Unsere Magazine:

10/02 2010

Die Schlacht vor Helgoland geht weiter

Helgoland ist seit Jahrhunderten eine hart umkämpfte Insel. Helgoland war Seefestung, Seeräubernest, bedeutender Stützpunkt der Seelotsen und zu Beginn des 18. Jahrhunderts sogar größtes Warenumschlagszentrum Europas. Um 1401 wurde Störtebeker vor Helgoland gefangen genommen. In den Jahren zuvor störten die Vitalienbrüder, ein aus mehreren Schiffen bestehender loser Verbund von Seeräubern, empfindlich den Handel in der Nordsee. Unterstützt wurden Sie vor allem durch die mit den Hanseaten konkurrierenden Holländern und den ostfriesischen Häuptlingen. Dem Treiben musste ein Ende gesetzt werden: So kamen am 21. Juli 1400 anlässlich eines deswegen angesetzten Hansetages die Hansestädte Bremen, Hamburg, Lübeck zu dem Entschluss, eine Flotte in die Nordsee zu entsenden. In der Lübecker Chronik lässt sich folgendes lesen: „In demselben Jahr fochten die Englandfahrer der Stadt Hamburg auf der See mit den Seeräubern, die sich Vitalienbrüder nannten, und konnten sie besiegen. Ungefähr 40 von ihnen schlugen sie tot bei Helgoland und 70 fingen sie. Diese brachten sie nach Hamburg und ließen ihnen allen die Köpfe abschlagen; ihre Köpfe setzten sie auf eine Wiese an der Elbe als Zeichen dafür, dass sie auf dem Meer geraubt haben."



Heute kämpfen die Seesegler jährlich wieder um die Insel... Allerdings werden die Verlierer nicht mehr geköpft, sondern die Sieger belohnt. In 2010 werden die Wettkämpfe besonders intensiv: Mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft Offshore, einer Mini 650 Wertung und dem 30. Pantaenius Rund Skagen Rennen ist am roten Felsen volles Programm.

„Die Internationale Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr vor Flensburg hat gezeigt, dass wir mit der Teilung in die Bereiche Inshore und Offshore den Nerv der Segler getroffen haben," so der Vorsitzende des DSV-Seesegelausschusses, Dr. Wolfgang Schäfer (Lüneburg). Die Abstimmung in Anwesenheit des DSV-Vizepräsidenten Torsten Haverland (Leistungs- und Wettsegeln) war einstimmig: Die Meisterschaft wird in Zukunft zweigeteilt (Inshore und Offshore) bleiben. Es ist daher zu erwarten, dass das DSV-Präsidium wie in den Vorjahren den Empfehlungen seines Fachausschusses folgt.

Beide Bereiche werden sich nicht überschneiden, so dass alle Yachten an beiden Regattaformen teilnehmen können. So soll die Inshore-IDM im Rahmen des Kiels-Cups (Montag, den 21. bis Mittwoch, den 23. Juni) ausgesegelt werden. Geplant sind an die neun Up- and down-Wettfahrten. Helgoland war bereits 1999 und 2002 Austragungsort der Seesegel-IDM, Kiel 1996, 1997, 2000, 2003 und 2008. 2010 gehen sie nun gemeinsam ins Rennen.



Die Segler freuen sich schon. „Zur Nordseewoche werden nicht nur Dreiecke gesegelt, hier zählt auch Seemannschaft und Tidennavigtion. Daher ist es für mich das einzige Revier in Deutschland, auf dem man eine Offshore-Meisterschaft segeln kann." Dagmar Hilken segelt seit Jahrzehnten die Nordseewoche mit: „Nebenbei es ist einfach schön, mindestens einmal im Jahr auf dieser Insel zu sein."

Die Nordseewoche kann man auch genießen, ohne mitzusegeln. Helgoland hat dank dem nahen Golfstrom und der Lage etwa 30 Seemeilen vor der Küste ein einzigartiges Klima. Die pollenarme, staubfreie Luft und die eine abwechslungsreiche Natur genießen neben den Menschen auch ca. 700 Seehunde. Viele fast zum greifen nah, vor allem auf der Düne. Die vorgelagerten Badeinsel bietet weitläufige Strände und klares, gesundes Nordseewasser. Kein Wunder, dass bei vielen Seglern auch die Familie mit auf die Insel kommt. Die einen segeln Regatta, die anderen machen einfach nur Urlaub. Und abends wird gemeinsam gefeiert. Mehr Informationen: www.nordseewoche.org









