache Deutsche Meister und ehemalige Weltmeister Karsten Hitz aus Kiel, der die erste Wettfahrt des Tages als Schnellster beendete, dann aber im zweiten Lauf fünf Punkte auf dem Konto verbuchen musste.Die Auswertung der anderen Klassen wird erst später erwartet.

Am zweiten Wochenende der WARNEMÜNDER WOCHE geht es noch einmal hoch her auf dem Wasser: Bereits um 9 Uhr starten die Kielschiffe am Sonnabend zur Mecklenburgischen Bäderregatta. 26 gemeldete Schiffe kämpfen um das beliebte Sherryfass der "hanseboot".

Um den Pokal "750 Jahre Wendisches Quartier der Hanse" segeln die Teilnehmer der erstmalig ausgetragenen, gleichnamigen Regatta. Oberbürgermeister Roland Methling fordert im Rahmen der Regatta "750 Jahre Wendisches Quartier der Hanse" seine Rathaus-Kontrahenten auf dem Wasser heraus. Auf zwei  Segelyachten sticht er mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, Rainer Albrecht, dem zweiten stellvertretenden CDU Fraktionsvorsitzenden, Frank Giesen, Thomas Asendorf von der FDP-Fraktion sowie Evelyn und Friedrich Koch vom Rostocker Bund in See. Start ist um 12 Uhr im Stadthafen, Ziel Warnemünde. Parallel dazu starten die Jüngsten im Optimist zum Junior-Cup "750 Jahre Wendisches Quartier der Hanse".

Bei der Siegerehrung der Rund Bornholm Regatta am Leuchtturm von Warnemünde wurden die erfolgreichen Langstreckensegler geehrt. Sieger der Klasse Yardstick 1 wurde die "Norder" von Robert Beck und "Tzigane" von HannesNissen gewann die Gruppenwertung Yardstick 1b. In der Klasse Yardstick 2 hatte Ulrich Groß mit der "Viva" die Nase vorne  und die "Kea" von Andreas Wenndorf ging als einziger der Gruppe Yardstick 3+4 ins Ziel und gewann somit diese Wertung. Bei den ORC Klassen gewann  "Imagine" von Heiko Steinbrückner die Klasse ORC 1, und "Bella" von Jörn Schlanert siegt in der ORC 2 Gruppe. Falk Einecke gewann mit "Geronimo" die Klasse ORC 3+4. Den Wettstreit zwischen den beiden V.O.R. Yachten konnte die "SEB II" mit Steuermann Martin Kringel für sich entscheiden. Die Rundbornholm Regatta in der Klasse hanseboot Open Offshore gewann die "Ilvitello" von Christoph Avenarius.Sonderwertungen: Den Kyria Pokal für die schnellste Yacht nach berechneter Zeit geht an die "Imagine" von Heiko Steinbrückner. Uwe Lebens gewinnt mit seiner "Scho-Ka-Kola" den hanseboot Pokal für die schnellste gesegelte Zeit Rund Bornholm. Die beste Yacht mit Heimathafen Rostock wurde die "Kea von
Andreas Wenndorf und der Preis für die beste Charteryacht ging an Arne Kölpin mit der Extra Fun. Die Sonderwertung Double-Hand, für Zweiercrews konnte die "Kea" gewinnen und der Sonderpreis für die älteste Crew ging an die "Anna von Braun" von Joachim Müller.

Vorschau für Sonnabend, den 11. Juli:
9 Uhr: Start Mecklenburgische Bäderregatta (Seekanal)
11 Uhr: Start der Wettfahrten für die WM Raceboard, Finn, 420er, 505er, Finn, J24, Korsar, Melges 24, OK, Pirat, Platu 25.
18 Uhr: Siegerehrung WM Raceboard (Bootshalle Hohe Düne)
19 Uhr: Siegerehrung Mecklenburgische Bäderregatta (Festzelt Mittelmole)

Vorschau für, Sonntag, den 12. Juli:
11 Uhr: Start der Wettfahrten für Finn, 420er, 505er, Finn, J24, Korsar, Melges 24, OK, Pirat, Platu 25.
Ab 17 Uhr: Siegerehrungen in allen Klassen (Bootshalle Hohe Düne und Festzelt Mittelmole)

Ergebnisse:Olympische Finn Klasse: Gesamtstand nach 2 Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld
(Warnemünde) 2 Punkte; 2. Anian Schreiber (Kiel) 4; 3. Matthias Bohn
(Deutschland) 7; 4. André Budzien (Schwerin) 9; 5. Lennart Luttkus (Tönisvorst) 10; 6. Ulli Kurfeld (Rostock) 13.
OK -Jolle: Gesamtstand nach 2 Wettfahrten: 1. Greg Wilcox (Potsdam) 5
Punkte; 2. Martin v. Zimmermann (Hamburg) 5; 3. Karsten Hitz (Kiel) 6; 4. Sönke Behrens (Hamburg) 9; 5. Jørgen Lindhardtsen (Dänemark) 9; 6. Oliver Gronholz (Kiel) 10.

09/07 2009

Warnemünder Woche: Kräftiger Wind im zweiten Teil

Foto: Warnemünder Woche/Pepe Hartmann

Mit fünf bis sechs Beaufort wehte es am Donnerstag über die aufgewühlte Ostsee vor Warnemünde und der Starkwind forderte seine Opfer. Kurz vor dem Start auf Bahn Foxtrott brach nicht nur der Mast auf dem Kielzugvogel von Jürgen Reichardt, sondern auch der Anker des Wettfahrtleitungs-Schiffes. Als für Ersatz gesorgt war, hatte der Großteil der Kielzugvogel-Crews bereits beschlossen nicht mehr zu segeln, weil ihnen der Wind zu stark war. Wettfahrtleiter Dirk Kaiser beendete daher die Serie mangels Masse und Thomas Schiffer konnte mit Vorschoter Heinrich Lenz seinen siebten Deutschen Meistertitel (fünf davon mit Lenz) ohne weitere Kämpfe feiern. Etwas verhalten freute sich der erfolgsgewohnte Steuermann über den Sieg. "Wir wären schon noch gesegelt heute, wenn noch eine Wettfahrt stattgefunden hätte. Es wäre jedoch grenzwertig gewesen, mehr ein Durchkommen als taktisches Segeln", so Schiffer, der aus Krefeld kommt und nach der WARNEMÜNDER WOCHE zur IDM der Schwertzugvögel fährt um in dieser Saison den Doppelsieg perfekt zu machen. Schiffer ist ein alter Hase und beherrscht die Klasse der Kielzugvögel seit Jahren. Trotzdem geht es an der Spitze eng zu und sein Verfolger Jörg Friedlein mit Vorschoter Daniel Scheer war ihm dicht auf den Fersen. Der Bochumer Friedlein bedauerte den Wettfahrtabbruch und musste sich mit dem Vizetitel begnügen. Mit dem dritten Platz wurden Klaus Antrecht und Christian Kujan aus Hannover geehrt.

Die Titelkämpfe um die Weltmeisterschaft der Surfer gingen in die dritte Runde und viele der Teilnehmer testeten dabei die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Etwa die Hälfte der 114 Teilnehmer lief gar nicht erst aus, oder kam frühzeitig vom Wasser zurück, weil für sie das Limit an Wind und Welle erreicht war. "Wir haben bis zu sieben Windstärken auf der Bahn gemessen", sagte Wettfahrtleiter Steffen Kinzl. Daher mussten sich die Surfer nach der ersten Wettfahrt ein wenig in Geduld üben, weil Kinzl den Durchzug einer Front abwarten wollte, bevor er das zweite Rennen anschoss. "Eine gute Entscheidung, das schont das Material und man kann auch noch mal entspannen", fand Martin Moritz, der nach sechs Wettfahrten punktgleich mit dem Polen Maksimilian Wojcik auf Rang 1 steht. Moritz, der zu Beginn der Woche bereits die IDM der Raceboards gewann, hofft auch in den kommenden Tagen auf kräftigen Wind. "Das sind genau meine Bedingungen hier, auch die hohe Dünungswelle ist einfach super", so der 26-Jährige Athlet, für den der Event der Höhepunkt seiner Karriere ist. "So eine riesige WM bei uns in Deutschland ist schon fantastisch". Morgen geht es für ihn in der Goldfleet weiter, am Sonnabend endet die WM offiziell.

Mit dem Starkwind kämpften auch die Yachten der Bornholm Rund Regatta, die nach Rundung der dänischen Ferieninsel wieder Kurs auf Warnemünde absteckten. Als erste Yacht querte am Mittwochabend die "Scho-ka-Kola" von Uwe Lebens aus Norderstedt nach 36 Stunden 51 Minuten die Ziellinie. "Das war cool, eine tolle Regatta. Und es war wieder alles dabei von Flaute bis Starkwind, inklusive dem Windloch südlich von Bornholm, das uns 40 Minuten eingebremst hat", erzählt Lebens. Um kurz nach Mitternacht und somit nur eine Stunde und gut 13 Minuten später begrüßten dann zahlreiche ehrenamtliche WARNEMÜNDER WOCHE-Helfer die Mannschaft der "Utsider". Die 10-köpfige Crew des Warnemünder Segel-Club e.V. wurde mit Laola und Jubelrufen von der Mittelmole herzlich willkommen, da dort die Helferparty in vollem Gange war. Die im Schnitt 24-jährigen Segler des Jugend-Segelprojekts "Utsider" segeln eine 14 Meter lange Elliott 45. Die beiden acht Stunden später gestarteten V.O.R. Yachten "SEB II" und "Illbruck" erreichten das Ziel der Langstreckenregatta am Donnerstagmorgen und verpassten den Streckenrekord klar.Bis Redaktionsschluss waren insgesamt 19 der 67 gestarteten Yachten im Ziel.
Während der harten Kreuz gegen den Wind meldeten sich bis Donnerstagabend aber auch bereits 17 Crews aus dem Rennen ab. Auch Josef Rössler aus Aachen, der mit seiner Dehler 34 "Picco Bello" vom Ijsselmeer angereist war, musste in der Nacht aufgeben. "Der Wind war heftig, aber nicht das Hauptproblem. Auf dem Rückweg von Bornholm hat uns die Welle so stark gebeutelt, dass ein Großteil meiner Crew richtig seekrank geworden ist, und wir nicht mehr voll einsatzfähig waren. Schade, aber ich komme wieder", berichtete Rössler per Telefon aus dem schwedischen Ystad, wo die Crew Unterschlupf fand.Die letzten Teilnehmer werden im Laufe der Nacht zu Freitag in Warnemünde erwartet. Erst dann wird es auch berechnete Ergebnisse geben und es können die Sieger benannt werden. Die Yachten starten je nach Größe und Leistungsvermögen mit unterschiedlichen Handicap-Faktoren.