Sportliche Wettkämpfe zur Nordseewoche

17/12 2009

Nordseewoche im Zeichen der Offshore-Meisterschaft

Das Highlight der Nordseewoche 2010 wird die Internationale Deutsche Meisterschaft im Seesegeln. Dafür arbeiten die Regattagemeinschaft Nordseewoche und der Kieler Yacht Club eng zusammen, denn die Inshore-Titel werden zur Kieler Woche, die Offshore- Meisterschaft bei der 76. Auflage der Regatta vor Helgoland ausgesegelt. Der Andrang auf der einzigen deutschen Hochseeinsel dürfte groß werden. Denn schon im Oktober (und damit sechs Monate vor dem Meldeschluss) haben sich über den Messestand auf der 50. hanseboot in Hamburg 27 Yachten verbindlich für die Nordseewoche-Regatten angemeldet.



Geplant sind innerhalb der Nordseewoche vier Regatten: Den Auftakt bildet am 21. Mai, dem Freitag vor dem Pfingstwochenende, die „SE Vibe Out Series" von Cuxhaven nach Helgoland. Am Sonnabend gibt es zwei so genannte „Ocean Triangles" mit ausgelegten Tonnen und mit vorhandenen Seezeichen. Am Sonntag folgt dann die Wettfahrt „BHFBANK- Cup Rund Helgoland". Die Nachtregatta und die Regatta Rund um Helgoland werden mit dem Faktor 1,5 gewertet, die Ocean Triangles mit Faktor 1.



Über die Auswirkungen der IDM Seesegeln für die Nordseewoche gibt Wettfahrtleiter Dr. Stefan Lehnert im Gespräch mit der Segler-Zeitung Auskunft.





SZ: Werden wegen der Meisterschaft andere Kurse ausgeschrieben?



Stefan Lehnert: Teilweise für die Meisterschafts-Teilnehmer. Aber viele Kurse sind natürlich wenig veränderbar. So sind die Starts in Cuxhaven, Bremerhaven, Wilhelmshaven und auf der Hallig Hooge mit dem Ziel Helgoland ein Fixum. Doch bei den Regatten um die Inseln Helgoland und Düne haben wir große Freiräume, um auf die besonderen Belange unterschiedlicher Wetterbedingungen und sportlicher Anforderungen eingehen zu können. Denn einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für die stetig steigende Anzahl der Starter ist, dass wir unterschiedliche Kurse für die anspruchsvollen Regattasegler, den „normal engagierten" Segler und für die Familiencrews ohne Spinnaker bieten. Weiterhin werden wir bemühat sein, eine Bahn so auszulegen, dass sie den Annahmen einer Gleichverteilung von Kreuzkursen, Raumschots-Anteilen und Vorwind-Strecken für die Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft möglichst nahe kommt, wenn die Wetterbedingungen dies erlauben.





SZ: Wie sieht ein typischer Zeitablauf des Pfingstsonntags vom morgendlichen ersten Wetterbericht bis zum Beginn des Startverfahrens aus?



Stefan Lehnert: Um etwa 5 Uhr 30 erstellt Wetterfachmann Ralf Brauner speziell für das Regattagebiet den Tageswetterbericht, danach besprechen wir die Bahnen. Um 7.30 Uhr ist die Steuermannsbesprechung mit der Verteilung des Wetterberichts und der Bahnenkarten bzw. Bahnenbeschreibungen. Zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr laufen die Start- und Begleitschiffe zur den vorgesehenen Positionen aus, so dass zwischen 9 Uhr und 9.15 Uhr die Bahn aufgebaut sein sollte. Wenn alles planmäßig abläuft, fällt um 9.20 Uhr der erste Zeitschuss für das Startverfahren, damit die Schiffe des ersten Starts pünktlich um 9.30 Uhr auf die Reise geschickt werden können. Unser Wunsch für den Bahnverlauf und die Bahnlänge ist es, dass die Teilnehmer möglichst zwischen 16 Uhr und 17 Uhr wieder im Hafen sind und die Insel genießen können.





SZ: Kommt man denn am Pfingstmontag nach der Regatta Helgoländer Acht rechtzeitig zurück in die Heimathäfen?