Die neu ins Leben gerufene Serie "hanseboot Open Offshore" ging mit der Bornholm Rund Regatta bereits zu Ende und es siegte in der IRC Wertung die Flensburger "Ilvitello" von Christoph Avenarius. Der Sieg nach ORC-Berechnung ging an Volker Andreae aus Hamburg mit der "Inshallah VI".Auch der zweite Teil der WARNEMÜNDER WOCHE 2009 verspricht knappe Entscheidungen und spannende Wettfahrten in insgesamt 11 Bootsklassen. In der olympische Bootsklasse Finn Dinghy startet das Finn-Team-Germany, um sich in einem starken Feld mit 45 Teilnehmern aus sieben Nationen zu behaupten. In der Klasse der 420er werden 82 Youngsters um die vorderen Plätze kämpfen. Weitere Starts wird es in den Bootklassen 505er, J24, Korsar, Melges 24, OK-Jolle, Pirat und Platu 25 geben. Dabei kommen gut 450 Boote und Boards zum Einsatz. Knapp 950 Aktive aus 19 verschiedenen Nationen sind dann auf dem Wasser unterwegs.

08/07 2009

Halbzeit bei der WARNEMÜNDER WOCHE

Foto: Warnemünder-Woche/Pepe Hartman

Die Deutschen Surfer sind auf Weltmeisterkurs, Moritz Martin führt nach vier Rennen die Wertung an. Mehr als 300 000 Zuschauer besuchten bis zur Halbzeit die WARNEMÜNDER WOCHE. Der Rund Bornholm-Rekord wurde nicht gebrochen. Die Crews hadern mit wenig Wind. Die ersten Yachten werden am späten Mittwochabend im Ziel erwartet.

Warnemünde, 8. Juli 2009 - Genau so hatte er sich das vorgestellt. Mit dem Sieg in der Deutschen Meisterschaft der Raceboard Klasse steckte Moritz Martin am Montag bereits einen klaren Kurs ab: das Ziel, Weltmeister im eigenen Land zu werden. Nach vier von 12 Wettfahrten konnte der 26-Jährige sich am Mittwoch, dem zweiten Tag der Weltmeisterschaft an die Spitze der Ergebnisliste setzen. Dicht gefolgt von dem Polen Maksimilian Wojcik. Auf Rang drei folgt Patrik Pollak aus der Slowakei. „Ich bin sehr zufrieden und der Titel rückt in greifbare Nähe, aber es stehen ja noch ein paar Rennen aus", sagte Martin. „Heute bin ich mit dem Polen in einer Gruppe gestartet und wir haben uns sehr enge Rennen geliefert, das war total spannend". Die große Gruppe der 114 Surfer ist in zwei Startgruppen aufgeteilt, die gemeinsam gewertet werden. Der Pole Wojcik hat in der zweiten Wettfahrt des Tages allerdings die Ziellinie knapp verfehlt und sich somit bereits ein Streichresultat eingefangen. Ein weiterer Pluspunkt für Martin. Die Liste der getrennt startenden Frauen führt Gabriele Schlotmann mit einer reinen Siegesserie an.

Bei der Deutschen Meisterschaft der Kielzugvögel ging es auch am zweiten Tag der Wettfahrtserie an der Spitze hoch her. Hier führt nach sechs Wettfahrten das Duo Thomas Schiffer/Heinrich Lenz knapp vor Jörg Friedlein/Daniel Scheer. Am Donnerstag fällt im Feld der 27 Starter die Entscheidung um den Deutschen Meistertitel der Klasse.

„So eine ruhige Regatta hatten wir lange nicht mehr", meint Iris Groß, Wettfahrtleiterin der Langstreckenregatta Rund Bornholm. 65 Schiffe und zwei Volvo Ocean Racer hatte sie am Dienstag auf die Strecke um die dänische Ferieninsel geschickt. Vier sind inzwischen ausgestiegen. „Zwischendurch gab es heftige Gewitter und auch Unwetterwarnungen, gerade für die Double Hand Crews kann das sehr heftig werden", erklärt Groß, die bereits zum siebenten Mal in dieser Funktion tätig ist. Für die Volvo Ocean Racer, die sich vorgenommen hatten, den Rekord von 28 Stunden, 37 Minuten zu brechen, ging die Rechnung nicht auf: Bereits in der ersten Nacht gerieten sie in eine umfangreiche Flaute vor Rügen und verloren wertvolle Zeit. Die ersten Schiffe, die am Dienstag zwischen 9 und 10 Uhr gestartet waren, werden am Mittwochabend zurück erwartet. Der Großteil des Feldes ist für Donnerstagnachmittag avisiert. Die Siegerehrung findet am Freitag um 18 Uhr auf der Bühne am Leuchtturm statt.

Die Halbzeitbilanz der WARNEMÜNDER WOCHE: 300 000 Besucher kamen zur WARNEMÜNDER WOCHE. 695 Aktive aus 27 Nationen starteten mit 400 Booten und Boards in 127 Rennen, 25 Sieger wurden in 10 Klassen geehrt.
Im zweiten Teil werden gut 450 Boote und Boards zum Einsatz kommen. Knapp 950 Aktive aus 19 verschiedenen Nationen sind dann auf dem Wasser unterwegs. Zu den Höhepunkten der zweiten Hälfte zählt die Entscheidung bei der Weltmeisterschaft der Surfer und die Regatten in der Olympischen Finn Klasse.

Ergebnisse
WM- Raceboard Klasse: Gesamtstand nach 4 Wettfahrten: 1. Martin Moritz (Linsengericht) 4 Punkte;2. Maksimilian Wojcik (Polen) 4; 3. Patrik Pollak (Slowakei) 5; 4. Pierre Loquet (Frankreich) 7; 5. Steffano Leonezzi (Griechenland) 7; 6. Leon Delle (Soest) 7.

IDM Kielzugvögel: Gesamtstand nach 6 Wettfahrte: 1. Thomas Schiffer/Heinrich Lenz (Krefeld) 10 Punkte; 2. Jörg Friedlein/Daniel Scheer (Bochum) 14; 3. Klaus Antrecht/Christian Kujan (Hannover) 22; 4. Hans-Günter Besche/Alexander Kost (Attendorn) 31; 5. Jürgen Reichardt/Gerd Stejskal (Essen) 38; 6. Manfred Brändle/Michael Hotho (Wuppertal) 39.

07/07 2009

Warnemünde: Teilnehmerrekord bei Surf WM

Das Grinsen von Jonasz Stelmaszyk reichte fast von einem Ohr zum anderen. Nachdem der Pole zwischen der Kieler Woche und dem Start in Warnemünde noch mal eben schnell in der Heimat sein Examen erfolgreich bestanden hat, verteidigte er beim Laser Europa Cup in der Olympischen Laser Standard Klasse seine Führung und fuhr damit den größten Sieg seiner Karriere ein. "Ich habe im ersten Rennen hier meine Lektion gelernt und anschließend nicht mehr zuviel riskiert, das war der Schlüssel zum Erfolg", freute sich der 24-Jährige. "Ich mag diese leichten, wechselnden Bedingungen und sehe diesen Sieg als gutes Omen für die jetzt anstehende Europameisterschaft in Schweden", so Stelmaszyk.
Der Neuseeländer Mike Bullot hatte am letzten Tag des Laser Europa Cups noch auf seine Chance gehofft, um dem Polen den Sieg abzujagen. Aber trotz einiger Startversuche konnte auf Bahn Foxtrott kein Rennen mehr beendet werden und Bullot blieb auf dem zweiten Rang.
Zufrieden verließ auch Nils Herrmann den Yachthafen auf der Mittelmole. Der 18-Jährige Schüler aus Berlin beendete den Laser Europa Cup als bester deutscher Teilnehmer auf Rang 12. Nach einem eher durchwachsenen Auftakt konnte er sich immer weiter nach vorne segeln. "Bei wenig Wind bin ich gut, es waren meine Bedingungen hier, wobei das Feld auch sehr stark besetzt war", sagte er sichtlich zufrieden. Nächste Station des jungen Talents, das seit sechs Jahren segelt, jedoch die erste Saison in dieser Bootsklasse bestreitet, ist der Europa Cup in Belgien. Lokalmatador Christoph Möller (24) aus Rostock haderte eher mit den Windbedingungen und landete auf Rang 35.
Der Brite John Emmet hat mittlerweile so etwas wie ein Abonnement in Warnemünde erworben. Denn den Titel im Laser Radial konnte der 32- Jahre alte Segler in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge erkämpfen und freute sich über seinen Sieg. "Das letzte Rennen war noch einmal tricky und ich habe meine Führung verloren, als ich in einem Pulk von Booten stecken geblieben bin, aber es hat am Ende gereicht", so Emmet. Beste Frau in der olympischen Bootsklasse wurde die Französin Sarah Steyaert, die ihre Führung während der gesamten Serie verteidigte. In der Laser 4.7 Klasse musste die lange vorne liegende Fanni Péch ihren Titel an den Norweger Hermann Tomasgaard abtreten. Die Ungarin blieb aber beste Frau der Klasse, beste deutsche Frau wurde Chris Bauermeister aus Wismar auf Rang 9.
Mit einer Rekordbeteiligung begann am Dienstag die Surf-Weltmeisterschaft der Raceboard Klasse. Zwei Auftaktrennen konnten die 114 Starter aus 15 Nationen bei sehr schwierigen, anfangs leichten und später auffrischenden Windbedingungen zu Ende bringen. "So viele Teilnehmer gab es bei einer WM in den letzten 20 Jahren nicht mehr", freute sich Murat Tüten, Beauftragter der Deutschen Windsurfing Vereinigung (DWSV) für die Organisation der IDM und WM während der WARNEMÜNDER WOCHE.
Es führt nach zwei Läufen der Franzose Pierre Loquet vor Maksimilian Wijcik aus Polen. Auch die deutschen Surfer behaupten sich gut in dem internationalen Feld. Moritz Martin (Linsengericht), der seinen Deutschen Meistertitel am Dienstag erfolgreich verteidigen konnte, platzierte sich nach einem erfolgreichen ersten Tag auf Rang 3. "Die Deutschen Surfer werden bei der Medaillenvergabe sicher ein Wörtchen mitreden", meint auch Steffen Kinzl, der sich darüber freut, in Deutschland erstmals eine Weltmeisterschaft der Surfer als Wettfahrtleiter zu betreuen. Die Frauen starten bei der Surf-WM in einer eigenen Startgruppe. Hier führt Gabriele Schlotmann (44) aus Rechen.