Stefan Lehnert: Bei der Kursfestlegung und bei der Strategie einer möglichen Bahnverkürzung achten wir sehr genau darauf, dass die Starter zeitig wieder im Hafen sind, ihre Sachen noch packen und dann zum optimalen Zeitpunkt die Rückreise in die Flüsse antreten können. So kommt es allerdings, dass in den letzten Jahren oft keine vollständige „hanseboot Acht" gesegelt worden ist, weil wir die Bahn verkürzt haben.



Das vollständige Interview finden Sie unter www.nordseewoche.org



01/12 2009

Von der Fischer-Regatta zum Großereignis

Die Nordsee-Woche spielt 2010 ihre Revier-Vorzüge voll aus. "Mehr Offshore geht nicht in Deutschland" heißt der interne Wahlspruch der 76. Auflage (21. bis 24. Mai) von Deutschlands größtem Regatta-Event in der Nordsee. Tatsächlich bietet das Geschehen auf Deutschlands einziger Hochseeinsel schon von sich aus jede Menge Herausforderungen auf der offenen See mit den Zubringer-Regatten von Cuxhaven, Bremerhaven, Wilhelmshaven und der Hallig Hooge, dem Geschehen rund um die Insel selbst mit dem "BHF-Bank-Cup Rund Helgoland" sowie der "Hanseboot-Acht" und schließlich den Rückregatten, insbesondere dem "Pantaenius Rund Skagen". Im kommenden Jahr wird es darüber hinaus aber auch um Titelehren gehen. Denn die in 2009 erfolgreiche deutsche Meisterschaftspremiere auf der Langbahn (Offshore) soll 2010 nach Wunsch des Seesegelausschusses im DSV auf dem Nordsee-Revier ihre Fortsetzung finden.



"Was 1922 als Fischer-Regatta begonnen hat, erfreut sich steigender Beliebtheit unter den Seeseglern", freut sich Organisationsleiter Bernd Jörg. Rund 170 Jachten mit 2000 Teilnehmern und 20.000 Besucher erwartet das Organisationsteam der neun veranstaltenden Klubs zu Pfingsten auf der Insel. Und die 30 ehrenamtlichen Helfer wollen mit professioneller Arbeit sowohl Einsteiger als auch Profis bedienen: "In der Ranglistenwertung sind wir ein Top-Event, das mit der Kieler Woche gleichgesetzt ist. Und mit dem Race-Village und den großen Partys bieten wir auch das richtige Ambiente", so Jörg. Und Pressesprecher Hans Genthe ergänzt: "Mit dem Family-Cruiser-Cup wollen wir vor allem normale Segler ansprechen und an das Regattageschehen heranführen."





Zur Vorstellung des Nordsee-Wochen-Programms auf der Hanseboot war auch Henrik Masekowitz dabei. Der Mini-Transat-Segler von 2007 hofft auf zahlreiches Erscheinen der Mini-Klasse, die eine eigene Wertung erhalten soll. "Ich möchte auf jeden Fall 2010 dabei sein und hoffe, dass mein neues Boot, dann startklar ist", sagt der Hamburger, der mit seiner Bootsklasse sicherlich für Aufsehen sorgen wird: "Es sind sehr ausgereifte Boote, die über viele Innovationen im Jachtsport verfügen, wie etwa den Canting-Kiel."





Die größte Herausforderung wartet ganz am Ende der 76. Nordseewoche. Denn zum 30. Mal geht es beim Pantaenius Rund Skagen auf die mit 510 Meilen Länge anspruchvollste Hochsee-Regatta in Deutschland - von Helgoland aus durch die Nordsee in eines der befahrensten Reviere der Welt, der Ostsee, bis nach Kiel. "Wir sind stolz als Pantaenius Namensgeber dieser Regatta zu sein", sagt Martin Baum von dem Versicherungsunternehmen.  "Die alle zwei Jahre stattfindende Regatta ist die einzige wirkliche Hochsee-Herausforderung in Deutschland und beste Vorbereitung für internationale Aufgaben." Und sein Bruder Daniel Baum sagt: "Die unterschiedlichen Reviere, die es zu durchfahren gilt, und die taktischen Herausforderungen in der Ostsee fordern wirklich den kompletten Segler. Vielleicht gelingt es, mit der Einbindung in den IRC Baltic Cup auch internationale Crews anzusprechen." Auf jeden Fall ist schon eine Kooperation mit dem dänischen Verband Vorbereitung, berichtet Bernd Jörg.