Die Internationale deutsche Meisterschaft der Kielzugvögel sieht nach drei Wettfahrten einen neuen Führenden an der Spitze der Ergebnisliste: Das Duo Jörg Friedlein/ Daniel Scheer liegt punktgleich vor Thomas Schiffer/Heinrich Lenz.

Die 65 Yachten der Langstreckenregatta Bornholm Rund machten sich am Morgen unter großem Jubel der Zuschauer zwischen 9 und 100 Uhr in fünf Startgruppen auf den Weg zur 270 Seemeilen langen Wettfahrt rund um die dänische Ferieninsel. Die Wettervorhersage verspricht zunehmenden Westwind, wodurch die Crews mit einer langen, harten Kreuz auf dem Rückweg von Bornholm rechnen müssen. Am Abend um 18 Uhr machten sich die beiden Volvo 60 Racer "SEB" und "Illbruck" daran, das Feld von hinten einzuholen. Die 72.
Warnemünder Woche  geht vom 4. bis 12. Juli 2009.

Vorschau für Mittwoch (8. Juli)
Ab 11 Uhr: Start IDM Kielzugvögel, Raceboard and IMCO Championship, Rund
Bornholm RegattaAb 15.30 Uhr: Musical Rock Program "Rauch auf dem Wasser V" (Bühne am Leuchtturm)

Ergebnisse
Olympische Laser Klasse: Endstand nach 5 Wettfahrten: 1. Jonasz Stelmaszyk
(Polen) 18 Punkte; 2. MikeBullot (Neuseeland) 19; 3. Wojciech Zemke (Polen) 20; 4. Michal Gryglewski (Polen) 22; 5. Douwe Broekens (Niederlande) 23; 6. Thorbjoern Schierup (Dänemark) 28.

Laser Radial Klasse gesamt: Endstand nach 7 Wettfahrten: 1. Jon Emmett  (Großbritannien) 14 Punkte; 2. Sarah Steyaert (Frankreich) 26; 3. Katarzyna Tylinska (Polen) 27; 4. Gabrielle King (Australien) 32; 5. Pekunas Mantas (Litauen) 50; 6. John Booth (Großbritannien) 56.

Olympische Laser Radial Klasse Frauen: Endstand nach 7 Wettfahrten: 1. Sarah Steyaert (Frankreich) 26 Punkte; 2.Katarzyna Tylinska (Polen) 27; 3. Gabrielle King (Australien) 32; 4. ChrisBauermeister (Wismar) 88; 5. Lisa Fasselt (Kiel) 105; 6. Anastasiia Gafenko (Ukraine) 119.

Laser 4.7 Klasse: Endstand nach 8 Wettfahrten: 1. Hermann Tomasgaard (Norwegen) 20 Punkte; 2. Jolbert van Dijk (Niederlande) 22; 3. Tobias Graf (Berlin) 27; 4. Tadeusz Kubiak
(Polen) 29; 5. Harald Faste (Norwegen) 30; 6. Fanni Péch (Österreich) 32.
WM Raceboard Klasse: Gesamtstand nach 2 Wettfahrten: 1. Pierre Loquet (Frankreich) 2 Punkte; 2. Maksimilian Wojcik (Polen) 3; 3. Martin Moritz (Linsengericht) 4; 4. Petr Kucera (Tschechische Republik ) 5; 5. Patrik Pollak (Slowakische Republik) 5; 5. Leon Delle (Deutschland) 5.

IDM Kielzugvögel: Gesamtstand nach 3 Wettfahrten: 1. Jörg Friedlein/Daniel  Scheer (Bochum) 8 Punkte; 2. Thomas Schiffer/Heinrich Lenz (Krefeld) 8; 3. Henry Kopplin/Jörg
Wenzel (Berlin) 14; 4. Reinhold Groß/Hildegard Lax (Dinslaken) 17; 5. AlfonsHuber/Christian Huber (Bad Reichenhall) 20; 6. Klaus Antrecht/Christian
Kujan (Hannover) 20.

06/07 2009

Schwachwind, Spannung, glückliche Sieger

Die Vorhersage des deutschen Wetterdienstes versprach nichts  Gutes am dritten Tag der Warnemünder Woche. Aber so schlimm wurde es dann doch nicht: zwar kämpften die Segler mit dem schwachen Wind, aber die angekündigten Gewitter verschonten Warnemünde. Philipp Kadelbach musste seine Crew Sven Bode und Tilo Müller für das letzte  Rennen der Streamline Klasse gar nicht mehr bemühen und machte sich bereits  als Sieger des Deutschlands Cups auf den Heimweg während seine Konkurrenten noch einmal an den Start gingen. "Das war wohl die beste Serie die ich jemals hingelegt habe, mit sechs Siegen in acht Rennen. Es hat total Spaß gemacht, Warnemünde ist einfach toll, ich würde am liebsten immer nur hier segeln", freut sich der Berliner, der mit dem Sieg seinen Titel als bester Deutscher verteidigen konnten.

Souverän holte sich der Kieler Toni Wilhelm bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der RS:X Neil Pryde den Titel. Fünf von sieben Wettfahrten beendete er als Erster und war damit für die Gebrüder Freimüller doch nicht zu knacken. "Es war letztendlich ein Dreikampf zwischen uns und immer recht eng, doch mochte ich die Bedingungen heute anscheinend lieber als die Freimüllers", fasste Wilhelm nach dem Rennen zusammen. Bei nur vier bis fünf Knoten Wind gelang es ihm, mehr Power und Geschwindigkeit zu machen. Für den Kieler beginnen nun nach einer Woche Urlaub die Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaften der Surfer in Weymouth Anfang September. Beste Frau wurde Moana Delle aus Soest auf Rang sechs. Bei der IDM der Raceboards konnte Moritz Martin das Medal Race gewinnen und dadurch den führenden Japaner Kazumasa Sugiura auf Platz drei verdrängen. Martin gab damit eine beeindruckende Visitenkarte für die am Dienstag beginnende Weltmeisterschaften der Raceboards ab.
Auch den Teilnehmern der Wettfahrten in der H-Boot-Klasse ging am Ende ihres letzten Tages der Wind aus: Ihre neunte und letzte Wettfahrt brachen die  Führe den Thomas Kausen, Jani Funk und Marvin Gallinger (alle Berlin) ab und  gingen dennoch als WARNEMÜNDER WOCHE Sieger nach Hause. "Nach acht Wettfahrten und zwei Streichern konnte für Kausen nichts mehr anbrennen, der Vorsprung war groß genug", äußerte Wettfahrtleiter Frank Piotrowski Verständnis. Zweiter wurde die Crew um Helmut Claußen aus Fahrdorf. Beim Laser Europa Cup kommt es morgen zu den letzten und entscheidenden Wettfahrten. Die sogenannten Medalraces der besten Zehn finden in der Standard Klasse allerdings ohne deutsche Beteiligung statt: Es führt der Pole Jonasz Stelmaszyk vor Mike Bullot aus Neuseeland. Bei den Laser Radial konnte der Engländer Jon Emmett seine Führung behaupten und führt vor Sarah Steyaert aus Frankreich.

Zum Auftakt der Deutschen Meisterschaft der Kielzugvögel wurde ein Rennen  gesegelt. Zwar startete Wettfahrtleiter Dirk Kaiser ein zweites Mal, musste  den Lauf aber wegen Schwachwind abbrechen. Mit dem ersten Sieg setzte Reinhold Groß aus Dinslaken mit Vorschoterin Hildegard Lax ein Zeichen.

Die Crews der Hochseeyachten sammelten Kraft für die Strapazen der  Langstreckenregatta Rund Bornholm. Etwa 270 Meilen stehen für die gut 60 Teams auf dem Programm. Dazu brauchen die Yachten je nach Größe und Wetterlage bis zu drei Tage. Fünf Startgruppen schickt die Wettfahrtleitung am Dienstagmorgen zwischen 9.00 Uhr und 10.00 Uhr auf die Bahn. Am Abend um 18.00 Uhr folgen dann die drei Volvo 60 Yachten SEB, Illbruck und SEB II, die auch diesmal wieder den Bornholm Rund Rekord, aufgestellt 2001 von der Kieler Yacht "UCA" (28 Stunden, 37 Minuten und 23 Sekunden) im Visier haben.Für Josef Rössler aus Aachen und seine Crew auf der Dehler 34 "Picco Bello" ist die Regatta Bornholm Rund der Saisonhöhepunkt. "Ich war vor acht Jahren einmal dabei, aber für die meisten an Bord ist es Neuland. Ich rechne damit, dass wir etwa zweieinhalb Tage unterwegs sein werden", berichtet Rössler.  Und gut vorbereitet ist er auch: "Sonst habe ich bei Wettfahrten kaum Diesel  dabei. Das ist diesmal  anders - ich gehe da auf Nummer sicher", so der  Skipper.

Vorschau für Morgen, Dienstag (7. Juli)
Zwischen 9 und 10 Uhr: Start Langstreckenregatta Rund Bornholm (Seekanal) , 11 Uhr Start Laser Europa Cup, IDM Kielzugvogel, 1. Start Raceboard WM 17 Uhr Siegerehrung Laser Europa Cup (Yachthafen Mittelmole)

Ergebnisse 6. Juli 2009

IDM Raceboards: Endstand nach 7 Wettfahrten: noch nicht vollständig verfügbar (später auf der website erhältlich)

IDM RS:X (Olympisch): Endstand Gesamtstand nach 7 Wettfahrten: 1. Toni Wilhelm (Steinen) 9 Punkte; 2. Christian Freimueller (Böblingen) 14; 3. Florian Freimüller (Altenholz) 16; 4. JohannesAhun (Finnland) 31; 5. Christian Rindom (Dänemark) 42; 6. Moana Delle (Kiel) 45.

IDM BIC Techno Klasse: Endstand nach 6 Wettfahrten: 1. Maximilian Klaus (Berlin) 6 Punkte; 2. Mick Mönnig (Berlin) 10; 3. Florian Albrecht (Berlin) 20; 4. Marta Luize Avercenko (Litauen) 26; 5. Ronalds Kaups (Litauen) 29; 6. Jonas Gerschau (Berlin) 29.