Welche einzelnen Regattastrecken Teil der deutschen Offshore-Meisterschaft sein werden, wenn denn der Deutsche Seglerverband dem Votum seines Seesegelausschusses bezüglich der DM-Austragung zustimmt, wird im Dezember festgelegt. Fest steht, dass das Helgoländer Revier für die Fans von Langstrecken auf jeden Fall reichlich Betätigungspotenzial bietet.

03/06 2009

Nordseewoche: Regattasegeln so intensiv wie nirgendwo sonst

Mit einem Klassiker - der "hanseboot Acht" - und dem Start zur Hochseewettfahrt nach Edinburgh ging am Pfingstmontag die 75. Nordseewoche zu Ende.







Organisationsleiter Bernd Jörg zog eine durchweg positive Bilanz. Helgoland, 01.06.2009 - Sie ist ein Klassiker der Nordseewoche und zugleich ihr Schlussakt vor den Rückregatten - die "hanseboot Acht". Zum Start um 9 Uhr sammelten sich am Pfingstmontag 50 Yachten zwischen Düne und roter Felseninsel, während sich auf dem Oberland die Zuschauer einfanden, um die gute Sicht auf das Regatta-Feld zu nutzen. Bei schwachen Windverhältnissen ging es im schmalen Fahrwasser zunächst nördlich in Richtung Lange Anna, wo die Luv-Tonne umrundet werden musste. Die "Outsider", eine Elliott 52 SS, segelte allen davon und erreichte nach einer Stunde, 54 Minuten die Ziellinie zwischen den Inseln. Neun Minuten später folgte die "Varuna" mit Skipper Jens Kellinghusen. Den ersten Platz unter den ORC International gewerteten Yachten belegte in der Gruppe 1 nach berechnetem Ergebnis aber die "Xenia", eine X 46, gesteuert von Dr. Bernhard Buchwald. In der Gruppe 2 siegte ebenfalls eine X-Yacht - die "Varuna Express". Auch für die "Varuna" gab es einen ersten Platz: In der Gruppe der parallel nach IRC gewerteten Schiffe.





Unter den Teilnehmern des "Familiy Cruiser Cup" war es erneut die "Ballerina II" mit Steuermann Berend Beilken, die nach berechnetem Ergebnis auf Platz eins landete. Erste Yacht auf der Ziellinie war allerdings nach 2 Stunden, 13 Minuten "Alize", eine X 95. Für die Segler auf der Nordseewoche hieß es kurz danach: Abschied nehmen von Helgoland und einem gelungenen Regatta-Event. Um 14 Uhr ertönte das Startsignal für die Rückregatten nach Cuxhaven und Wilhelmshaven. Wer sich für das Fastnet-Race in der Irischen See qualifizieren wollte, ging um 16 Uhr zur letzten Hochsee-Wettfahrt an den Start: "Helgoland-Edinburgh". Die Regatta nach Schottland verspricht spannend zu werden - der Seewetterbericht sagt auffrischende Winde aus Nordwest voraus.

"Das war eine außerordentlich gute Nordseewoche", freute sich Organisationsleiter Bernd Jörg. Besonders bemerkenswert sei die hohe Meldezahl von 169 Yachten gewesen. Und das, obwohl in diesem Jahr nach Edinburgh und nicht "Pantaenius Rund Skagen" gesegelt werde. "Ich bin seit fünf Jahren als Leiter dabei. Das ist mein Rekord". Ein Erfolg - wie gerufen zum 75. Jubiläum. Dabei bewegt sich die Offshore-Regatta ganz gegen den Trend anderer Wettfahrten, wo das Interesse der Segler sinkt. "Die steigenden Meldezahlen zeugen von der großen Akzeptanz der Nordseewoche", so Jörg. Für eine hervorragende Stimmung unter den Seglern und die familiäre Camp-Athmoshäre im Helgoländer Hafen sorgten zudem das durchgängig sonnige Wetter und warme Temperaturen. "Das habe ich so schon lange nicht mehr erlebt", resümierte der Organisationsleiter. "Es gab praktisch keine Schäden an Leib und Schiff. Alle waren sehr zufrieden und glücklich."







www.nordseewoche.de







Mehr zur Nordseewoche im großen Extra der neuen Segler-Zeitung Juni und die können Sie zum normalen Preis ( 3,50 Euro) gleich hier online Lesen, als E-Paper. Aber natürlich finden Sie die Segler-Zeitung auch im gut sortierten Zeitschriftenhandel.


E-Paper: Segler-Zeitung Juni

Abo: Segler-Zeitung jetzt abonnieren und 6 Euro sparen

www.segler-zeitung.de