Streamline Deutschland Cup: Endstand nach 9 Wettfahrten: 1.  Kadelbach/Bode/Müller (Berlin) 8 Punkte; 2. Mertens/Schulz/Fischer (Berlin) 17; 3. Heeschen/Poerschke/von Studnitz (Berlin)24; 4. Beckmann/Pollex/Klussmann (Lübeck) 31; 5. Peter Sippel/Anreas Labek
(Oberaudorf) 31; 6. Bruhns/Wilkens/Wohlfeil (Berlin) 34.

H-Boot Klasse: Endstand nach 9 Wettfahrten: 1. Kausen/Funk/Gallinger (Berlin) 15 Punkte; 2. Claußen/Wuestenberg/Sprecher (Fahrdorf) 25; 3. Kretzschmar/Zimmermann/Mölle (Berlin) 26; 4. Henzel/Schmidt/Juhnke (Hamburg) 29; 5. Kapella/Metzing/Kapella
(Berlin) 38; 6. Schmidt/Müller/Kirschning (Berlin) 39.

Laser Standard (Olympisch): Gesamtstand nach 5 Wettfahrten: 1. Jonasz Stelmaszyk (Polen) 18 Punkte; 2. Mike Bullot (Neuseeland) 19; 3. Wojciech Zemke (Polen) 20; 4. Michal Gryglewski (Polen) 22; 5. Douwe Broekens (Niederlande) 23; 6. Thorbjoern Schierup (Dänemark) 28.

Laser Radial (Olympisch): Gesamtstand nach 6 Wettfahrten: 1. Jon Emmett (Großbritannien) 7 Punkte; 2. Sarah Steyaert (Frankreich) 16; 3. Gabrielle King (Australien) 23; 4. Katarzyna Tylinska (Polen) 25; 5. Pekunas Mantas (Litauen) 38; 6. John Booth (Großbritannien) 46.

Laser 4.7: Gesamtstand nach 6 Wettfahrten: 1. Jolbert van Dijk (Niederlande) 18 Punkte; 2. Harald Faste (Norwegen) 24; 3. Fanni Péch (Österreich) 27; 4. Tadeusz Kubiak (Polen) 27; 5. Tobias Graf (Berlin) 29; 6. Hermann Tomasgaard (Norwegen) 31.
Kielzugvogel IDM: Gesamtstand nach 1 Wettfahrt :Wettfahrten: 1. Reinhold Groß/Hildegard Lax (Dinslaken) 1 Punkte; 2. JörgFriedlein/Daniel Scheer (Bochum) 2; 3. Klaus Antrecht/Christian Kujan (Hannover) 3; 4. Thomas Schiffer/Heinrich Lenz (Krefeld) 4; 5. Frank Schumacher/Florian Lenz (Neuss) 5; 6. Forstmann Heiner/Wiepking Jochen (Steinhude) 6.

05/07 2009

Warnemünder Woche: Wilhelm führt - Delle Vierte

Warnemünde: Wilhelm Heißer" Start der Festwoche im Ostseebad Warnemünde: Am ersten Tag der WARNEMÜNDER WOCHE strömten 180 000 Besucher in den Küstenort, um Ümgang, Waschzuberrennen und die Segelregatten auf dem Wasser hautnah zu verfolgen. Für die Segler ging es allerdings mit Verzögerung aufs Wasser: Der Wind blieb aus und machte nur wenige Wettfahrten möglich.

Es war der längste Zug der Geschichte und auch einer der buntesten: Mit 3000 Beteiligten und 1,8 km Länge riss der "Niege Ümgang" die über 43 000 Besucher mit und sorgte für Karnevalsstimmung an der Küste. "Wer segeln, feiern und viel erleben will, ist bei der Warnemünder Woche richtig", sagte der Minister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung, Volker Schlotmann, bei der Eröffnung der 72. Warnemünder Woche. Über die abwechslungsreiche und spritzige Eröffnungsfeier auf der Bühne freute sich auch Ingeborg Regenthal vom Warnemünde Verein: "Es lief alles total entspannt ab und die Eröffnung am Leuchtturm kam sehr gut an", freute sich die Organisatorin.

Entspannen konnten sich zunächst auch die rund 700 Segler, die am ersten Wochenende und zum Auftakt der WARNEMÜNDER WOCHE starten: Wegen des flauen Windes mussten sie ihren Einsatz auf dem Wasser um gut zwei Stunden verschieben und kamen erst gegen Mittag auf die Bahnen. Bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der RS:X Neil Pryde führt Toni Wilhelm (Kiel) nach zwei Wettfahrten, Kieler Woche Siegerin Moana Delle(Kiel) liegt als beste Frau auf Rang 4. Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Raceboards führt mit zwei Tagessiegen der Slovake Patrik Pollak vor dem Japaner Kazumasa Sugiura. Bester Deutscher nach zwei Wettfahrten ist der mehrfache und amtierende Deutsche Meister Martin Moritz aus Linsengericht. Das erste Rennen der hanseboot Open Offshore, die Kurzstreckenwettfahrt vor Travemünde, startete wie geplant um 14 Uhr. Morgen werden die fünf teilnehmenden Schiffe zur Mittelstecke über 60 Seemeilen von Travemünde nach Warnemünde unterwegs sein. Die 43 teilnehmenden Yachten des K´born Cup kommen dann ebenfalls zurück nach Warnemünde. Sie hatten heute einen langen Tag auf See, da sie bereits um 10 Uhr gestartet sind. Mit besonders schwierigen Wetterbedingungen hatten die Segler auf Bahn Bravo zukämpfen: Drehende Winde und Seenebel erschwerten hier der Wettfahrtleitung das Auslegen des Regattakurses.
Über ideales Waschzuberwetter freute man sich hingegen am südlichen Ende des Alten Stroms: "Die Massen sind direkt bei uns stehengeblieben, es hat richtig Spaß gemacht", fasst Veranstalter Steffen Ohm das Rennen der 13 Waschzuber zusammen. Über ein Essen bei GOSCH und den ersten Platz freute sich der "Märchenzuber" von Reaktor Merseburg.

05/07 2009

Erste WARNEMÜNDER WOCHE Sieger gekürt

Rund 700 Segler aus 27 Nationen kamen am ersten Wochenende auf ihre Kosten: Trotz anfänglicher Startverschiebung wegen Flaute konnten am Sonntagnachmittag die ersten Sieger präsentiert werden.

Ganz souverän ersegelte Knud Jansen aus Kiel mit Vorschoterin Merle Siebrecht in der Hobie 16 Klasse den Titel erster Sieger der 72. WARNEMÜNDER WOCHE. In jedem der sechs Rennen segelte das Duo als Erste über die Ziellinie. „Das hatten wir noch nie  - sechs erste Plätze. Wir sind überglücklich, das war eine tolle Veranstaltung hier", freuten sich die amtierenden Deutschen Meister aus Schleswig-Holstein, die zum ersten Mal vor Warnemünde starteten.

Im Laser Europa Cup verdichtet sich die Leistungsspitze. Bei den Laser Standard sind die Spitzenpositionen fest in polnischer Hand. Nach vier Rennen führt der Pole Jonasz Stelmaszyk vor seinen Landsmännern Michal Gryglewski und Wojciech Zemke. Bester Deutscher Starter ist derzeitNils Hermann (Platz 17), der für den Verein Seglerhaus am Wannsee (Berlin) startet.Lokalmatador Christoph Möller aus Rostock war am Sonntag mit seinem 38. Rang gar nicht zufrieden: „Es lief nicht optimal, ich hatte ein paar Mal richtig Pech mit Winddrehern und habe dadurch viel verloren", so der 24-Jährige. „Die Bedingungen waren extrem schwierig heute".In der Laser Radial Klasse führt der Brite John Emmett die Liste mit fünf Punkten an, beste Frau (olympische Disziplin) ist die Französin Sarah Steyaert auf Platz zwei. „Es gab viele Disqualifikationen wegen Frühstarts heute, daher bin ich eher konservativ gesegelt und damit gut gefahren", freut sich Emmett.In der Jugendklasse des Laser-Europa Cups, Laser 4.7, führt die Ungarin Fanni Péch mit sechs Punkten knapp vor dem Niederländer Jolbert van Dijk und Tobias Graf aus Berlin.

Bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der olympischen Surfer, RS:X Neil Pryde, schrumpft der Vorsprung von Spitzenreiter Toni Wilhelm aus Kiel zusammen. Vor dem morgigen Finalrennen trennt ihn lediglich noch ein Punkt von Christian Freimüller (Böblingen). „Wir hatten gutes Leichtwindwetter heute und Toni ist eher der Mann für mehr Wind. Es kommt auf die Windverhältnisse morgen an", urteilt Wettfahrtleiter Steffen Kinzl aus Berlin. Auch bei der IDM der Raceboards bleibt es spannend bis zum Schluss: Der Japaner Kazumasa Sugiura und Moritz Martin, 16-facher und amtierender Deutscher Meister aus Linsengericht liefern sich ein Kopf an Kopf Rennen.

Ganz souverän fährt auch die Crew um Philipp Kadelbach aus Berlin beim Deutschland Cup der Streamline Klasse vorneweg. Mit einer weißen Weste und sechs ersten Plätzen ist dem Team der Sieg wohl kaum noch zu nehmen. Die Streamline Klasse segelt am Montag ihre letzten Wettfahrten.

Bei perfektem Spinnakerwetter segelten die 43 Yachten des K´born Cups am Sonntag von Kühlungsborn zurück nach Warnemünde, nachdem am Sonnabend die Hinregatta absolviert wurde. Auf der Warnemünder Mittelmole wurden die Crews der Kühlungsborn-Regatta dann vom DSV Präsidenten Rolf Bähr persönlich im Ziel gezeitet. Bähr besuchte die Segelgroßveranstaltung am Wochenende.

„Die Bedingungen waren schwierig für die Wettfahrtleiter, aber für die Teilnehmer gut segelbar", berichtet Hauptwettfahrtleiter Ulrich Finckh. „Am Sonnabend war die Situation anfangs etwas kritisch, weil mit schweren Gewittern zu rechnen war, die uns dann aber glücklicherweise verschont haben. Wir sind gut im Zeitrahmen und konnten auf allen Bahnen die erhofften Rennen durchführen", so Finckh.